
Der Coleman-Frosch ist das angebliche Präparat eines 19 Kilogramm schweren Frosches, das seit 1959 im Fredericton Region Museum in Fredericton in der kanadischen Provinz New Brunswick ausgestellt ist.
In den 1880er Jahren wurde von einem gigantischen Nordamerikanischen Ochsenfrosch (Lithobates catesbeianus) berichtet, der angeblich in dem etwa acht Meilen von Fredericton entfernten Killarney Lake leben würde. Fred B. Coleman betrieb in der Stadt im Barker House ein Hotel und führte in den Sommermonaten zusätzlich einen einfachen Beherbergungsbetrieb am See.

Er behauptete, der große Frosch sei ihm Ende der 1880er Jahre beim Fischen ins Boot gesprungen und wäre sofort zutraulich gewesen. Bei weiteren Angeltrips habe er ihn dann gefüttert. Mit wachsender Freundschaft zwischen Coleman und dem Frosch soll das Tier sich auf Zuruf oder beim Klang der Essensglocke an der Lodge eingefunden haben. Coleman zähmte es und er und seine Gäste fütterten es mit Junikäfern, Whiskey, Buttermilch und Molke. Es sei daraufhin zu einer gewaltigen Größe und einem Gewicht von 42 Pfund gewachsen und hätte Kanus ziehen können.
Der Frosch sei etwa acht Jahre später getötet worden, als Wilderer im See mit Dynamit fischten. Daraufhin habe Coleman das Tier zu einem Präparator in Bangor in Maine geschickt, um es ausstopfen zu lassen.
Der Frosch war jahrzehntelang in der Lobby von Colemans Hotel in Fredericton als erfolgreiche Touristenattraktion in einem Glaskasten ausgestellt. Nach Colemans Tod sollen betrunkene und respektlose Hotelgäste das Ausstellungsstück beschädigt haben, indem sie die Vitrine, deren Glasabdeckung sich gelöst hatte, als Aschenbecher benutzten. Danach wurde der Frosch überarbeitet und gleichmäßig in Grün bemalt.
Im Jahr 1959 schenkte die Witwe von Colemans Sohn das Exponat der York Sunbury History Society, die es in ihrem Museum ausstellte. 2010 wurde das York Sunbury Museum in Fredericton Region Museum umbenannt. Im Jahr 1988 wurde das Objekt im Canadian Conservation Institute konservatorisch behandelt und ist bis heute im Museum in einer Glasvitrine in einer Farbgebung ausgestellt, die sich angeblich deutlich vom Originalzustand unterscheidet. Das Museum bietet verschiedene Führungen und Kinderprogramme rund um den Frosch an.
Das Exponat hat eine Länge von 68 Zentimetern und soll zu Lebzeiten 42 Pfund (etwa 19 Kilogramm) gewogen haben. Damit wäre der Frosch um ein Vielfaches größer gewesen als alle bisher bekannten Arten. Der Nordamerikanische Ochsenfrosch ist ein besonders großer Froschlurch, der eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu zwanzig Zentimetern erreichen kann und ein Gewicht von etwas mehr als 450 Gramm (ein Pfund). Der Goliathfrosch als der größte Frosch der Welt erreicht ein Gewicht von bis zu sieben Pfund und eine maximale Kopf-Rumpf-Länge von etwa 32 bis 40 Zentimetern. Der in der Kreidezeit lebende ausgestorbene Beelzebufo erreichte eine Länge von mehr als 40 Zentimetern.

In einer Veröffentlichung der Lewiston Daily Sun vom April 1979 wird das Ausstellungsstück als Gipsmodell des Originals (5 feet, 4 inches long, 42 pounds) beschrieben. Ein Zustandsbericht des Canadian Conservation Institute aus dem Jahr 1988 beschrieb das Objekt als einen „großen, möglicherweise ausgestopften Frosch“. Das Ausstellungsstück ist mit einer durchgehenden Schicht dunkelgrüner Farbe, gemischt mit weiteren Farben, überzogen. Unter der Farbschicht schien Wachs vorhanden zu sein, und die Füße wurden als durchscheinend beschrieben und bestanden möglicherweise teilweise aus Wachs. Der Bericht stellte fest, dass – abgesehen von den zahlreichen Falten, die sich in der „Haut“ gebildet hatten – darunter eine Gewebestruktur durchschien und durch einige Risse sogar gelbes Segeltuch sichtbar war. Auch wenn ein Präparator der 1880er Jahre womöglich einige dieser Materialien, die typisch für das späte 19. Jahrhundert bei Präparationen waren, verwendet haben könnte, wirkt das Objekt insgesamt wie ein künstlich gefertigtes Stück. Dieser Eindruck entstehe insbesondere angesichts des Segeltuchstoffs, dessen durch die Farbe hindurchscheinende Struktur auf das Fehlen einer dazwischenliegenden Schicht aus echter Haut schließen lässt, für die der Stoff wahrscheinlich als Ersatz diente.
Auf der Museumswebsite heißt es, auf einem Foto, das den Frosch noch ausgestellt in der Glasvitrine in der Hotellobby zeige, wirke seine Haut „gesprenkelt und sehr lebensecht – ganz anders als das heute sichtbare, künstlich wirkende Grün“. Ausgehend von der Frage, ob der ausgestellte Ochsenfrosch weiblich oder männlich sei, hielt das Museum bestimmte Merkmale fest, die dafür sprächen, dass es sich um ein weibliches Tier handele, auch wenn die unterschiedliche Farbe der Kinnunterseite bei Männchen und Weibchen sich aufgrund des Alters und der am Exponat vorgenommenen Reparaturen nicht mehr bestimmen ließe. Die Größe des als großer, kreisförmiger Fleck an der Seite des Froschkopfes sichtbaren Trommelfells spräche für ein Weibchen.
Einige lokale Skeptiker beharren darauf, dass Coleman lediglich ein Ausstellungsstück gekauft habe, das zur Bewerbung eines Hustenmittels gedient hatte, das den sprichwörtlichen „Frosch im Hals“ beseitigen könne. Andererseits bezeugten einige respektable Bürger von Fredericton, den Frosch selbst lebendig gesehen zu haben.
Ein früherer Präsident der Historischen Gesellschaft bezeichnete das Exponat als Fälschung und sprach sich für seine Entfernung aus, während andere Amtsträger für seinen Verbleib waren, einer wissenschaftlichen Untersuchung aber ablehnend gegenüberstanden. 1961 lautete die Haltung der Gesellschaft, dass die künstliche Froschfigur nur von historischem Interesse sei.
Das Museum verweigert jegliche Untersuchungen und DNA-Tests und lässt die Frage nach der Echtheit des Frosches bewusst offen.