Christina Reuter

Christina Reuter (Geburtsname: Christina Thomas; * 4. März 1985 in Aachen) ist eine deutsche Wirtschaftsingenieurin und Managerin.

Kindheit und Jugend

Christina Thomas wuchs als eines von fünf Kindern des Geigenbauers Hans-Josef Thomas in Aachen auf und legte am dortigen St. Ursula Gymnasium ihr Abitur ab.

Bereits als Kind lernte sie das Geigenspielen und erhielt noch als Grundschülerin Unterricht unter anderem bei Igor Ozim an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Mit zehn Jahren begleitete sie ihren Vater auf einer Geschäftsreise nach New York City, wo Pinchas Zukerman auf sie aufmerksam wurde. Durch ihn vermittelt erhielt sie Geigenunterricht an der Manhattan School of Music und trat bei den Sommerkonzerten auf, die Zukerman jährlich für talentierte Musiker aus der ganzen Welt auf Long Island veranstaltete.

Angeregt durch ihre Mutter, eine ehemalige aktive Dressurreiterin, begann sie sich mit etwa acht Jahren parallel zu ihrer musikalischen Ausbildung für das Reiten zu interessieren und sich auch den Kinder- und Jugendwettbewerben zu stellen. Dabei gewann sie 1999 als 14-Jährige mit ihrem damals sechsjährigen Pony das Bundeschampionat, wurde im Jahr 2000 zweimalige Silbermedaillengewinnerin bei den Deutschen Meisterschaften sowie Rheinische Meisterin und holte Gold mit dem deutschen Team bei der Pony-Europameisterschaft, ein Erfolg, den sie 2001 wiederholen konnte und sich zudem noch Einzelbronze und den Sieg im deutschen Dressurderby erkämpfte.

Studium und Beruf

Nach ihrem Abitur studierte Thomas Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Maschinenbau an der RWTH Aachen sowie Industrial Engineering an der Tsinghua University in Peking. Nach ihrem Diplomabschluss im Jahr 2010 wurde sie am Werkzeugmaschinenlabor der RWTH als studentische Hilfskraft übernommen und promovierte dort 2014 unter Günther Schuh. Danach beschäftigte das WZL sie weiter, wo sie von 2014 bis 2016 als Oberingenieurin und Abteilungsleiterin für Produktionsmanagement tätig war und maßgeblich den Aufbau der „Demonstrationsfabrik für Industrie 4.0“ unterstützte. Während dieser Zeit heiratete sie und nahm den Namen ihres Mannes „Reuter“ an.

Im Jahr 2016 folgte der Wechsel in die Industrie und sie wurde in den Aufsichtsrat des Gabelstaplerherstellers Kion Group gewählt, womit sie in jenen Jahren die jüngste Aufsichtsrätin eines börsennotierten Unternehmens in Deutschland war. Ein Jahr später folgte der Wechsel zum Luft- und Raumfahrtunternehmen Airbus, bei dem Reuter mehrere Führungsaufgaben übernommen hatte, unter anderem als Head of Manufacturing Engieneering and Operational Excellence, Space Equipment Operations und als Head of Digital Design.

Schließlich folgte Reuter im Jahr 2025 einem Ruf an die Technische Universität München, wo sie seitdem den neu gegründeten Lehrstuhl für Nachhaltige Produktionssysteme am Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften innehat und zugleich neben Rüdiger Daub und Michael Zäh Leiterin des Instituts ist. Zu den Schwerpunkten ihrer Tätigkeit zählen die Bereiche nachhaltige Produktionssysteme, Produktionsmanagement und Produktionslogistik.

Neben ihrer beruflichen Verpflichtung ist Reuter Mitglied im Frauennetzwerk „Generation CEO e. V.“ und seit 2025 Mitglied des Aufsichtsrats bei Werder Bremen.

Christina Reuter lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in München.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Helga Raue: „Ich finde, dass ich alles richtig gemacht habe“, in Aachener Zeitung vom 21. Juli 2021
  2. ↑ Ann-Kathrin Eckard: Junge weibliche Elite auf der Überholspur, Bericht in der Süddeutschen Zeitung vom 26. April 2019
  3. ↑ Neubesetzung des Aufsichtsrats, Pressemitteilung auf werder.de vom 12. Oktober 2025
  4. ↑ Aufsichtsrat Werder Bremen
Personendaten
NAME Reuter, Christina
ALTERNATIVNAMEN Thomas, Christina (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG deutsche Wirtschaftsingenieurin und Managerin
GEBURTSDATUM 4. März 1985
GEBURTSORT Aachen