Claire Colinet

Claire Jeanne Roberte Colinet (geboren am 11. April 1885 in Brüssel (Saint-Gilles), Königreich Belgien; † 1950 in Asnières-sur-Seine, Frankreich) war eine französische Bildhauerin des Art déco.

Leben und Werk

Sein Vater war der Bildhauer Jean Vincent Colinet, damals 29 Jahre alt, geboren in Mechelen und verstorben in Saint-Gilles im Jahr 1890, und seine Mutter Marie Anne Baur, 37 Jahre alt, geboren in Jülich, Deutschland, als Tochter deutscher Eltern, die 1884 in Saint-Gilles geheiratet hatten.

Claire Colinet war in Brüssel eine Schülerin des Bildhauers Jef Lambeaux. Nach ihrer Ausbildung zog sie um 1910 nach Paris und wohnte später in der 59 Rue du Chateau der Ortschaft Asnières-sur-Seine im Großraum Paris.

1913 stellte sie erstmals auf dem Salon der Société des Artistes Français aus. Im darauffolgenden Jahr erhielt sie ein mention honorable, eine Erwähnung ehrenhalber, ebenso wie Demétre Chiparus und Louis Comfort Tiffany. Sie setzte sie in den Folgejahren ihre Teilnahme an den Ausstellungen im Salon des Artistes Francais fort und wurde 1929 zum Vollmitglied der Société gewählt. Zu diesem Anlass fertigte sie eine Gipsgussstatue mit dem Titel Les reves sont des bulles da savon (deutsch Träume sind Seifenblasen). 1935 zeigte sie eine Statue des jungen belgischen Prinzen und späteren Königs Albert II. Ihre letzte belegte Teilnahme an diesen Salons fiel auf das Jahr 1945. Von 1937 bis 1940 hatte sie auch auf dem Pariser Salon der Société des Artistes Indépendants ausgestellt. Sie war zudem Mitglied der Union des femmes et peintres sculpteurs (Vereinigung der Malerinnen und Bildhauerinnen).

Signatur von Claire Jeanne Roberte Colinet

Colinet war vom Exotismus beeinflusst und führte ihre Arbeiten detailliert und flüssig aus. Ihre chryselephantinen Figuren aus Bronze und Elfenbein hatten oft sehr dramatische Szenen zum Thema und zeigen die Modelle in Posen, die nicht selten eine Momentaufnahme komplizierter Tanzschritte oder aber den Höhepunkt einer biblischen Geschichte oder historischen Erzählung darstellen, aber auch Odalisken, exotische Tänzer, Jongleure und Kabarettkünstler. Die Bronze in ihren Figuren ist normalerweise patiniert und nicht emailliert, und gelegentlich mit Juwelen besetzt. Ihre Statuetten wurden hauptsächlich in den Pariser Kunstgießereien Edmond Etling, Arthur Goldscheider, Barbedienne und Les Neveux de Jules Lehmann hergestellt. Die Marmorsockel der Figuren waren oft buntscheckig und trugen Bronzeplaketten mit dekorativen Motiven, die Bezug auf das mit der Figur repräsentierte Land hatten. Wo das Thema der Figur eine gegossene Unterschrift (Cr. J. R. Colinet) nicht erlaubte, wurde diese auch gelegentlich in den Marmor geritzt.

Colinets heiratete 1910 in Brüssel (Ixelles) Georges Godchaux, einen Bauingenieur luxemburgischer Herkunft; Alberto Shayo geht fälschlicherweise davon aus, dass es sich dabei um den französischen Maler und Bildhauer Roger Godchaux (1878–1958) handelte. Sie liess sich scheiden un ging im März 1929 ihre zweite Ehe mit André Marcel Nigron ein, wodurch sie die französische Staatsbürgerschaft erhielt.

Werke (Auswahl)

Literatur

Commons: Claire Colinet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Claire Jeanne Roberte Colinet, Ankara Dancer Sculpture, circa 1930 (Sale 7387, Lot 161). In: christies.com vom 4. Mai 2007.
Personendaten
NAME Colinet, Claire
ALTERNATIVNAMEN Colinet, Claire Jeanne Roberte (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG französische Bildhauerin des Art déco
GEBURTSDATUM 1880
GEBURTSORT Brüssel, Königreich Belgien
STERBEDATUM 1950
STERBEORT Asnières-sur-Seine, Frankreich