Christiane Brosius

Christiane Brosius (* 1966) ist eine deutsche Ethnologin und Südasienwissenschaftlerin. Seit 2009 besetzt sie die Professur für Bild- und Medienethnologie am Heidelberg Centre for Transcultural Studies (HCTS) der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Leben und Wirken

Christiane Brosius studierte an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main Kunstpädagogik, Kunstgeschichte und Kulturanthropologie. Studienaufenthalte an der Oxford Brookes University und an der School of Oriental and African Studies (SOAS) in London wurden durch Arbeitsaufenthalte im Bereich der Museumspädagogik in Edinburgh, London und Frankfurt ergänzt. Im Jahr 2000 wurde Brosius bei Werner Schiffauer an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) im Fach Vergleichende Kultur- und Sozialanthropologie zum Thema Medienproduktion im Hindunationalismus promoviert. Im selben Jahr erhielt sie am Institut für Theaterwissenschaft an der Gutenberg-Universität in Mainz eine Stelle als Postdoktorand, wo sie im Rahmen des DFG-geförderten Schwerpunktprogrammes Theatralität. Theater als kulturelles Modell in den vergleichenden Kulturwissenschaften zum Thema Kolonialismus und die Repräsentation Ozeaniens in frühen Filmen (1900–1931) forschte.

Von 2002 bis 2009 war Brosius Assistentin in der Abteilung Ethnologie des Südasien-Instituts der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 2005 arbeitete sie als Visiting Associate Professor an der School of Arts and Aesthetics an der Jawaharlal Nehru University in Delhi. 2008 erfolgte die Habilitation in Ethnologie an der Universität Heidelberg. 2009 erhielt sie im Rahmen der Exzellenzinitiative einen Ruf an die Universität Heidelberg zum Exzellenzcluster Asien und Europa im globalen Kontext.

Von 2002 bis 2009 war Brosius ebenfalls Mitglied und Projektleiterin am Sonderforschungsbereich Ritualdynamik (SFB 619). 2015 war sie Senior Fellow am Europainstitut der Universität Basel im Global-Ageing-Programm zum Thema „Intergenerational perspectives on aging in urbanising Nepal“ und von 2016 bis 2017 Fellow des Marsilius-Kollegs der Universität Heidelberg zu dem Thema "Beyond North and South, comparative urban research in the context of natural and social resource conflicts" in Zusammenarbeit mit Ulrike Gerhard und Katja Patzel-Mattern. Für das Wintersemester 2021/22 und das Sommersemester 2022 wurde Brosius erneut zum Fellow des Marsilius-Kollegs ernannt, um mit Stefan Trautmann und Alexis Maizel am Thema der "Robustness" zu arbeiten.

Christiane Brosius war von 2013 bis 2017 Projektleiterin des von Humanities in the European Research Area (HERA) geförderten EU-Projektes Creating the 'New' Asian Woman: Entanglements of Urban Space, Cultural Encounters and Gendered Identities in Shanghai and Delhi. Von 2016 bis 2020 war Brosius Mitglied des DAAD-geförderten Forschungsprojekts New Directions in 'Active Ageing' and 'Age-Friendly Culture' in India and Germany an.

Von 2017 bis 2019 war Christiane Brosius Koordinatorin des Teilprojektes „Transkulturelle Studien“ für Nachwuchsgruppen in den Geisteswissenschaften. Seit 2018 ist sie Ko-Sprecherin (sowie Mitbegründerin) der Shaping Asia-Networking Initiative und Projektleiterin des Nepal Heritage Documentation Pilot (NHDP, bis 2026). Seit 2020 ist sie Mitglied des Beirats des Heidelberg University Publishings (HeiUP) sowie Projektleiterin des DAAD-geförderten Projekts Urban transformation and placemaking: Fostering Learning from South Asia and Germany (2020–2023). Seit April 2021 ist sie geschäftsführende Direktorin des HCTS und seit Mai Sprecherin der Flagship Initiative Transforming Cultural Heritage (FITCH), welcher sie seit 2020 angehört. Ab Herbst 2021 leitet Brosius das internationale Forschungsprojekt Heritage as Placemaking: The Politics of Solidarity and Erasure in South Asia, zusammen mit Stefanie Lotter (SOAS London), Sabin Ninglekhu (Social Science Baha, Kathmandu), Sasanka Perera (South Asian University, Delhi). Das Projekt ist Teil der Initiative Global Issues – Integrating Different Perspectives on Heritage and Change und am Rijksbanken Jubileumsfond für Geistes- und Sozialwissenschaften angesiedelt.

Forschungsschwerpunkte

Christiane Brosius legt in ihrer Forschungsarbeit den Schwerpunkt auf Populärkultur und Zeitgenössische Kunst sowie neue Medien in Nepal und Indien. Dabei spielen Urbanistik, Lebenslaufforschung sowie Migration eine zentrale Rolle. Rezente Forschungen zu städtischem Wandel, Kulturerbe und dem Erdbeben in Nepal von 2015 analysieren den Umgang mit sozialen, kulturellen und natürlichen Ressourcen; eine Arbeit, die an der Universität Heidelberg zu Kollaborationen mit Stadtgeographen und Historikern, Stadtplanern und Architekten in Deutschland, Indien und Nepal geführt hat. Ältere Forschungsarbeiten zu Emotionskulturen im urbanen Indien sowie medialen Repräsentationen des Hindunationalismus werden nun durch neuere Projekte (z. B. 'Manly Matters. Representations of Maleness in South Asian Popular Visual Practice', Tasveerghar) fortgesetzt. Ihre Forschungen zu visueller und Medienanthropologie, Stadtforschung und Migration schlagen sich in diversen, meist forschungsbasierten, Lehrveranstaltungen nieder.

Schriften

Monographien (Auswahl)

Herausgegebene Bücher und Zeitschriftenbeiträge (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Uni Heidelberg: Cluster Asia and Europe – Uni Heidelberg: Curriculum vitae – Prof. Dr. Christiane Brosius. Abgerufen am 17. März 2017.
  2. ↑ Kulturwissenschaftlicher Sonderforschungsbereich Ritualdynamik: Home. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Dezember 2018; abgerufen am 17. März 2017 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ Philipp Freiberger: Aktuelle Fellows – Universität Heidelberg. Abgerufen am 17. März 2017.
  4. ↑ Lebenslauf von Christiane Brosius. Abgerufen am 12. Juli 2021.
  5. ↑ Geförderte Projekte. Abgerufen am 12. Juli 2021.
  6. ↑ Forschungsschwerpunkte. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. März 2017; abgerufen am 21. März 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
Personendaten
NAME Brosius, Christiane
KURZBESCHREIBUNG deutsche Ethnologin und Südasienwissenschaftlerin
GEBURTSDATUM 1966