Cornel Dora

Cornel Dora (2023)
Cornel Dora erläutert die altgriechische Inschrift über dem Eingang zur Stiftsbibliothek: ΨYXHΣ IATPEION, sinngemäss „Arznei für die Seele“.

Cornel Dora (* 1963 in St. Gallen) ist ein Schweizer Historiker und Anglist. Er leitete ab 2001 die St. Galler Kantonsbibliothek und ist seit 2013 Stiftsbibliothekar von St. Gallen.

Leben

Cornel Dora promovierte 1993/94 an der Universität Zürich zum Thema Augustinus Egger von St. Gallen, 1833–1906 – ein Bischof zwischen Kulturkampf, sozialer Frage und Modernismusstreit. Dora bildete sich weiter als wissenschaftlicher Bibliothekar und hat ein Executive MBA der Universität St. Gallen.

In den Jahren 1993 bis 2001 arbeitete er in der Stiftsbibliothek als Bibliothekar, von 1996 bis 2001 als stellvertretender Stiftsbibliothekar. Von 2001 bis 2013 leitete Dora die Kantonsbibliothek Vadiana. Als Kantonsbibliothekar gestaltete er das neue kantonale Bibliotheksgesetz prägend mit und brachte das Projekt «Bibliothek Hauptpost» St. Gallen erfolgreich voran. Weiter engagierte er sich bei der Lancierung der Digitalen Bibliothek St. Gallen 2008, welche 2011 zur Digitalen Bibliothek Ostschweiz wurde. Diese entwickelte sich in drei Jahren zur grössten E-Bibliothek im deutschsprachigen Raum.

Zum 1. November 2013 wurde er vom Administrationsrat (der Exekutive des Bistums St. Gallen) als St. Galler Stiftsbibliothekar gewählt. Als Nachfolger von Ernst Tremp ist er der Jüngste in der seit dem 9. Jahrhundert laufenden Liste der Stiftsbibliothekare des Klosters St. Gallen. Er habe keinen Heimvorteil genossen, sondern sich normal beworben, erklärte Hans Wüst, der Präsident des Wahlgremiums. Neben seiner Erfahrung als Bibliothekar und Manager habe auch Doras Know-how als Ausstellungsmacher, seine zahlreichen Kontakte im Bibliothekswesen und sein passendes Alter gesprochen. «Uns geht es darum, zu zeigen, dass die Inhalte der Bibliothek nicht veraltet sind, sondern auch für die Gegenwart eine Bedeutung haben», sagte Wüst. Hier seien neue Wege und Präsentationstechniken gefragt.

Werke (Auswahl)

Autor

Herausgeber

Einzelnachweise

  1. ↑ Cornel Dora: Augustinus Egger von St. Gallen, 1833–1906 : ein Bischof zwischen Kulturkampf, sozialer Frage und Modernismusstreit. Diss. phil. I Zürich, 1993/94, Zürich 1994, ISBN 3-908048-23-0, S. 668.
  2. ↑ ch-cultura: Kantonsbibliothekar Dr. phil. Cornel Dora wird neuer Stiftsbibliothekar. Abgerufen am 19. Mai 2023.
  3. ↑ Cornel Dora. In: who-s-who.ch. Abgerufen am 20. Mai 2023.
  4. ↑ Digitale Bibliothek St. Gallen. Abgerufen am 20. Mai 2023.
  5. ↑ Yannick Wiget: Bibliotheken rüsten digital auf. In: Neue Zürcher Zeitung. 4. Februar 2013, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 20. Mai 2023]).
  6. ↑ Cornel Dora: Die digitale Bibliothek Ostschweiz – geteilte Freude ist doppelte Freude. In: Bibliothek Forschung und Praxis. Band 36, Nr. 2, 1. August 2012, ISSN 1865-7648, S. 231–234, doi:10.1515/bfp-2012-0029 (degruyter.com [abgerufen am 20. Mai 2023]).
  7. ↑ Digitale Bibliothek Ostschweiz wächst. 23. Juli 2012, abgerufen am 20. Mai 2023.
  8. ↑ Cornel Dora an der Spitze der St. Galler Stiftsbibliothek. srf.ch, 21. Februar 2013, abgerufen am 25. Mai 2010.
  9. ↑ Christoph Sulser: Er hütet ein Weltkulturerbe – Stiftsbibliothekar Cornel Dora im Gespräch. 9. Januar 2020, abgerufen am 20. Mai 2023.
  10. 1 2 Adrian Vögele: Heimkehr in die Stiftsbibliothek. In: tagblatt.ch. 22. Februar 2013, abgerufen am 20. Mai 2023.
VorgängerAmtNachfolger
Ernst TrempBibliothekar von St. Gallen
seit 2013
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