Christopher Goodnow

Christopher Carl „Chris“ Goodnow (* 19. September 1959 in Hongkong) ist ein US-amerikanisch-australischer Immunologe am Garvan Institute of Medical Research und an der University of New South Wales. Er ist vor allem für seine Arbeiten zur Unterdrückung autoaggressiver B-Lymphozyten (B-Zell-Toleranz) und deren Bedeutung für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen bekannt.

Leben und Wirken

Goodnow studierte Tiermedizin an der Universität Sydney (Bachelor 1984) und graduierte bei Antony Basten und Ronald J. Trent ebendort (Ph.D. 1990). Als Postdoktorand arbeitete er bei Gustav Nossal am Eliza Hall Institute of Medical Research an der Universität Sydney und wiederum bei Basten. Außerdem führte ein Forschungsaufenthalt Goodnow zu Mark M. Davis an die Stanford University, wo er 1990 eine erste Professur (Assistant Professor) erhielt. 1997 wechselte Goodnow als Professor und Direktor des Medical Genome Centre an die Australian National University, wo er 2007 die Leitung der Abteilung für Genetik und Immunologie übernahm. 2015 ging er an das Garvan Institute of Medical Research. Stand 2026 ist er dort Direktor und zugleich Professor und Direktor des Cellular Genomics Futures Institute der University of New South Wales, beide Institutionen in Sydney.

Christopher Goodnow und Mitarbeiter konnten wesentlich zum Verständnis der Entstehung von Autoimmunerkrankungen beitragen. Sie konnten zeigen, dass autoreaktive B-Lymphozyten nicht – wie zuvor angenommen – vollständig eliminiert werden. Stattdessen werden viele von ihnen durch einen klonale Anergie genannten Prozess funktionell stillgelegt. Die Zellen bleiben aber als Reserve erhalten und können unter bestimmten Bedingungen wieder aktiviert werden und somit Autoimmunreaktionen auslösen. Goodnow wies außerdem nach, dass die B-Zell-Toleranz durch immunologische Checkpoints kontrolliert wird. Versagen mehrere dieser Kontrollmechanismen, können Autoimmunerkrankungen entstehen. Dabei entdeckte er grundlegende Parallelen zu den Mechanismen der Krebsentstehung. Goodnows Arbeiten haben das Verständnis von Selbsttoleranz, Autoimmunität und der individuellen Entstehung von Autoimmunerkrankungen wesentlich erweitert und Grundlagen für personalisierte Therapien geschaffen.

Goodnow hat laut Google Scholar einen h-Index von 111, laut Datenbank Scopus einen von 96 (jeweils Stand Oktober 2026). Zu seinen Schülern zählt Kevan M. Shokat.

Auszeichnungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Chris Goodnow. In: scholar.google.de. Google Scholar, abgerufen am 4. Oktober 2026.
  2. ↑ Goodnow, Christopher C. In: scopus.com. Scopus, abgerufen am 4. Oktober 2026 (englisch).
  3. ↑ Chris Goodnow. In: science.org.au. Australian Academy of Science, abgerufen am 4. Oktober 2026 (englisch).
  4. ↑ Professor Christopher Carl GOODNOW. In: pmc.gov.au. Abgerufen am 4. Oktober 2026 (englisch).
  5. ↑ Professor Christopher Goodnow FRS. In: royalsociety.org. Royal Society, abgerufen am 4. Oktober 2026 (englisch).
  6. ↑ Christopher C. Goodnow. In: nasonline.org. National Academy of Sciences, abgerufen am 4. Oktober 2026 (englisch).
  7. ↑ The Crafoord Prize in Polyarthritis 2025. In: crafoordprize.se. 30. Januar 2025, abgerufen am 4. Oktober 2026 (englisch).
  8. ↑ Emory Max Cooper Prize in Immunology. In: emory.edu. Emory School of Medicine, abgerufen am 4. Oktober 2026 (englisch).
  9. ↑ Joachim Pietzsch: Christopher Goodnow wird mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2027 ausgezeichnet. In: idw-online.de. Paul Ehrlich-Stiftung, 15. September 2026, abgerufen am 4. Oktober 2026.
Personendaten
NAME Goodnow, Christopher
ALTERNATIVNAMEN Goodnow, Christopher C.; Goodnow, Christopher Carl; Goodnow, Chris
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanisch-australischer Immunologe
GEBURTSDATUM 19. September 1959
GEBURTSORT Hongkong