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CineGraph – Hamburgisches Centrum für Filmforschung e.V. ist ein deutsches Filminstitut. Es vermittelt Ergebnisse filmhistorischer Forschung durch Kongresse und Retrospektiven, Seminare, Ausstellungen, Publikationen und Multimedia und berät und unterstützt bei Forschungsvorhaben zur Film- und Mediengeschichte. CineGraph erforscht die Filmgeschichte als Mediengeschichte, also als Darstellung der komplexen Wechselwirkung von Ästhetik, Technik, Politik und Ökonomie im zeitgeschichtlichen Umfeld.
Nach dem ersten Internationalen filmhistorischen Kongress über den aus Hamburg stammenden Filmregisseur und Schauspieler Reinhold Schünzel wurde am 2. August 1989 der eingetragene Verein CineGraph – Hamburgisches Centrum für Filmforschung e. V. als juristischer Träger für die sich erweiternden Aktivitäten gegründet.
Mit Zustimmung von Hans-Michael Bock konnte der inzwischen international etablierte Name CineGraph für den Verein übernommen werden. Die Arbeit von CineGraph wird finanziell von der Kulturbehörde Hamburg unterstützt. Seit Februar 2001 ist CineGraph Mitglied im Deutschen Kinemathekenverbund.
CineGraph betreibt eine umfangreiche filmo- und biografische Datenbank (CineBase) und hat zusammen mit dem Deutschen Filminstitut (DFI) das Internetportal www.filmportal.de konzipiert und aufgebaut. Bei den Veranstaltungen und Publikationen arbeitet CineGraph mit zahlreichen nationalen und internationalen Filminstituten zusammen.
1988 – Reinhold Schünzel – Sinnlicher Schurke, beschwingter Komödiant aus Anlass des 100. Geburtstags des in Hamburg geborenen Schauspielers und Regisseurs
1989 – Lumpen und Seide – Richard Oswald, Regisseur und Produzent
1990 – Agenten, Abenteuer & Amouren – Die Atelierwelten des Regisseurs und Produzenten Joe May
1991 – Grand Hotel Babylon - Die Nachtwelten des Autors und Regisseurs E. A. Dupont
1992 – London Calling - Deutsche im britischen Film der dreißiger Jahre
2004 wurde das cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes ins Leben gerufen, das jährlich im November stattfindet. Der Filmhistorische Kongress ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Festivals.
Teile des Festival-Programms gehen anschließend auch auf Tour nach Berlin, Prag, Wiesbaden, Zürich, Koblenz und in andere europäische Städte.
Auszeichnungen
Beim internationalen Stummfilmfestival Le giornate del cinema muto in Pordenone wurde CineGraph 2007 für seine Verdienste um das Filmerbe mit der Plakette des Festivals ausgezeichnet.
Preise
Beim cinefest wird zur Eröffnung des Festivals der Reinhold-Schünzel-Preis für Verdienste um das deutsche Filmerbe verliehen. Mit dem Willy-Haas-Preis werden Publikationen zum deutschsprachigen Film ausgezeichnet.
Den Reinhold Schünzel-Preis erhielten:
2004 Ingrid Scheib-Rothbart (†), langjährige Filmprogramm-Verantwortliche im Goethe-Haus New York.
2005 Manfred Klaue (†), ehemaliger Direktor des Staatlichen Filmarchivs der DDR und Präsident des internationalen Verbands der Filmarchive FIAF.
2006 der italienische Filmhistoriker Vittorio Martinelli (†).
2025 der Filmhistoriker, Publizist und Filmemacher Robert Fischer, München und Pürgen.
Publikationen
Nach jedem Kongress erscheint in der edition text + kritik eine Publikation (CineGraph Buch) mit den gewonnenen Erkenntnissen, die den neuesten Forschungsstand dokumentieren.
Darüber hinaus sind zahlreiche deutsche und internationale Publikationen in Zusammenarbeit mit CineGraph erschienen, u. a.:
Geschichte des Internationalen Films. Hrsg. von Geoffrey Nowell-Smith. Aus dem Englischen von Hans-Michael Bock und einem Team von Filmwissenschaftlern. Stuttgart, Weimar: Metzler, 1998, ISBN 3-476-01585-8