Cilly Helten

Cilly Helten (* 26. Oktober 1908 in Düsseldorf; † 29. März 1974 in Wien) war eine deutsche Kommunistin und Widerstandskämpferin.

Werdegang

Cäcilie „Cilly“ Anna Helten kam 1908 in Düsseldorf zur Welt. Schon vor der Machtergreifung und der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten kam sie mit Mitgliedern der Düsseldorfer Kommunistischen Partei in Kontakt und wurde selbst aktives Mitglied. Ihre Hauptaufgabe in der KPD war die Verbreitung von Flugblättern. Im Rahmen einer großen Verhaftungswelle wurde sie am 25. Mai 1934 festgenommen und wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt. Im März 1937 wurde sie freigelassen, absolvierte eine Ausbildung zur Kontoristin und arbeitete in den nächsten Jahren in ihrem Beruf in Düsseldorf.

Widerstand und Deportation im Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Cilly Helten im März 1942 wegen „Rundfunkvergehen“ verhaftet, da sie die Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen missachtet haben sollte, kam aber am 3. Juli mangels Beweisen zunächst frei.

Da sie lesbisch war und der KPD angehörte, wurde sie in „Schutzhaft“ genommen und am 12. August 1942 in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück gebracht. Dort lernte sie die österreichische Sozialdemokratin Rosa Jochmann kennen. Ihre Positionen als Blockälteste und Stubenälteste ermöglichte den beiden Frauen, immer wieder Kleidung, Medikamente und Lebensmittel für andere Häftlinge zu organisieren. Als Rosa Jochmann an Typhus erkrankte, gelang es Cilly Helten, sie vor der Ermordung im „Krankenrevier“ zu bewahren.

Weiteres Leben und Gedenken

Nach der Befreiung des KZ Ravensbrück Ende April 1945 kehrte Cilly Helten nach Düsseldorf zurück. Mit Rosa Jochmann blieb sie eng verbunden und zog 1962 zu ihr nach Wien. Sie lebte mit ihr bis zu ihrem Tod im Jahr 1974 zusammen.

Das Leben Cilly Heltens war Teil der Ausstellung mutig – weiblich – unvergessen. Düsseldorfer Frauen in der Geschichte, die von Februar bis März 2019 in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf gezeigt wurde. Erneut wurde ihr Werdegang in der Wanderausstellung gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945 vom 28. Oktober 2025 bis 5. Juli 2026 in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf beleuchtet.

2026 wurde Cilly Helten im Rahmen des Projekts Frauenorte in die Liste der FrauenOrte NRW aufgenommen.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Cilly Helten. In: FrauenOrte NRW. Abgerufen am 21. Juli 2026
  2. ↑ Anna Cäcila Helten. In: Mitteilungsblatt der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück. 12. Jahrgang, November 1974, S. 8 (pdf)
  3. 1 2 gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945. Flyer Begleitprogramm zur Sonderausstellung. In: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf (pdf)
  4. ↑ Ute Neubauer: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf: Die große Bedeutung der Frauen – "mutig – weiblich – unvergessen". In: Ddorf-aktuell. Internetzeitung Düsseldorf vom 1. Februar 2019. Abgerufen am 22. Juli 2026
Personendaten
NAME Helten, Cilly
ALTERNATIVNAMEN Helten, Cäcilie Anna; Helten, Anna Cäcila
KURZBESCHREIBUNG deutsche Kommunistin und Widerstandskämpferin
GEBURTSDATUM 26. Oktober 1908
GEBURTSORT Düsseldorf
STERBEDATUM 29. März 1974
STERBEORT Wien