Codonopsis

Codonopsis

Codonopsis lanceolata

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Unterfamilie: Campanuloideae
Gattung: Codonopsis
Wissenschaftlicher Name
Codonopsis
Wall.

Die Gattung Codonopsis, manchmal Tigerglocken genannt, gehört zur Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae). Die 42 bis 67 Arten sind in Zentral-, Süd- sowie Ostasien verbreitet mit Schwerpunkt im Himalaya und südwestlichen China.

Beschreibung

Illustration von Codonopsis lanceolata
Illustration aus Flore des Serres, Volume 15 von Codonopsis gracilis

Vegetative Merkmale

Codonopsis-Arten sind überwiegend kriechend, niederliegend oder kletternd, selten aufrecht wachsende, ausdauernde krautige Pflanzen oder selten Sträucher. Sie besitzen Knollen als Überdauerungsorgane.

Die gegenständig oder wirtelig angeordneten Laubblätter sind mit oder ohne Blattstiel.

Generative Merkmale

Die relativ großen und oft hängenden, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Manche Arten haben einen stechend-ranzigen Geruch, ähnlich dem von Katzenurin. Die fünf blauen, purpurfarbenen, grünen, gelben oder weißen Kronblätter sind glockenförmig, trichterförmig oder röhrig verwachsen, wobei die Kronröhre länger ist als die Kronzähne. Es ist nur ein Kreis mit fünf freien Staubblättern vorhanden. Der Pollen hat meist sieben bis neun (fünf bis zehn) Furchen („colpat“). Der Fruchtknoten ist dreifächrig. Der Griffel spaltet sich in drei Narbenäste auf.

Die dreifächrige Kapselfrucht ist anfangs fleischig, später wird sie trocken und hart.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16, Polyploide sind jedoch nicht auszuschließen.

Ökologie

Die Codonopsis-Arten sind Gebirgspflanzen.

Die Bestäubung erfolgt durch Bienen (Melittophilie), möglicherweise durch Schmetterlinge (Lepidopterophilie), teilweise durch Fliegen (Myiophilie) oder Wespen (Sphecophilie).

Systematik und Verbreitung

Codonopsis clematidea
Codonopsis lanceolata
Blüte von Codonopsis ovata
Codonopsis pilosula
Codonopsis rotundifolia
Codonopsis subscaposa
Blüte von Codonopsis subscaposa
Codonopsis ussuriensis
Codonopsis ussuriensis

Die Gattung Codonopsis wurde 1824 durch Nathaniel Wallich in William Roxburgh: Flora Indica; or descriptions of Indian Plants, Volume 2, Seite 103 aufgestellt. Lektotypusart ist Codonopsis viridis Wall. Synonyme für Codonopsis Wall. sind: Campanumoea Blume, Glosocomia D.Don, Glossocomia Rchb., Leptocodon (Hook.f.) Lem.

Die Gattung Codonopsis gehört zu den Glockenblumengewächsen im engeren Sinne (Campanuloideae) und wird dort in eine Verwandtschaftsgruppe mit Campanumoea, Canarina, Cyananthus, Leptocodon und Platycodon gestellt. Die Gattungen Campanumoea und Leptocodon ähneln Codonopsis sehr stark, weswegen diese mitunter in Codonopsis eingegliedert werden.

Die Codonopsis-Arten sind in Zentral-, Süd- sowie Ostasien verbreitet. Der Schwerpunkt der Artenvielfalt liegt im Himalaya und südwestlichen China. In China kommen 40 Arten vor, 24 davon nur dort.

Die Gattung Codonopsis wird bei Hong 2015 in fünf Sektionen gegliedert.

Die Gattung Codonopsis umfasst 42 bis 48 (Stand 2020) Arten:

Einige Codonopsis-Arten wurden in andere Gattungen gestellt:

Die einzige Art der monotypischen Gattung Echinocodon D.Y.Hong:
Die einzige Art der 2014 neu aufgestellten monotypischen Gattung Pankycodon D.Y.Hong & H.Sun:
Die einzige Art der 2014 neu aufgestellten monotypischen Gattung Himalacodon D.Y.Hong & Qiang Wang:
In die Gattung Cyclocodon Griff. ex Hook.f. & Thomson gestellt wurden:
In die Gattung Pseudocodon D.Y.Hong & H.Sun (enthält acht Arten) gestellt wurden 2014 und 2015:

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Codonopsis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 12. April 2020.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 Codonopsis. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 17. Januar 2020.
  3. ↑ W. M. M. Eddie, T. V. Shulkina, J. F. Gaskin, R. C. Haberle, R. K. Jansen: Phylogeny of Campanulaceae s. str. from ITS sequences of nuclear ribosomal DNA. In: Annals of the Missouri Botanical Garden, Volume 90, 2003, S. 554–575.
  4. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 Deyuan Hong, Thomas G. Lammers, Laura L. Klein: In: Flora of China Editorial Committee: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 19: Cucurbitaceae through Valerianaceae, with Annonaceae and Berberidaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2011, ISBN 978-1-935641-04-9. Codonopsis Wallich in Roxburgh, S. 513 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  5. 1 2 3 De-Yuan Hong: A Monograph of Codonopsis and Allied Genera (Campanulaceae). Science Press, Beijing, 2015, S. 1–256.
  6. ↑ Codonopsis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 17. Januar 2020.
Commons: Codonopsis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Historische Literatur