

Christopher Polhem (auch Polhammar; * 18. Dezember 1661 in Tingstäde, Gotland; † 30. August 1751 in Stockholm) war ein schwedischer Wissenschaftler und Erfinder sowie Mitglied der schwedischen Akademie der Wissenschaften. Aufgrund seiner Bedeutung wird er auch „Vater der wissenschaftlichen Technik Schwedens“ genannt.
Polhem war ein Sohn des Wulf Christoffer Polhammar (1606–1669), der über den Seeweg nach Gotland kam und sich später als Kaufmann in Visby niederließ. Dessen Vater war aufgrund religiöser Verfolgung nach Pommern ausgewandert und änderte den Namen von Polheimer auf Polhammer. Polhems Mutter war Christina Ericsdotter (geborene Schening; 1625–1715) die sein Vater 1660 geheiratet hatte.
Polhem studierte ab 1687 an der Universität Uppsala Mathematik und Physik. 1697 gründete er die erste schwedische Ingenieursschule, das Laborium mechanicum in Stockholm (später nach Falun bzw. Stjärnsund verlegt). Für die Unterweisung seiner Schüler schuf Polhem eine Sammlung von Holzmodellen, anhand derer verschiedene mechanische Bewegungsabläufe erklärt werden konnten, das so genannte mechanische Alphabet.
Im Sommer 1707 war er mehrere Wochen im Oberharz, um die dortigen Bergbauanlagen zu inspizieren und Vorschläge für mechanische Neuerungen zu unterbreiten. Eine Folge dieses Besuchs war darüber hinaus die Aussendung des Markscheiders Bernhard Ripking und des Zimmermanns Christian Schwartzkopfs aus dem Harz zur Ausbildung nach Schweden, um bei Polhem zu lernen.

Er wurde 1716 geadelt und änderte seinen Namen von Polhammar in Polhem. In Stjärnsund baute er mehrere Manufakturen auf, deren Anlagen mit Wasserkraft betrieben wurden.
Polhem war auch mit dem Entwurf der Schleusen zur Umgehung der Trollhättanfälle im Göta älv beauftragt, war damit jedoch nicht erfolgreich. Polhem wurde beauftragt, Schleusen hinter den Trollhätte-Wasserfällen im Göta-Fluss zu bauen. Sie kamen nie in Betrieb, Es gibt aber einige unvollendete Schleusen im Fallbereich in Trollhättan (Polhems slussled). Trotzdem wurden später seine Grundgedanken zur Führung und der anzuwendenden Technik zum Trollhätte-Kanal umgesetzt.
Von 1876 bis 1920 war ein nach ihm benanntes wassergetriebenes Antriebssystem zur Entwässerung von Erzgruben, das Polhemsrad, in der schwedischen Region Bergslagen in Betrieb.
Das Polhem-Schloss war ein Vorgänger des Sicherheitsschlosses, konkret war es ein frühes Vorhängeschloss.
Polhem heiratete am 26. oder 28. Dezember 1691 die aus Deutschland stammende Maria Hoffman (24. August 1671 – 14. Oktober 1735), mit der er mehrere Kinder hatte.
Sein Neffe Anders Polhammer (1705–1767) wurde als Uhrmacher bekannt.
Anlässlich von Polhems 250. Geburtstag am 18. Dezember 1911 wurde vom Verein Svenska Teknologföreningen eine Polhem-Stiftung ins Leben gerufen, die für angehende Ingenieure Reiseunterstützungen zahlte sowie eine Polhem-Gedenkmünze für wissenschaftliche Leistungen verlieh. Weitere Ehrungen sind
Heute verleiht Sveriges Ingenjörer den Polhem-Priset (Polhem-Preis) an Erfinder und Entwickler.
In dem schwedischen Kinderbuch Morgen, Findus, wird’s was geben von Sven Nordqvist träumt der Protagonist Pettersson davon, dass Christopher Polhem ihm im Traum Ratschläge zum Bau einer Maschine erteilt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Polhem, Christopher |
| ALTERNATIVNAMEN | Polhammar, Christopher |
| KURZBESCHREIBUNG | schwedischer Wissenschaftler und Erfinder |
| GEBURTSDATUM | 18. Dezember 1661 |
| GEBURTSORT | Tingstäde, nach anderen Quellen Visby, Gotland |
| STERBEDATUM | 30. August 1751 |
| STERBEORT | Stockholm |