Als Syncytium oder Synzytium (von altgriechisch σύν „mit, zusammen“ und κύτος kýtos „Gefäß, Höhlung“, übertragen „Zelle“; Plural: Syncytien bzw. Synzytien), auch Coenoblast (von κοινός koinós „gemeinsam“ und βλαστός blastós „Spross“) oder Coenocyt (koinós mit kýtos), wird eine mehrkernige (polyenergide) Zelle oder ein vielkerniges Lebewesen ohne zellige Untergliederung bezeichnet.
Ein Syncytium kann entstehen:
Als funktionelle Syncytien werden Zellen bezeichnet, die morphologisch voneinander getrennt sind, deren Zytoplasmen jedoch über Gap Junctions miteinander verbunden sind.
Syncytien oder Coenoblasten sind zum Beispiel:
Gelegentlich wird die besondere Organisation der Wimpertierchen (Ciliata) als weiterentwickeltes Synzytium diskutiert. Hier spielen also Hypothesen und Modelle für Evolutionsprozesse eine Rolle, die manchmal sogar auf die Evolution der Gesamtheit der Metazoa ausgedehnt werden. Solchen Annahmen zufolge traten in der Evolution der Metazoa schon sehr früh synzytiale Gewebe auf, allerdings nicht durch Fusion von Zellen, sondern hervorgehend aus einer polyenergiden, einzelligen Vorstufe der vielzelligen Lebensformen (ausführlich dargestellt z. B. von Jovan Hadzi, Wolfgang Friedrich Gutmann). Als Lebendmodell hierfür wird manchmal auf den urtümlichen Vielzeller Trichoplax adhaerens, aber auch auf manche Schwämme verwiesen.