


Claus Prokop (* 15. Oktober 1966 in Klagenfurt) ist ein österreichischer bildender Künstler.
Claus Prokop absolvierte von 1985 bis 1992 ein Architekturstudium an der TU Wien und arbeitete anschließend für verschiedene Architekturbüros. 1993 besuchte er die Malerei-Klasse von Hermann Nitsch an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg. Danach studierte er bis 1997 Malerei bei Markus Prachensky an der Akademie der bildenden Künste Wien. In diesen Zeitraum fällt auch ein Studiensemester an der Cooper Union School of Art in New York (1996) sowie erste Ausstellungsbeteiligungen (ab 1994). In den folgenden Jahren erweiterte Claus Prokop die Bandbreite der von ihm eingesetzten künstlerischen Verfahren, Mittel und Materialien; inzwischen umfasst sein Werk neben Malerei auch Objekt- und Videokunst, Kunst am Bau und im öffentlichen Raum.
2004 gründete er mit dem Grafiker Karl Ulbl und dem IT-Entwickler Roland Rust das orthochrome – archiv für analoge alltagsfotografie.
Claus Prokop war von 1997 bis 2019 Mitglied im Kunstverein Kärnten und ist seit 2005 Mitglied der Linzer Künstlervereinigung MAERZ. Er lebt und arbeitet in Wien.
Charakteristisch für Prokops künstlerisches Schaffen ist die Suche nach einer grundlegenden, gemeinsamen Struktur von – als gegensätzlich definierten – Systemen wie Ordnung und Chaos, Wiederholung und Abweichung. Seine Arbeiten kennzeichnet ein serieller Ansatz, der jedoch nicht auf dem exakten Kopieren einzelner Formen oder Elemente beruht, die dann im Ganzen ein regelmäßiges Muster ergeben. Vielmehr werden von Prokop durch minimale Abweichungen (bei Bildern auch: Übermalungen, schichtweises Übereinanderlegen) der einzelnen, seriell wiederholten geometrischen Formen – wobei Prokop oft von Kreisen ausgeht – und durch „bewusste rhythmische Störungen“ Strukturen erzeugt, die einer organischen, sich stetig verändernden „offenen Ordnung“ (Antonio Rosa de Pauli) zu entsprechen scheinen. Dieser Aspekt der Offenheit verstärkt zudem eine beabsichtigte, werkübergreifende Beziehung der einzelnen Arbeiten zueinander und zum sie umgebenden Raum.
Der österreichische Kunsthistoriker und Kurator Antonio Rosa de Pauli schreibt 2025 anlässlich der Einzelausstellung des Künstlers im Museum Angerlehner: „Prokops Arbeiten sind […] präzise durchdachte Bildsysteme. Gerade die Methode der Wiederholung wird in diesen nicht als statisches Prinzip gesehen, sondern ist Strategie der Differenz – ein Prozess, bei dem jede neue Form ein neues Verhältnis zum Ganzen eröffnet.“
Das Verfahren, „Wiederholung als Strategie der Differenz“ einzusetzen, betrifft auch, als Methode der Weiterentwicklung, Prokops Kunstschaffen überhaupt. Als Anregung und Ausgangspunkt für neue Arbeiten dienen dem Künstler frühere, die er – um eine alternative Sichtweise auf sie zu erhalten – ganz oder ausschnittweise etwa fotografiert, fotokopiert oder digitalisiert, also in einem anderen Medium quasi wiederholt und verfremdet. Diese selbstreferenzielle Komponente wird von Claus Prokop als Autogamie (Eigenbefruchtung) bezeichnet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Prokop, Claus |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer bildender Künstler |
| GEBURTSDATUM | 15. Oktober 1966 |
| GEBURTSORT | Klagenfurt |