
Der Clawson-Punkt in einem Dreieck ist einer der ausgezeichneten Punkte des Dreiecks. Er kann auf folgende zwei Arten konstruiert werden und hat die Kimberling-Nummer X(19). Der Punkt wurde nach John Wentworth Clawson benannt und 1886 von Émile Lemoine untersucht.
Für ein beliebiges Dreieck mit Winkeln in den Punkten ist der Clawson-Punkt definiert als der Punkt mit den trilinearen Koordinaten .
Konstruiere zum gegebenen Dreieck das Höhenfußpunktdreieck (siehe nebenstehende Zeichnung) und das von den gemeinsamen äußeren Tangenten von jeweils zwei der drei Ankreise gebildete Dreieck . Man kann zeigen, dass diese beiden Dreiecke paarweise parallele Seiten haben und sich daher die Geraden (gestrichelt in nebenstehender Zeichnung) durch die entsprechenden Eckpunkte dieser beiden ähnlichen Dreiecke in einem Punkt, im sogenannten Ähnlichkeitszentrum, schneiden. Dieser Punkt heißt der Clawson-Punkt.

Konstruiere zum gegebenen Dreieck ABC den Umkreis und die Ankreise. Jeder Ankreis schneidet den Umkreis in zwei Punkten, die damit jeweils eine Sehne festlegen. Die Verlängerungen dieser Sehnen bilden ein Dreieck (blau in nebenstehender Zeichnung), wobei der Schnittpunkt der Sehnenverlängerungen der Ankreise an den Seiten mit Endpunkt ist, und entsprechend und . Man kann zeigen, dass sich die Geraden , und (rot gestrichelt in nebenstehender Zeichnung) in einem Punkt schneiden. Man sagt in dieser Situation auch, dass die beiden Dreiecke perspektivisch liegen mit dem Schnittpunkt als „Perspektivitätszentrum“. Dieser Punkt ist der Clawson-Punkt, das heißt, man kann nachweisen, dass er mit dem Punkt der ersten Konstruktion übereinstimmt.
Die baryzentrischen Koordinaten des Clawson-Punkts sind
wobei , und wie üblich die Längen der Dreiecksseiten gegenüber den Eckpunkten , und bezeichnen.