Corporate Trading ist eine Finanzlösung zur Vermeidung bilanzieller Abwertungen, bei der die Corporate-Trading-Anbieter auf eigene Rechnung Waren und Dienstleistungen kaufen und vertreiben. Typischerweise übernimmt ein Corporate-Trading-Anbieter abschreibungsbedrohte Waren von seinem Kunden und bietet diesem im Gegenzug Dienstleistungen an (z. B. die Schaltung von Werbung). Zur Abwicklung von Corporate-Trading-Transaktionen ist auch von Kundenseite der Einsatz von Barmitteln erforderlich. Damit beschränkt sich Corporate Trading nicht auf das Betreiben einer Tauschbörse oder Handelsplattform (wie beim Tauschhandel/Bartering), Corporate-Trading-Anbieter übernehmen daher auch selbst unternehmerische Risiken.
Corporate Trading ist nicht zu verwechseln mit dem Handel mit Unternehmen (Unternehmenskäufe und -verkäufe) durch Investoren oder mit Kapitalanlage- und Investment-Services (Wertpapierhandel) speziell für Unternehmen. Beides wird teilweise ebenfalls als Corporate Trading bezeichnet.
Corporate-Trading-Anbieter helfen Unternehmen, Abschreibungen auf Vermögensgegenstände zu vermeiden, indem sie diese Vermögensgegenstände in Leistungen für das Unternehmen umwandeln. Dies geschieht aus Kundensicht im Wesentlichen in zwei Schritten:
1. Schritt – Finanzlösung und Vermarktung der Ware: Ein Corporate-Trading-Anbieter übernimmt von seinem Kunden Vermögensgegenstände, deren Marktwert stark gefallen ist, und bezahlt dafür in der Regel den vollen Buchwert. Solche Vermögensgegenstände können Lagerbestände aus missglückten Produkteinführungen sein, Aktionsware, die nicht im Aktionszeitraum verkauft werden konnte, Ware aus stornierten Aufträgen, Auslaufware oder ähnliches.
2. Schritt – Sukzessives Abrufen von Dienstleistungen: In der Folgezeit bezieht der Corporate-Trading-Kunde Leistungen des Corporate Trading-Anbieters – etwa Werbekapazitäten, Druck, Hotel- und Reisekontingente. Dabei handelt es sich um Dienstleistungen, die das Unternehmen fortlaufend benötigt. Es bezahlt beim Corporate Trading aber nicht den vollen Betrag, sondern setzt für einen Teil der Summe die zuvor verkaufte Altware ein.
Im Unterschied zum Bartering sind die Transaktionen zwischen den Beteiligten beim Corporate Trading komplett voneinander entkoppelt. Corporate Trading-Kunden können deswegen beim sukzessiven Abrufen der Leistungen immer aus dem kompletten Portfolio eines Corporate-Trading-Anbieters auswählen. Hinzu kommt, dass der Corporate Trading-Anbieter selbst unternehmerisches Risiko übernimmt – dies geht über das Bereitstellen einer Tauschplattform wie beim Bartering hinaus.