
Christophe Gomart (* 20. Juni 1960 in Saumur) ist ein französischer Militäroffizier und Politiker (LR). Er war in französischen Armee aktiv und kommandierte dort das 13e régiment de dragons parachutistes. In seiner militärischen Karriere erreichte er den Grad des Général de corps d’armée und war von 2011 bis 2013 Kommandant des Commandement des opérations spéciales und von 2013 bis 2017 Direktor des Direction du Renseignement Militaire.
Er ist seit 2024 für die Partei Les Républicains Mitglied des Europäischen Parlaments.
Gomart wurde 1960 in Saumur als Sohn des Generals Philippe Gomart geboren. Er ging mit späteren Persönlichkeiten wie Denis Favier auf die École spéciale militaire de Saint-Cyr und wurde nach Abschluss seiner Ausbildung 1983 dort Teil der Arme blindée et cavalerie des französischen Heeres. Er absolvierte hierbei die École de cavalerie de Saumur, bevor in das 13e Régiment de dragons parachutistes eingeteilt wurde.
1988 übernahm er einen Posten als Ausbilder an der École spéciale militaire de Saint-Cyr. Wie bereits sein Vater vor ihm wurde Gomart 2003 zum Kommandanten des 13e régiment de dragons parachutistes, einer Fallschirm-Fernspähregiment der Forces spéciales. Er behielt diesen Posten bis 2005, als er Stabsoffizier bei der Inspection générale des armées wurde. Anschließend war er von 2006 bis 2007 Teilnehmer der 18. nationalen Session des Institut national des hautes études de sécurité und war bis 2008 Leiter des Büros für vertrauliche Angelegenheiten des Verteidigungsministers.

Am 1. August 2011 wurde Gomart zum Kommandanten des Commandement des opérations spéciales ernannt. Unter ihm wurden unter anderem Einsätze im Bürgerkrieg in Libyen und die Opération Serval durchgeführt. Er soll dem damaligen Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian nahegestanden haben.
2013 übernahm Gomart den Posten des Direktors des militärischen Nachrichtendiensts. Am 11. Mai 2016 reiste er nach Washington, um an der ersten Sitzung des „Lafayette-Ausschusses“ teilzunehmen, dessen Ziel es ist, den Austausch von „Geheimdienstinformationen und operativen militärischen Informationen“ zwischen den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Kanada, Australien, Neuseeland und Frankreich zu fördern.
Im Jahr 2017 verließ er die französische Armee um sich dem Immobilienunternehmen Unibail-Rodamco-Westfield als Leiter für Sicherheit und Gebäudetechnik anzuschließen.
Christophe Gomart war Mitglied des Strategieausschusses des CF2R, eines von Éric Denécé geleiteten Thinktanks, welchen er 2022 verließ, da er mit der dort vertretenen Position zur russischen Invasion in der Ukraine nicht einverstanden war: „Ich kann diese Haltung absolut nicht gutheißen. In diesem Krieg gibt es einen Angreifer und einen Angegriffenen. Ich werde mich nicht auf die Seite des Angreifers stellen und Putin unterstützen“.
Bei den Europawahlen 2024 kandidierte Gomart auf dem dritten Listenplatz der konservativen Partei Les Républicains. Das Bildmaterial der Wahlwerbung, nämlich ein Foto des Generals in Militäruniform, löste eine Kontroverse aus, da ein Teil der politischen Klasse darin einen Verstoß gegen den Erlass vom 14. Dezember 2007 sah, der das Tragen von Uniformen zu politischen Zwecken verbietet.
Gomart wurde am 9. Juni 2024 ins Europäische Parlament gewählt, wo er stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Sicherheit und Verteidigung ist. Er gehört ebenfalls dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und der Delegation für die Beziehungen zu den Maschrik-Ländern an.
Er brachte während seiner Amtszeit den umstrittenen Beschluss des Europäischen Parlaments vom 18. Juni 2026 ein, in der die staatlichen Behörden in Burkina Faso kritisiert werden. Seiner Ansicht nach hätten diese den Menschen Freiheitsentzug auferlegt, während im Bereich der Sicherheit nur geringe Erfolge erzielt worden seien. Dieser Beschluss führte am 26. Juni 202 zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Burkina Faso und Frankreich.

Gomart gilt als dem Vorsitzenden der Républicains und Präsidentschaftskandidaten Bruno Retailleau nahestehend und begleitete diesen auf seiner ersten Reise als Kandidat in die Ukraine.
In internationalen Fragen vertritt er eine Linie, die als im Widerspruch zu der der anderen Verteidigungsexperten von Bruno Retailleau angesehen wird, insbesondere des Senators Cédric Perrin und des Abgeordneten Jean-Louis Thiériot. Er ist der Ansicht, dass Afrika zugunsten der Unterstützung der Ukraine vernachlässigt wird, und bedauert den Abzug der französischen Truppen vom Kontinent. Was den russisch-ukrainischen Konflikt betrifft, äußerte er Zweifel an der Fähigkeit der Ukraine, den Konflikt zu gewinnen, und plädiert für einen Ansatz, den er als realistisch bezeichnet.
In der Innenpolitik steht er Éric Ciotti nahe, dem Vorsitzenden der Union des droites pour la République, und ist ein vehementer Gegner des Präsidenten Emmanuel Macron. Im März 2026 unterstützte er die Kandidatur von Ciotti bei den Kommunalwahlen in Nizza gegen den amtierenden Bürgermeister Christian Estrosi, obwohl Les Républicains diesen im Rahmen einer Vereinbarung mit Horizons offiziell unterstützten.
Sein Name regelmäßig als möglicher Verteidigungsminister im Falle einer Regierung aus Les Républicains und dem RN genannt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gomart, Christophe |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 20. Juni 1960 |
| GEBURTSORT | Saumur |