Christian Okonek

Christian Okonek, Berkeley 1981

Christian Viktor Ludwig Okonek (* 12. Juni 1952 in Göttingen; † 1. April 2026) war ein deutscher Mathematiker, der sich mit algebraischer und komplexer Geometrie befasst. Er war Hochschullehrer an der Universität Zürich.

Leben

Okonek studierte von 1973 bis 1978 Mathematik an der Universität Göttingen, wurde dort 1980 bei Tammo tom Dieck promoviert (Algebraische Untersuchungen zu äquivarianten unitären Kobordismentheorie) und habilitierte sich 1982. Er war als Heisenberg-Stipendiat zu Forschungsaufenthalten an der University of California, Berkeley, am Mittag-Leffler-Institut und am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn. Von 1989 bis 1992 war er Professor an der Universität Bonn und danach ordentlicher Professor an der Universität Zürich.

Er befasste sich insbesondere mit Vektorbündeln auf algebraischen Flächen und komplexen projektiven Varietäten und deren Topologie. Darunter waren auch Fragen der Existenz verschiedener differenzierbarer Strukturen und Anwendungen der Mathematik von Eichtheorien (Instantonen, Donaldson-, Floer- und Seiberg/Witten-Invariante u. a.) auf algebraische Flächen. Nachdem Simon Donaldson mit ℙ2#9⋅ℙ¯2 ein Beispiel einer 4-Mannigfaltigkeit mit zwei differenzierbaren Strukturen gegeben hatte, zeigten Okonek und van de Ven (und unabhängig John Morgan und Robert Friedman), dass es unendlich viele differenzierbare Strukturen auf diesem Raum gibt.

Zu seinen Doktoranden gehören die späteren Hochschullehrer Andrei Teleman, Alexander H. W. Schmitt und Manfred Lehn.

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Todesfälle Mai. Stadt Zürich, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  2. ↑ In Memoriam Prof. Dr. Christian Okonek, Emeritierter Professor für Mathematik. Universität Zürich, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  3. ↑ Traueranzeige Cristian Okonek. In: Trauer-Anzeigen.de. 25. April 2026, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  4. 1 2 Christian Okonek im Mathematics Genealogy Project (englisch)
  5. ↑ Biographie zu seinem Aufsatz Die vierte Dimension in Elemente der Mathematik, 1995.
  6. ↑ Okonek, C.: Die vierte Dimension. In: Elemente der Mathematik. Band 50, Nr. 3. Birkhäuser, 1995, S. 107 ff. (uni-goettingen.de [abgerufen am 18. Oktober 2026]).
  7. ↑ Christian Okonek, Antonius van de Ven: Stable bundles and differentiable structures on certain elliptic surfaces. In: Göttinger Digitalisierungszentrum, ursprünglich Inventiones mathematicae (Springer). SUB Staats-und Universitätsbibliothek Göttingen, S. 357–370, abgerufen am 17. März 2021.
  8. ↑ Basiert auf seiner Antrittsrede an der Universität Zürich 1994