Constantin Schroeder (* 1980 in Hamburg, als Constantin Freiherr von Schröder) ist ein deutscher Maler.
Constantin Schroeder studierte von 2001 bis 2007 Evangelische Theologie und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Neuere Deutsche Philologie und Kunstgeschichte an der Technischen Universität Berlin mit dem Abschluss Magister artium. Constantin Schroeder lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg.
In seinen meist großformatigen und überwiegend in fotorealistischer Weise gefertigten Ölgemälden stellt Schroeder unwirkliche Bildwelten dar. Er malt idealisierte Figuren, Geister und Heroen, bearbeitet zwischenmenschliche Rätsel und transportiert mittels Ikonografie Fragen nach der eigenen Existenz und der Freiheit des Ichs. Er zeigt Gewalt und den Verlust von Individualität und will dabei zugleich Körperkult und Körperkritik veranschaulichen. Häufig kombiniert er diese Themen mit klassischen Motiven sowie Elementen aus der Werbung, verwendet vorgefundene Fotografien und lässt sich von alltäglichen Szenen inspirieren.
Das aus Literatur und Rhetorik bekannte Stilmittel der Ellipse, das das Bilden grammatikalisch absichtlich unvollständiger Sätze bezeichnet, überträgt Schroeder auf seine Malerei. Durch weiße Leerstellen überlässt er dem Betrachter die Aufgabe, nicht direkt vom Bild vorgegebene Elemente in eine Beziehung zueinander zu bringen und so einen offen gelassenen Gedanken selbständig zu Ende zu denken oder zu rekonstruieren. Die Leerstellen, die an den „Eigenlichtcharakter mittelalterlicher Goldgrundmalerei“ erinnern, unterstreichen die erzählerisch undefinierten Bildsituationen und verleihen den Arbeiten ihre charakteristische Rätselhaftigkeit. So stellt Schroeder die Betrachterfunktion und den Prozess der emotionalen Wahrnehmung in den Mittelpunkt. Erst durch den Betrachter, der beim Interpretieren seine Lebenswirklichkeit in das Gesehene projiziert, wird das Werk komplettiert.
„Bei näherem Hinsehen bestimmen […] Farbverläufe die großen Flächen vieler Bilder, sie bilden den Hintergrund beziehungsweise den Bildraum. Interieurs oder Landschaften sucht man bei Schroeder vergebens. Vielmehr agieren die Figuren wie vor einem düsteren Vorhang aus schwarzen, blauen oder dunkelgrauen Farbrinnsalen. […] Durch all diese Aspekte entstehen Situationen und Stimmungen, in denen die Geworfenheit des Menschen hervortritt. Schroeder stellt die Frage nach der menschlichen Verfasstheit in der Moderne. Durch die Entindividualisierung der Figuren und die sparsam ausgestatteten Bildräume wird der Blick frei für die Herausforderungen unserer Existenz. […] Bei Schroeder lässt sich der undefinierte Raum der Farbschlieren als Raum der Möglichkeiten deuten. Das Leben inmitten dieser Leere, die für eine Fülle an Möglichkeiten steht, wird zu der eigentlichen Herausforderung. […] So werden die verlorenen Gestalten von Constantin Schroeder unter der Hand zu modernen Helden.“

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schroeder, Constantin |
| ALTERNATIVNAMEN | Schröder, Constantin Freiherr von (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler |
| GEBURTSDATUM | 1980 |
| GEBURTSORT | Hamburg |