Christophorus Bulaeus

Christophorus Bulaeus, Kupferstichportrait um 1660
Anna Justina Cramer, geb. Bulaeus, Tochter von Christophorus und Anna Bulaeus und Ehefrau von Peter Ernst Cramer, Kupferstich von Christian Romstet

Christophorus Bulaeus (auch Christiopher oder Christoph Bulaeus, * 4. November 1602 in Kötzschenbroda; † 8. September 1677 in Dresden) war ein deutscher lutherischer Pfarrer, Theologe und Politologe.

Leben und Wirken

Bulaeus wurde als Sohn des dortigen Pfarrers Christopher Bulaeus und dessen Frau Maria geb. Hestius in Kötzschenbroda geboren, dessen Nachfolger im Amt nach dessen Tod 1622 der Schwager Augustin Prescher wurde. Bulaeus studierte in Leipzig und Wittenberg, unter anderem bei Jakob Martini, seine Magisterschrift erschien 1624 bei Glück in Leipzig.

Er wurde, eigentlich als Pfarrer für Mutzschen vorgesehen, 1631 als SS. Theologiae Studiosus zum Professor für Rhetorik an die Universität Leipzig berufen. Im gleichen Jahr zerpflückte Bulaeus die Darlegungen zum Übertritt des ehemals evangelischen Theologen Johannes Höfer, der von dem sächsischen Kurfürsten und der Universität Leipzig aufgefordert worden war, eine Streitschrift des Jesuiten Christoph Mayer zu widerlegen, und dabei selbst zum katholischen Glauben konvertierte und Jesuit wurde. 1634 studierte Andreas Kunad bei ihm.

1635 beendete er seine Professorenlaufbahn und ging als Pfarrer nach Wurzen. Hier durchlitt und beschrieb er 1637 die sog. Kreuz- und Marterwoche. 1640 promovierte er zum Dr. theol., ab 1657 ging er als Pfarrer der Kreuzkirche und Superintendent nach Dresden. Bulaeus wurde auch kursächsischer Konsistorialrat im Kirchendienst. Hier veranlasste er 1667 die erste offizielle Reformationsfeier in Sachsen.

Familie

Seine Frau Anna geb. Kramm verstarb 1669, Bulaeus 1677 in Dresden, begraben wurde er dort in der Frauenkirche. Verfasser der Trauerschrift für Bulaeus war der Theologe Martin Geier. Ihre Kinder waren:

Werke

Literatur

Commons: Christophorus Bulaeus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Michael Philipp: Biobibliographie deutscher Politologen des späten 16. bis frühen 18. Jahrhunderts (Memento vom 20. Juli 2007 im Internet Archive)
  2. ↑ Wikisource
  3. ↑ Schönthal, Johann Paul von: Derer gesamten Evangelisch Lutherischen Herren Superintendenten zu Dreßden, Leben und Todt, Dresden 1736, S. 61 f, SLUB Digitalisat
  4. ↑ Stadtwiki Dresden: Paul Bose
  5. ↑ Schönthal, Johann Paul von: Derer gesamten Evangelisch Lutherischen Herren Superintendenten zu Dreßden, Leben und Todt, Dresden 1736, S. 61 f, SLUB Digitalisat
Personendaten
NAME Bulaeus, Christophorus
ALTERNATIVNAMEN Bulaeus, Christoph; Bulaeus, Christiopher
KURZBESCHREIBUNG deutscher Theologe, Superintendent in Dresden
GEBURTSDATUM 4. November 1602
GEBURTSORT Kötzschenbroda
STERBEDATUM 8. September 1677
STERBEORT Dresden