
Christian Pross (* 3. Juli 1948 in Göppingen) ist ein deutscher Arzt, Psychotherapeut und Medizinhistoriker. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Medizin im Nationalsozialismus und der Psychotraumatologie.
Christian Pross wurde am 3. Juli 1948 in Göppingen geboren. Nach Schulbesuch und Abitur 1966 am Taunusgymnasium Königstein/Ts. studierte er von 1968 bis 1974 Humanmedizin an der Universität Heidelberg. Von 1971 bis 1972 war er DAAD-Stipendiat an der Bristol Medical School UK. Von 1976 bis 1983 absolvierte er in Berlin an der Kinderklinik des Rudolf-Virchow-Krankenhauses und am Krankenhaus Moabit eine Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. 1980 wurde er an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit über Die frühkindliche und perinatale Morbidität nach Entbindungen durch Saugglocke und Zange unter besonderer Berücksichtigung des protrahierten Geburtsverlaufs promoviert.
1983–1984 leitete Christian Pross ein Projekt über die Verfolgung jüdischer Ärzte am Krankenhaus Moabit. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden 1984 in einer Ausstellung und in einem Buch dargelegt.
1985 bis 1986 arbeitete er als Stipendiat am Hamburger Institut für Sozialforschung über die deutsche „Wiedergutmachungspolitik“ und über die medizinische Begutachtung von KZ-Überlebenden.
1987 bis 1988 forschte er als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Institute of the History of Medicine der Johns Hopkins University in Baltimore/USA in einem Projekt über die Haltung deutscher Emigrantenärzte zur Medizin im Nationalsozialismus.
Anlässlich des 92. Deutschen Ärztetages in Berlin im Mai 1989 organisierte Christian Pross als Projektleiter die Ausstellung Der Wert des Menschen – Medizin in Deutschland 1918–1945.
1991, nach dem ersten Golfkrieg, wurde er von der Ärztekammer Berlin und vom Senat von Berlin beauftragt, die Hilfsaktion Berliner helfen Kurden zu leiten. Im Rahmen dieser Aktion wurde im Süden der Türkei ein Feldlazarett für irakisch-kurdische Flüchtlinge betrieben. Außerdem wurden fünf Landambulatorien in Nordirak eingerichtet.
Die Beschäftigung mit dem Trauma der KZ-Überlebenden und die bei der Hilfsaktion für kurdische Flüchtlinge gemachten Erfahrungen führten 1992 zur Gründung des Behandlungszentrums für Folteropfer Berlin (bzfo), das Christian Pross bis 2003 leitete.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pross, Christian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Arzt, Psychotherapeut und Medizinhistoriker |
| GEBURTSDATUM | 3. Juli 1948 |
| GEBURTSORT | Göppingen |