Common Technical Document

Das Common Technical Document (CTD) ist ein vorgeschriebenes Dokumentenformat, in dem ein Pharmaunternehmen die pharmazeutische Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Arzneimittels im Rahmen der Arzneimittelzulassung dokumentieren und bei den Arzneimittelbehörden einreichen muss.

Geschichte und Bedeutung

Das Common Technical Document wurde im Rahmen des International Council for Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use (ICH) zur Harmonisierung der Arzneimittelzulassungsbedingungen in der Europäischen Union, den USA und Japan entwickelt. Eine erste Version der Spezifikation wurde 2000 verabschiedet; zurzeit ist die dritte Revision von Januar 2004 gültig. Das Common Technical Document ist inzwischen in allen drei Regionen für die meisten Einreichungen vorgeschrieben; es wurde außerdem von Kanada und der Schweiz übernommen. Durch die Harmonisierung ist es möglich, in verschiedenen Ländern für ein neues Arzneimittel weitgehend identische Zulassungsunterlagen einzureichen.

Struktur

Modularer Aufbau eines Zulassungsantrags

Die Struktur eines CTD besteht aus fünf Modulen:

Modul 1

Das Modul 1 enthält im Gegensatz zu den anderen Modulen von Region zu Region unterschiedliche Dokumente. Deshalb wird das Modul 1 nicht als Teil des CTD angesehen. In Europa sind folgende Elemente im Modul 1 zu finden:

Modul 2

Modul 2 gibt einen Überblick über die im Dossier vorhandene Information zum Arzneimittel und integriert diese mit Beurteilungen und Schlussfolgerungen.

Modul 3

Modul 3 stellt ausführlich die chemisch-pharmazeutischen und biologischen Daten zum Arzneistoff und zum als Arzneiform vorliegenden Produkt dar. Alternativ kann zu Inhaltsstoffen eine Konformitätsbescheinigung (CEP) der EDQM vorgelegt werden; eine detaillierte Darstellung zur Herstellung und Qualitätskontrolle im Modul 3 entfällt dann für diese Stoffe. Für Daten zu Arzneistoffen kann auch auf ein Drug Master File verwiesen werden, wenn der Arzneistoffhersteller und der Arzneimittelhersteller nicht identisch sind.

Modul 4

Modul 4 stellt ausführlich sämtliche Studienberichte zu allen nichtklinischen (= nicht beim Menschen durchgeführten) Studien dar.

Modul 5

Modul 5 stellt ausführlich sämtliche Studienberichte zu allen klinischen (= beim Menschen durchgeführten) Studien dar.

Elektronische Einreichung

Das Common Technical Document definiert ein Papierformat; ein vollständiges Dossier umfasst oft mehrere zehntausend Seiten. Um diese Datenmengen für Antragsteller und Behörden besser handhabbar zu machen, wurde im Rahmen der ICH ein elektronisches Format, das eCTD, definiert, welches inhaltlich auf dem CTD basiert.

Weitere Verwendungen des CTD-Formates

Über den Zulassungsantrag für ein neues Arzneimittel hinaus wird das CTD-Format inzwischen auch zur Pflege der Zulassungsunterlagen genutzt. Pharmazeutische Unternehmen müssen Änderungen bei Zulassungsdaten, sogenannte Änderungsanzeigen, im CTD-Format einreichen.

Auch das Drug Master File, das zum Einsatz kommt, wenn der Hersteller des Arzneistoffes und der Hersteller des Arzneimittels nicht identisch sind, verwendet das Format des CTD Teil 3.2.S.

Schließlich werden Teile des CTD-Formates bei Genehmigungsanträgen für klinische Studien genutzt. In diesen Anträgen muss ein Dossier über das Prüfpräparat, in Europa ein sogenanntes Investigational Medicinal Product Dossier (IMPD), eingereicht werden, das in der Struktur dem Modul 3 des CTD folgt.

Quellen