| Craugastoridae | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Craugastoridae | ||||||||||||
| Hedges, Duellman & Heinicke, 2008 |
Die Craugastoridae sind eine neotropisch verbreitete Familie der Froschlurche (Anura), die aufgrund phylogenetischer Untersuchungen im Jahr 2008 etabliert wurde. 2011 wurde die Familie Craugastoridae von Pyron und Wiens mit der ebenfalls 2008 von Hedges et al. errichteten Familie Strabomantidae vereinigt. Von vielen Autoren wurden aber die Strabomantidae weiterhin als eigenständige Froschfamilie mit mehreren Unterfamilien beibehalten. 2018 wurde die Zusammenlegung rückgängig gemacht und die Craugastoridae in geringerem Umfang etabliert.
Die Arten der Craugastoridae waren vor 2008 in andere Taxa eingeordnet worden, beispielsweise in die riesige Sammelgattung der Antillen-Pfeiffrösche (Eleutherodactylus) sowie die Familie der Südfrösche (Leptodactylidae).
Meist handelt es sich um sehr kleine, 20 bis 50 mm große Froschlurche, die entweder am Boden leben oder mittels Haftscheiben in der Vegetation klettern. Kennzeichnend für die Biologie der Unterfamilie ist eine direkte Entwicklung, also das Fehlen eines aquatilen Kaulquappenstadiums. Stattdessen vollzieht sich die Larvalentwicklung innerhalb der an Land abgelegten Eier, aus denen fertige Jungfrösche schlüpfen. Diese Art der Entwicklung ist auch noch bei anderen Froschfamilien und -unterfamilien zu beobachten, die zusammen mit den Craugastorinae zu der Klade Terrarana, gleichbedeutend mit der Überfamilie Brachycephaloidea, zusammengefasst werden.
Verschiedene Merkmale der Weibchen und der Männchen verweisen immer wieder bei einzelnen Arten auf Verwandtschaftsverhältnisse über die Grenzen der Unterfamilien hinweg. So wurde Strabomantis aramunha wegen der einzigartigen Schädelmorphologie der Weibchen in die Gattung Strabomantis (Strabomantinae) gestellt, die im Nordwesten Südamerikas beheimatet ist. Die Untersuchung der Männchen und der juvenilen Formen legte jedoch eine Verwandtschaft mit der zur Unterfamilie Craugastorinae zählenden Gattung Haddadus nahe. Schließlich wurde die Art in die Gattung Haddadus transferiert, die an den Hängen der Serra do Espinhaço und in den angrenzenden östlichen Küstenregionen Brasiliens lebt.
Die Vertreter der Craugastorinae sind in Nord-, Mittel- und Südamerika verbreitet. Ihr Vorkommen reicht vom Süden Arizonas über Texas bis Mexiko und über Mittelamerika nach Kolumbien, Venezuela und Ecuador. In Brasilien werden die Küsten im Osten bis zu den Atlantischen Küstenregenwäldern Südbrasiliens besiedelt.
Bearbeitungsstand: 28. März 2026
Die Familie Craugastoridae umfasst 961 Arten in fünf Unterfamilien.
Im Jahr 2024 wurden Craugastor nefrens und Craugastor cyanochthebius mit Craugastor campbelli synonymisiert. Gleichzeitig wurden Craugastor glaucus und Craugastor stuarti zu Craugastor xucanebi gestellt.
Das neu zusammengestellte Taxon Craugastoridae umfasst gegenwärtig fünf Unterfamilien mit insgesamt fast 800 Arten.
Gattungen:
Die Gattung Psychrophrynella Hedges, Duellman & Heinicke, 2008 mit 5 Arten wurde mit der Gattung Noblella synonymisiert.
Gattung:
Die Gattung Hypodactylus wurde im Jahr 2018 nach molekulargenetischen Untersuchungen mit Niceforonia synonymisiert.
Gattungen:
Die mit Abstand größte Gattung ist Pristimantis mit mehr als 450 beschriebenen Arten zum Ende des Jahres 2013, Ende 2017 waren es bereits 522 Arten, Mitte August 2019 waren es 546 Arten und Mitte September 2021 571 Arten, Mitte Februar 2022 war die Gruppe mit 590 Arten die zahlenmäßig größte Wirbeltiergattung der Welt und umfasst 2026 mehr als 630 Arten. Pristimantis appendiculatus, Pristimantis imthurni, Pristimantis jamescameroni, Pristimantis ledzeppelin und Pristimantis xylochobates gehören zu dieser Gattung.
Gattung: