| Zuckervogel | ||||||||||||
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Zuckervogel (Coereba flaveola) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Coereba | ||||||||||||
| Vieillot, 1809 | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Coereba flaveola | ||||||||||||
| (Linnaeus, 1758) |
Der Zuckervogel (Coereba flaveola) oder Bananaquit ist ein Sperlingsvogel (Passeriformes) aus der Familie der Tangaren (Thraupidae).
Die Vögel leben im tropischen Süd- und Mittelamerika, vom nördlichen Argentinien bis zum südlichen Mexiko und auf den Inseln der Karibik. Einige verirrte Tiere kamen auch bis Florida. Sie leben in feuchten Wäldern, Parks und Gärten.
Zuckervögel erreichen eine Länge von 10–12 Zentimetern. Wobei die auf der Dominikanischen Republik vorkommende Unterart Coereba flaveola bananivora mit 10 Zentimetern der kleinste ist. Oberseits sind sie dunkelgrau mit einer schwarzen Kappe auf dem Kopf. Brust, Bauch und Bürzel sind gelb. Oberhalb des Auges befindet sich ein weißer Strich. Der Schnabel ist schlank und gebogen. Die Zunge ist zur Aufnahme von Nektar gespalten, vorn röhrenförmig und mit Hornschuppen bedeckt. Die Geschlechter sehen gleich aus. Die weite Verbreitung hat zur Bildung verschiedener Unterarten geführt. Coereba flaveola caboti von Cozumel vor der Küste Yucatáns hat eine weiße Kehle. Auf Grenada und St. Vincent lebt Coereba flaveola atrata die meistens schwarz sind. Auf der Karibikinsel Tobago lebt die Unterart Coereba flaveola luteola, die eine graue Kehle aufweist. Auf den Bahamas (Grand Bahama und Little Abaco) sowie auf Grand Turk kommt Coereba flaveola bahamensis vor. Bei diesem Vogel sind Wange, Kinn, Kehle und die Flanken weiß.
Die Vögel ernähren sich von Nektar, Insekten oder saugen den Saft aus Beeren. Sie können nicht wie Kolibris in der Luft stehen, sondern müssen sich zur Nahrungsaufnahme hinsetzen. Schwer zugängliche, schlauchförmige Blüten durchbohren sie mit dem Schnabel von der Seite.

Zuckervögel brüten mindestens zweimal im Jahr. Ihr Nest wird aus Grashalmen errichtet und ist kugelförmig oder oval mit einem Einflugloch an der Seite. Es werden zwei bis drei Eier gelegt. Das Männchen beteiligt sich an der Brutpflege. Es baut für sich noch zusätzlich ein Schlafnest.



Es sind 41 Unterarten des Zuckervogels bekannt. Es handelt sich dabei alphabetisch sortiert um:
Die Erstbeschreibung des Zuckervogels erfolgte 1758 durch Carl von Linné unter dem wissenschaftlichen Namen Certhia flaveola. Als Verbreitungsgebiet nannte er Amerika. 1809 führte Louis Pierre Vieillot die für die Wissenschaft neue Gattung Coereba für den Zuckervogel ein. Der Begriff leitet sich von Guiracoereba aus der Tupi-Sprache ab und steht dort für einen blau, schwarzen und gelben finkengroßen Vogel, den Zuckervogel. Der Artname flaveola stammt von lateinisch flaveolus, flavus ‚geblich, golden, gelb‘ ab. Alleni ist Joel Asaph Allen (1838–1921) gewidmet, caboti Samuel Cabot III (1815–1885), ferryi John Farwell Ferry (1877–1910), laurae Laura Caroline Russell, nach erster Ehe Laura Carolin Egerton Gräfin von Wilton und nach zweiter Ehe Laura Caroline Lady Johnstone (1842–1916), lowii Percy Roycroft Lowe (1870–1948), newtoni Alfred Newton (1829–1907) und sharpei Richard Bowdler Sharpe. Bahamensis bezieht sich auf die Bahamas, barbadensis auf Barbados, bartholemica auf Saint-Barthélemy, bolivari auf Ciudad Bolívar, bonairensis auf Bonaire, caucae auf das Departamento del Cauca, columbiana auf Kolumbien, frailensis auf Los Frailes, gorgonae auf Gorgona, guianensis auf Guyana, martinicana auf Martinique, mexicana auf Mexiko, portoricensis auf Puerto Rico, roraimae auf den Roraima-Tepui und sanctithomae auf Saint Thomas. Aterrima hat seinen Ursprung in lateinisch aterrimus, ater ‚sehr schwarz, schwärzest, schwarz‘, atrata in lateinisch atratus, atrare, ater ‚in Trauer gekleidet, schwärzen, schwarz‘, bananivora vermutlich aus dem Wolof-Sprache und von den Portugiesen im 16. Jahrhundert in Europa eingeführten Wort banana für Banane und lateinisch -vorus, vorare ‚-essend, verschlingen‘, cerinoclunis in lateinisch cerinus ‚wachsfarben‘ und lateinisch clunis ‚Gesäß, Hüfte‘, chloropyga in altgriechisch χλωρος chlōros, deutsch ‚grün‘ und altgriechisch -πυγος, πυγη -pygos, pygē, deutsch ‚-steißig, Steiß, Bürzel‘, dispar in lateinisch dispar, disparis ‚anders, unähnlich‘, intermedia in lateinisch intermedius ‚dazwischenliegend‘, luteola in lateinisch luteolus, luteus, lutum ‚gelblich, safrangelb, Safran‘, magnirostris in lateinisch magnus ‚groß‘ und lateinisch -rostris, rostrum ‚-schnäblig, Schnabel‘, melanornis in altgriechisch μελας, μελανος melas, melanos, deutsch ‚schwarz‘ und altgriechisch ορνις, ορνιθος ornis, ornithos, deutsch ‚Vogel‘, minima in lateinisch minimus ‚kleinst‘, montana in lateinisch montanus, mons ‚von den Bergen, Berg‘, nectarea von lateinisch nectareus, nectar, nectaris ‚von Nektar, süss, Nektar‘, oblita in lateinisch oblitus, oblivisci ‚vergessen worden, vergessen‘, obscura in lateinisch obscurus ‚dunkel, düster, bedeckt, obskur‘, pacifica von lateinisch pax, pacis ‚Frieden‘ und lateinisch facere ‚machen‘ und bezieht sich auf den Pazifischen Ozean, tricolor in lateinisch tri-, tres ‚drei-, drei‘ und lateinisch color, coloris ‚Farbe‘ und uropygialis in lateinisch uropygium ‚Bürzel‘. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur betrachtete nur das Synonym Certhiola palmarum Bertoni, AW, 1901 zu C. f. chloropyga aus dem Departamento Alto Paraná als Nachweis für das Land. Palmarum stammt von lateinisch palmarum, palma ‚auf der Palme, Palme‘ ab.
Ein Zuckervogel ist zentral auf dem Siegel der Amerikanischen Jungferninseln abgebildet.