
Christopher Merret (oder Merrett, * 16. Februar 1614 in Winchcombe, Gloucestershire; † 19. August 1695 in London) war ein englischer Arzt und Naturforscher.
Merret war der Sohn seines gleichnamigen Vaters. 1631 wurde er als Student der Gloucester Hall in Oxford zugelassen. Nach etwa zwei Jahren wechselte Merret an das Oriel College, wo er am 24. Januar 1634 als Baccalaureus Artium (B.A.) graduierte. Er wechselte zurück zur Gloucester Hall, um dort Medizin zu studieren. Am 30. Juni 1636 erwarb er dort den Grad eines Medicinae Baccalaureus (M.B.). Am 31. Januar 1643 wurde Merret schließlich zum Doctor Medicinae (D.M.) promoviert.
Etwa 1640 ließ er sich in London nieder. Merret heiratete Ann Jenour (oder Jenner), mit der er mindestens zwei Söhne hatte.
Am 30. September 1648 wurde er Kandidat des Royal College of Physicians und am 16. Mai 1651 dessen „Fellow“. 1654 hielt Merret die Goulston-Vorlesung. Mehrfach (1657, 1658, 1660, 1661, 1662, 1663 und 1670) wirkte er als Zensor des Colleges. Am 25. Juni 1681 wurde als Mitglied des Colleges ausgeschlossen.
Am 2. Februar 1654 wurde ein Neubau für die Bibliothek des Royal College of Physicians eröffnet. Auf Vorschlag von William Harvey wurde Merret zu dessen Kurator auf Lebenszeit ernannt. Damit verbunden war ein Stipendium von 20 Pfund im Jahr sowie mietfreie Unterkunft im Kolleghaus in Amen Corner.
Auf Anregung von Robert Boyle übersetzte er Antonio Neris Schrift L’arte vetraria (1612). Merret wiederholte dessen Experimente und fügte dem Werk eigene Beobachtungen hinzu, wodurch sich der Umfang des Werkes fast verdoppelte. Die Übersetzung wurde 1662 unter dem Titel The art of glass in London veröffentlicht. Die Übersetzung wurde ergänzt mit Robert Morays Experimenten an den Prince Ruperts Tropfen, über die dieser am 14. August 1661 vor der Royal Society berichtete.
Am 20. Mai 1663 wurde Merret Mitglied („Original Fellow“) der Royal Society. Am 22. Juli 1685 wurde er ausgeschlossen, da er seinen Mitgliedsbeitrag nicht zahlte.
Am 17. Dezember 1662 präsentierte er seine Beobachtungen über die Modifikation von Weine in der Royal Society. In diesem Werk beschreibt Merret eine Methode wie die Winzer durch Zugabe von entsprechenden Mengen an Zucker oder Melasse, die Weine erfrischend und prickelnd machen können (siehe auch Schaumweine).
Das 1666 veröffentlichte Pinax rerum naturalium Britannicarum gilt als eine erste Beschreibung der englischen Fauna, inklusive einer Beschreibungen von Fossilien und Mineralien.
Seine letzten Jahre verbrachte Merret in seinem Haus in Hatton Garden. Er wurde auf dem Friedhof von St Andrew in London bestattet.
Bücher
Zeitschriftenbeiträge
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Merret, Christopher |
| ALTERNATIVNAMEN | Merrett, Christopher |
| KURZBESCHREIBUNG | englischer Arzt und Naturforscher |
| GEBURTSDATUM | 16. Februar 1614 |
| GEBURTSORT | Winchcombe |
| STERBEDATUM | 19. August 1695 |
| STERBEORT | London |