Corchorus-Arten wachsen meist als einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, Halbsträucher oder seltener Sträucher. Die oberirdischen Pflanzenteile besitzen oft einfache und sternförmige Haare (Trichome). Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die einfachen, papierartigen Blattspreiten sind lanzettlich und 5 bis 15 cm lang. Die Blattränder sind gekerbt, gezähnt bis gesägt. Die Nebenblätter sind fadenförmig.
Blütenstände und Blüten
Die Blüten stehen einzeln oder sind zu zweit bis fünft, selten bis zu acht in zymösen, doldigen oder traubigen Blütenständen zusammengefasst, die in den Blattachseln oder an den Zweigen zwischen den Blattachseln stehen. Es ist ein kurzer Blütenstandsschaft vorhanden. Es ist ein sehr kurzer bis höchstens kurzer Blütenstiel vorhanden. Manche Arten besitzen einen Außenkelch. Die kleinen, zwittrigen Blüten sind meist vier- bis fünfzählig, sind radiärsymmetrisch bis teilweise zygomorph. Es sind selten vier oder meist fünf freie Kelchblätter vorhanden. Die selten vier oder meist fünf freien Kronblätter sind gelb. Die acht bis zwanzig (selten bis zu 100) freien, fertilen Staubblätter sind manchmal asymmetrisch angeordnet. Zwei bis fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, zwei- bis fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält viele Samenanlagen. Der kurze Griffel endet in einer schild- oder scheibenförmigen, gewellten, kurz gelappten, gekerbten, gezähnten oder papillösenNarbe.
Früchte und Samen
Die lineal-länglichen zylindrischen oder fast kugeligen, manchmal kantigen oder stacheligen Kapselfrüchte öffnen sich mit zwei bis fünf Klappen und enthalten viele hängend oder horizontal angeordnete Samen; sie können zwischen den Samen transversal septiert sein. Die Samen enthalten Endosperm und einen gekrümmten Embryo mit zwei dünnen, herzförmigen Keimblättern (Kotyledonen).
Systematik
Die Gattung Corchorus wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 529–530 aufgestellt. Als Lectotypus wurde 1929 durch N. L. Britton & Millspaugh in Bahama Fl., S. 262 Corchorus olitoriusL. festgelegt. Synonyme für CorchorusL. sind: NettoaBaill., OceanopapaverGuillaumin, RhizanotaLour. ex Gomes. Die Gattung CorchorusL. wurde früher in die frühere Familie Tiliaceae gestellt; heute gehört sie in die Unterfamilie der Grewioideae innerhalb der Familie der Malvaceae.
Blüte und behaarte vegetative Pflanzenteile von Corchorus aestuansCorchorus hirtusCorchorus trilocularis
Es gibt 40 bis 100 Corchorus-Arten (Auswahl):
Corchorus aestuansL.: Sie kommt in Mexiko, in Mittelamerika, auf Inseln der Karibik und im nördlichen Südamerika vor und ist in anderen Ländern der Tropen ein Neophyt.
Corchorus hirtusL. (Syn.: Corchorus pilolobusLink non Corchorus hirtusThunb., dies ist ein Synonym von Zelkova serrata(Thunb.) Makino): Sie ist von den südlichen Vereinigten Staaten über Mexiko, Zentralamerika und auf Inseln in der Karibik bis Südamerika weitverbreitet.
Corchorus neocaledonicusSchltr.: Es ist die einzige Art der Gattung in Neukaledonien und wurde auch schon als Oceanopapaver neocaledonicumGuillaumin in eine eigene Gattung OceanopapaverGuillaumin gestellt. Dieser Strauch gedeiht auf über Serpentin gebildeten Böden.
Langkapselige Jute (Corchorus olitoriusL.): Die Heimat sind die Tropen und Subtropen der Alten Welt.
Corchorus orinocensisKunth: Sie kommt in Mexiko, in Südamerika und vielleicht auch in Mittelamerika vor.
Insbesondere die beiden Arten Rundkapselige Jute (Corchorus capsularis) und Langkapselige Jute (Corchorus olitorius) haben eine wirtschaftliche Bedeutung als Lieferant der Jutefaser. Das Hauptanbaugebiet ist das Ganges-Brahmaputra-Delta in Bangladesch.
Einige Arten werden beispielsweise in Westafrika als Blattgemüse genutzt.
Die Blätter der Langkapseligen Jute (Corchorus olitorius) und der Rundkapseligen Jute (Corchorus capsularis) werden roh oder gegart gegessen. Junge Blätter werden als Salat gegessen, aber ältere Blätter werden gegart und als Gemüse gegessen. Sie enthalten relativ viele Proteine. Getrocknete Blätter können zum Andicken von Suppen oder zum Zubereiten eines Tees verwendet werden. Unreife Früchte werden als Gewürz von Salaten und Gemüse verwendet. In der arabischen Küche werden die Blätter zu einem spinatähnlichen Gericht verarbeitet, der Molukhieh.
Die medizinischen Wirkungen der Langkapseligen Jute (Corchorus olitorius) und der Rundkapseligen Jute (Corchorus capsularis) wurden untersucht.
Aus den holzigen Pflanzenteilen der Langkapseligen Jute (Corchorus olitorius) und der Rundkapseligen Jute (Corchorus capsularis) werden Streichhölzer hergestellt.
Aus der Rundkapseligen Jute (Corchorus capsularis) wird Papier hergestellt.
Quellen
Ya Tang, Michael G. Gilbert, Laurence J. Dorr: Tiliaceae.: Corchorus, S. 312 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 12: Hippocastanaceae through Theaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007, ISBN 978-1-930723-64-1 (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
Abdul Ghafoor: Tiliaceae.: Corchorus bei Tropicos.org.In: Flora of Pakistan.Missouri Botanical Garden, St. Louis (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
↑Corchorus bei Tropicos.org.Missouri Botanical Garden, St. Louis
123456789Corchorusim Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.Abgerufen am 14. Juni 2017.
↑Barbara A. Whitlock, Kenneth G. Karol and William S. Alverson: Chloroplast DNA Sequences Confirm the Placement of the Enigmatic Oceanopapaver within Corchorus (Grewioideae: Malvaceae s.l., Formerly Tiliaceae). In: International Journal of Plant Sciences, Volume 164, No. 1, 2003, S. 35–41.