Commerzlast

Die Commerzlast war eine Masseneinheit (Gewichtsmaß).

Historie

Ursprünglich wurde das Maß zur Tragkraftbestimmung von Schiffen eingeführt. Schon 1666 vereinbarten Holland (historische Bezeichnung für Niederlande) und Dänemark-Norwegen detaillierte Bestimmungen zur Schiffsvermessung. Man legte das Amsterdamer Schiffspfund zu Grunde.

So waren

Die spätere Umwandlung in eine Raumlast durch unterschiedliche Schiffsvermessungen und Lastveränderungen nutzten Betrüger aus, um ihren Vorteil (z. B. Steuern, Zoll, Hafengebühren) zu nutzen. Die daraus folgende stetige Überladung führte zu großen Schiffsverlusten. Das gedachte „Einheitsmaß“ war schnell praktisch undurchsichtig und wurde oft mit der Ware verbunden: Commerzlast-Salz oder ähnlich Commerzlast-Roggen usw. Die Fachwelt zweifelt die Genauigkeit vieler Angaben an.

Register-Tonne

Für die Vermessung der Schiffe wurde später die englische Register-Tonne (engl. Ton) 1873 eingeführt.

So galt dann

Die bisherige Commerzlast betrag nun 80 Kubikfuß (norweg.) = 2,4711 Kubikmeter

Anwendung

Mit der Commerzlast ließ sich der Warenumschlag im Handel (Ein- und Ausfuhr von Waren) und die Transportkapazitäten (Schiffsgröße und deren Ladevermögen) statistisch abbilden.

Beispiele

Beispiele nach Otto Hausner:

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Schiffshistorisches Archiv Flensburg.Historischer Hafen gemeinnützige GmbH, Schiffbrücke 37, Flensburg.
  2. ↑ Friedrich Noback: Münz-, Maass- und Gewichtsbuch: Das Geld-, Maass- und Gewichtswesen, die Wechsel- und Geldkurse, das Wechselrecht und die Usanzen. F. A. Brockhaus, Leipzig 1877, S. 237.
  3. ↑ Die Gegenwart: eine encyklopädische Darstellung der neuesten Zeitgeschichte für alle Stände. Band 8, F. A. Brockhaus, Leipzig 1853, S. 482.
  4. ↑ Otto Hausner: Vergleichende Statistik von Europa. Band 2, Verlag J. Milikowski, Lemberg 1865, S. 444.