Der Court Pace Index (CPI, deutsch Platzgeschwindigkeitsindex) ist eine offizielle Kennzahl im Tennis, mit der die Geschwindigkeit und das Spielverhalten von Tennisplätzen gemessen werden.
Das „ITF Court Pace Classification Program“ wurde entwickelt, um Käufern von Tennisplatzbelägen dabei zu helfen, die Art und Geschwindigkeit eines Belags zu bestimmen, die ihren Anforderungen am besten entspricht.
World Tennis (vormals ITF) unterscheidet folgende Belagsarten:
| Material | Beschreibung |
|---|---|
| Acryl/Polyurethan | Strukturierte, pigmentierte, harzgebundene Beschichtung. |
| Kunst-Sandplatz | Mit Sand und/oder Gummigranulat verfüllter Belag, der optisch einem Sandplatz ähnelt. |
| Kunstrasen | Synthetischer Belag, der optisch natürlichem Rasen ähnelt. |
| Asphalt | Bitumengebundene Gesteinskörnung. |
| Teppichbelag | Textiles oder polymeres Material, das als Rollenware oder in Bahnen geliefert wird. |
| Sandplatz | Ungebundene mineralische Gesteinskörnung. |
| Beton | Zementgebundene Gesteinskörnung. |
| Naturrasen | Aus Saatgut gezogener natürlicher Rasen. |
| Hybrid-Sandplatz | Systeme mit einer Sandauflage, die durch eine Teppichstruktur gestützt werden. |
| Sonstige | z. B. modulare Systeme (Fliesen), Holz, textile Bespannungen. |
Folgende Oberflächenbeläge von Hartplätzen bestehen auf Basis von Acrylharz und Polyurethanen. Sie entsprechen den Regularien von World Tennis :
WT unterteilt Beläge anhand ihres „Court Pace Rating“ (CPR, Geschwindigkeitsindex) in eine von fünf Kategorien:
| Kategorie | Geschwindigkeit | CPR |
|---|---|---|
| 1 | langsam | ≤ 29 |
| 2 | mittelsangsam | 30–34 |
| 3 | mittel | 35–39 |
| 4 | mittelschnell | 40–44 |
| 5 | schnell | ≥45 |
Ein Belag, der in der Liste der „ITF Classified Surfaces“ (von der ITF klassifizierte Beläge) aufgeführt ist, wird ausschließlich auf der Grundlage seines „Court Pace Ratings“ eingestuft. (Eine ITF-Klassifizierung stellt keine Form einer ITF-Zulassung oder -Empfehlung dar). Es sind etwa 350 Hersteller von Tennisplatzbelägen weltweit gelistet.
Das CPR wird während laufender Turniere über Echtzeit-Daten des Hawk-Eye-Systems auf den Hauptplätzen berechnet. Die Formel lautet:
CPI=100 (1 - μ) +150 (0.81 - e)
Die Messungen hängen von zahlreichen Faktoren ab, die in einem ausführlichen Regelwerk beschrieben sind. Dazu gehört insbesondere die Spezifikation, der Druck, die Anwendungshäufigkeit und die Temperatur des Tennisballs, mit dem die Messungen durchgeführt werden.
Nachfolgende Beispiele wurden den Court Pace Index measurements entnommen:
Der CPI deckt nur Plätze ab, in denen ein Hawk-Eye-System installiert ist. Ein Spieler, der drei Spiele auf Außenplätzen ohne Hawk-Eye gewinnt, bevor er das Halbfinale erreicht, hat den größten Teil seines Turniers auf einem Belag gespielt, der nie vermessen wurde.
Die Höhe hat einen großen Einfluss darauf, wie sich der Ball durch die Luft bewegt. Auf den Sandplätzen in Madrid auf einer Höhe von 667 Metern über dem Meeresspiegel wird wesentlich schneller gespielt, als auf den Sandplätzen in Monte-Carlo auf Meereshöhe. Wenn die CPI-Werte an der Oberfläche ähnlich sind, erkennt man den Unterschied nicht allein am CPI. Der Ball verbringt viel mehr Zeit in der Luft, als auf der Spielfeldoberfläche und CPI misst nur den Absprung.
Die CPI-Durchschnittswerte auf Turnierebene verbergen bedeutende Schwankungen zwischen den einzelnen Spieltagen. Eine Turnierwoche in Paris mit zwei Regentagen und einem Kälteeinbruch weist im Laufe der Woche unterschiedliche effektive Geschwindigkeiten auf dem Platz auf – und der durchschnittliche CPI spiegelt diese Variabilität nicht wider.
Auch während eines Matches ändern sich die Oberflächeneigenschaften des Belags, durch Fußabdrücke während des Laufens, insbesondere bei Sandplätzen. Dadurch erhöht sich – zwar geringfügig aber kontinuierlich – die Ballgeschwindikeit, wodurch sich auch das Absprungverhalten des Balls ändert.
Die WTA-Tour verfügt über deutlich weniger dokumentierte CPI-Abdeckungen. Die WTA-spezifische Analyse stützt sich größtenteils auf die gleichen Turnierdaten von gemeinsamen Veranstaltungen mit der ATP, was ein unvollständiges Bild ergibt.
Die meist glatteren Spielfeldlinien bleiben bei den Messungen unberücksichtigt.