Commune (Zeitschrift)

Drei Zeitungen nebeneinander liegend, eine grün, eine orange, eine gelb. Oben jeweils der Name Commune, unten die Nummern (36, 28 und 30). Als eine Art Wasserzeichen ist im Hintergrund groß die Abkürzung AEAR (Association des Écrivains et Artistes Révolutionnaires) zu sehen. Die Titel bestehen praktisch ausschließlich aus Namen von Autoren. In einer Ausgabe (36) ist als Schwerpunkt La couronne de Gorki (Gorkis Krone) genannt; in Ausgabe 30 Poésie Soviétique.
Drei Ausgaben der Zeitschrift (1935 und 1936)

Commune war eine französische, monatlich erscheinende Kulturzeitschrift. Sie bestand von 1933 bis 1939. Von 1996 bis 2010 und ab 2022 wurde sie – zuletzt als kostenlose Online-Ausgabe – wiederbelebt.

Geschichte

Commune entstand 1933 als offizielles Organ der Association des Écrivains et Artistes Révolutionnaires. Die Zeitschrift stand der Kommunistischen Partei Frankreichs nahe und versuchte, die „proletarische Kultur“ darzustellen. Sie veröffentlichte Gedichte, Romanauszüge und Kurzgeschichten. Des Weiteren propagierte sie die sowjetische Literatur und nahm dabei den sozialistischen Realismus vorweg. Sie positionierte sich als Kampfblatt und erklärte:

„Angesichts der Verwirrungen, durch die die heutige Kultur dem Faschismus entgegenläuft, verkündet ‚Commune‘, dass die einzige Revolution die proletarische Revolution ist.
‚Commune‘ nimmt den Kampf gegen die ersten Schritte des französischen Faschismus auf, sei er rechts oder links; gegen die ideologischen Vorbereitungen für den imperialistischen Krieg und den bewaffneten Kampf gegen die UdSSR.
‚Commune‘ prangert die tödlichen Elemente der Kultur und aller bürgerlichen Propaganda an.“

– Commune: Nicole Racine, L’Association des Écrivains et Artistes Révolutionnaires (A.E.A.R.). La revue „Commune“ et la lutte idéologique contre le fascisme (1932–1936)

Die Zeitung wurde von Louis Aragon, Paul Nizan und André Gide geleitet. Im Zuge der Volksfront-Ideen öffnete sich Commune ab 1934 auch eher bürgerlichen Gegnern des Faschismus wie Henry de Montherlant und Jean Giraudoux.

Neuauflagen

rotes Logo, weiße Aufschrift Commune, darunter kleiner Culture et émancipation depuis 1933.
Commune 2022

La Revue Commune wurde 1996 im Verlag Temps des cerises als Nachfolger der früheren Commune gegründet. Die Zeitschrift stellte 2010 mit Erscheinen der 60. Ausgabe ihr Erscheinen ein. Chefredakteur war René Ballet.

2022 wurde Commune als Online-Zeitung wiedergegründet. Sie versteht sich als „ein neues, völlig kostenloses Medium für kulturelle und politische Bildung“. Am 19. September 1922 veröffentlichte Commune den Brief der Résistance-Kämpferin Madeleine Riffaud, in dem sie beschrieb, wie sie in der Notaufnahme des Hôpital Lariboisière 24 Stunden lang ohne etwas zu essen auf derselben Trage gelegen sei.

Commons: Commune – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Commune vom 1. Januar 1933 auf Gallica
  2. ↑ Nicole Racine auf Jstor
  3. ↑ Temps des cerises. Abgerufen am 30. Oktober 2026 (französisch).
  4. ↑ Qui sommes-nous ? In: Commune. Abgerufen am 30. Oktober 2026 (französisch).
  5. ↑ Crise des urgences : Madeleine Riffaud, 98 ans, assure être «restée 24 heures sur le même brancard». In: Le Figaro. Abgerufen am 30. Oktober 2026 (französisch).