Christoph Scherber

Christoph Scherber (* 1976 in München) ist ein deutscher Biologe. Er ist Inhaber der Professur für Biodiversitätsmonitoring an der Universität Bonn und leitet in Verbindung damit auch das Zentrum für Biodiversitätsmonitoring und Naturschutzforschung am Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels, dessen stellvertretender Generaldirektor er am Standort Bonn ist. Scherber erforscht unter anderem wie trophische Ebenen interagieren, widmet sich der Agrarökologie und der Naturschutzökologie.

Leben

Scherber studierte Biologie und schloss sein Studium 2002 an der Universität Rostock ab. Seine Diplomarbeit verfasste er am Imperial College London. 2006 wurde er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit summa cum laude promoviert.

Von 2006 bis 2012 war Scherber Postdoktorand in der Abteilung Agrarökologie der Georg-August-Universität Göttingen, wo er 2012 habilitiert wurde. 2015 folgte er einem Ruf auf die Professur für Tierökologie der Universität Münster. 2020 folgt ein Ruf auf die neu geschaffene Professur für Biodiversitätsmonitoring am Institut für Evolutionsbiologie und Ökologie der Universität Bonn. Die Professur ist mit der Leitung des Zentrums für Biodiversitätsmonitoring und Naturschutzforschung am Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels verknüpft.

Wirken

Scherbers Forschungsschwerpunkte sind trophische Interaktionen, agrarökoloogische Fragestellungen und die Naturschutzökologie.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die methodische Weiterentwicklung des Biodiversitätsmonitorings: Scherbers Arbeitsgruppe entwickelt optische und auf eDNA basierende Sensortechnologien zur automatisierten Erfassung von Insekten, etwa das nicht-tödliche, halbautomatische Malaise-Fallen-System FAIR-Device mit KI-gestützter Arterkennung. In einen EU-Horizon-Projekt werden Systeme zur Überwachung der landwirtschaftlichen Biodiversität erprobt.

Scherber tritt regelmäßig als Experte zur Biodiversitätskrise und zum Insektensterben in den Medien auf. Im Spiegel äußerte er sich zu Strategien gegen das Insektensterben und kritisierte 2025 eine im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie, die das Wetter und Klima als Hauptursache des Insektenrückgangs ausmachte, als methodisch unzureichend: „Alles ausschließlich auf Wetter und Klima zu reduzieren: Das ist zu einfach gedacht.“

Scherbers Arbeiten wurden über 15.000-mal zitiert.

Schriften (Auswahl)

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Curriculum – Christoph Scherber. Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB), abgerufen am 19. Oktober 2026.
  2. 1 2 Mitarbeiter*innen – Institut für Evolutionsbiologie und Ökologie. Universität Bonn, abgerufen am 19. Oktober 2026.
  3. ↑ forsch 2021/01 – Personalia. Universität Bonn, abgerufen am 19. Oktober 2026.
  4. ↑ J. A. Chiavassa, M. Kraft, P. Noack, S. Walther, A. Kirse, C. Scherber: The Field Automatic Insect Recognition-Device – A Non-Lethal Semi-Automatic Malaise Trap for Insect Biodiversity Monitoring: Proof of Concept. In: Ecology and Evolution. 2024, doi:10.1002/ece3.70642 (englisch).
  5. ↑ Homepage von Prof. Christoph Scherber (LIB Bonn). Abgerufen am 19. Oktober 2026.
  6. ↑ Insektensterben: „Alles ausschließlich auf Wetter und Klima zu reduzieren: Das ist zu einfach gedacht“. Der Spiegel, abgerufen am 19. Oktober 2026.
  7. ↑ Christoph Scherber – Google-Scholar-Profil. Abgerufen am 19. Oktober 2026.
Personendaten
NAME Scherber, Christoph
KURZBESCHREIBUNG deutscher Biologe
GEBURTSDATUM 1976
GEBURTSORT München