
Christoph Birkmann (* 10. Januar 1703 in Nürnberg; † 11. März 1771 ebenda) war ein deutscher evangelischer Theologe und geistlicher Dichter. Als Bach-Schüler war er Textdichter zahlreicher Bachkantaten.
Christoph Birkmann wurde in ärmlichen Verhältnissen geboren, konnte aber die Lorenzer Armenschule und danach die Lateinschule am Heilig-Geist-Spital besuchen, und zeigte früh musikalisches Talent. Birkmann studierte ab 1723 zunächst an der Universität Altdorf, wo er zusammen mit Michael Kelsch ein Collegium musicum initiierte und auch Kantaten komponierte. 1724 wechselte er an die Universität Leipzig, wo ihn sein Mentor Christian August Hausen der Jüngere zum Studium der Mathematik ermutigte. Der vielseitig begabte Birkmann entschloss sich jedoch letztlich doch zum Studium der Theologie. Während dieser Zeit wirkte er als Musiker an Bachs Collegia musica und seinen Kantatenaufführungen mit; es ist jedoch nicht bekannt, ob als Sänger oder als Instrumentalist. Auch ist nicht bekannt, welches Instrument er beherrschte. 1727 kehrte er aus Leipzig in seine Heimatstadt Nürnberg zurück. 1728 trat er in Hersbruck eine Stelle als „Informator“ (Hauslehrer) bei der Familie Pömer von Diepoltsdorf an. 1731 zog er wieder nach Nürnberg, wo er am 8. August 1731 zum Prediger ordiniert wurde. 1741 wurde er Diakon an St. Egidien in Nürnberg, der kurz zuvor neu errichteten und einzigen Barockkirche der Stadt, und ab 1759 ebendort Feiertagsprediger. 1747 reduzierte er aus gesundheitlichen Gründen seine Predigertätigkeit und wurde 1759 schließlich Senior.
Am 11. November 1732 heiratete er Sophia Magdalena geb. Bickelmann, die von Christian Gottlieb Jöcher als Dichterin genannt ist. Sie starb jedoch bereits nach wenigen Monaten am 5. Februar 1733. Birkmann heiratete darauf am 30. Juni 1733 die Pastorentochter Sibylla Magdalena geb. Oehm († 1771), mit der er sieben Kinder hatte, von denen jedoch nur die älteste Tochter Magdalena Barbara (1734–1801) das Erwachsenenalter erreichte.
Birkmann verfasste in den Jahren 1726 und 1727 mehrere Kantatentexte für Johann Sebastian Bach, die im direkten Austausch mit Bach entstanden sein müssen. Die genaue Zuschreibung ist aber unsicher. Folgende acht Kantaten werden Birkmann aufgrund stilistischer Gemeinsamkeiten von der neueren Forschung zugeschrieben:
1728 ließ Birkmann eine Kompilation von Kantatentexten für alle 71 Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres im Druck erscheinen. Der Titel lautet:
Bei der Textsammlung handelt es sich jedoch nicht ausschließlich um Birkmanns eigene oder auch nur neue, erstmals gedruckte Texte. Vielmehr zeigen die Texte eine hohe (wenn auch nicht vollständige) Übereinstimmung mit den Kantaten, die in Birkmanns Leipziger Studienjahren 1724 und 1725 von Johann Sebastian Bach aufgeführt wurden, was einige vorsichtige Neuerkenntnisse bezüglich bislang bestehender Überlieferungslücken in diesem Zeitraum erlaubt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Birkmann, Christoph |
| ALTERNATIVNAMEN | Birkmann, Christophorus; Birckmann, Christoph; Bürkmann, Christoph |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher evangelischer Theologe und Kantatendichter |
| GEBURTSDATUM | 10. Januar 1703 |
| GEBURTSORT | Nürnberg |
| STERBEDATUM | 11. März 1771 |
| STERBEORT | Nürnberg |