| Creedit | |
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| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Symbol |
Cee |
| Andere Namen |
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| Chemische Formel |
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| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Halogenide |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
III/B.03 III/C.01-040 3.CG.15 12.01.04.01 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | monoklin |
| Kristallklasse; Symbol | monoklin-prismatisch; 2/m |
| Raumgruppe | C2/c (Nr. 15) |
| Gitterparameter | a = 13,94 Å; b = 8,61 Å; c = 9,99 Å β = 94,4° |
| Formeleinheiten | Z = 4 |
| Häufige Kristallflächen | {110}, {111}, {111}, {001} |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 4 |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 2,713 bis 2,730; berechnet: 2,739 |
| Spaltbarkeit | vollkommen nach {100} |
| Bruch; Tenazität | muschelig; spröde |
| Farbe | farblos, weiß, orange bis rötlich, violett bis bläulich |
| Strichfarbe | weiß |
| Transparenz | durchsichtig bis durchscheinend |
| Glanz | Glasglanz |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | nα = 1,461 nβ = 1,478 nγ = 1,485 |
| Doppelbrechung | δ = 0,024 |
| Optischer Charakter | zweiachsig negativ |
| Achsenwinkel | 2V = 64° 22′ (gemessen); 65° (berechnet) |
| Weitere Eigenschaften | |
| Chemisches Verhalten | leicht löslich in Säuren |
Creedit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Halogenide“ mit der chemischen Zusammensetzung Ca3[Al2(F,OH)10|SO4]·2H2O und damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Calcium-Aluminofluorid mit zusätzlichen Sulfationen. Die in den runden Klammern angegebenen Fluor- bzw. Hydroxidionen können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.
Creedit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt meist prismatische, blättrige oder nadelige Kristalle mit glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen, die in radialstrahligen, drusigen oder körnigen Mineral-Aggregaten angeordnet sein können. In reiner Form ist das Mineral farblos und durchsichtig, allerdings kann es durch vielfache Lichtbrechung aufgrund polykristalliner Ausbildung oder Gitterbaufehlern weiß erscheinen und durch Fremdbeimengungen eine orange bis rötliche oder violette bis bläuliche Farbe annehmen, wobei seine Transparenz entsprechend abnimmt. Seine Strichfarbe ist allerdings immer weiß.

Erstmals entdeckt wurde Creedit zusammen mit Gearksutit 1915 auf der Abraumhalde der im Wagon Wheel Gap des Mineral Countys (Colorado) liegenden „Colorado Fluorspar Co. Mine“. Esper S. Larsen und Roger C. Wells beschrieben das Mineral 1916 und benannten es nach der nahe dem Fundort liegenden Stadt Creede.
Da der Creedit bereits lange vor der 1958 gegründeten International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und der Creedit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral bezeichnet. Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Creedit lautet „Cee“.
Das Typmaterial des Minerals wird an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts unter der Inventarnummer 81273 sowie im National Museum of Natural History in Washington, D.C. unter den Inventarnummern 93117 und C1034 aufbewahrt.
Bereits in der letztmalig 1977 überarbeiteten und damit veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Creedit zur Mineralklasse der „Halogenide“ und dort zur Abteilung „Doppelhalogenide“, wo er zusammen mit Boldyrevit (diskreditiert 2006), Chukhrovit (Mischkristall), Elpasolith, Gearksutit, Jarlit, Kryolith, Kryolithionit, Tikhonenkovit, Usovit und Yaroslavit die „Kryolith-Elpasolith-Gruppe“ mit der Systemnummer III/B.03 bildete.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer III/C.01-040. Dies entspricht Abteilung „Doppelhalogenide (meist mit OH, H2O)“, wo Creedit zusammen mit Acuminit, Artroeit, Chukhrovit-(Ca), Chukhrovit-(Ce), Chukhrovit-(Nd), Chukhrovit-(Y), Gearksutit, Jakobssonit, Leonardsenit, Meniaylovit und Tikhonenkovit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer III/C.01 bildet.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Creedit in die Abteilung der „Komplexe Halogenide“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der Struktur der Halogenidkomplexe beziehungsweise der chemischen Zusammensetzung. Das Mineral ist hier entsprechend in der Unterabteilung „Aluminofluoride mit CO3, SO4, PO4“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 3.CG.15 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Creedit die System- und Mineralnummer 12.01.04.01. Dies entspricht ebenfalls der Klasse der „Halogenide“ und dort der Abteilung „Zusammengesetzte Halogenide“, wo das Mineral als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 12.01.04 zu finden ist.
Creedit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe C2/c (Raumgruppen-Nr. 15) mit den Gitterparametern a = 13,94 Å; b = 8,61 Å; c = 9,99 Å und β = 94,4° sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.
Die Kristallstruktur besteht aus Dimere von AlF4(OH)2-Oktaedern, die über gemeinsamen Kanten mit Ca[8]-Würfeln miteinander verknüpft sind und Schichten parallel (100) bilden. Diese Schichten sind durch SO4-Tetraeder und Ca[8]-Würfel verbunden.
Ein von Moisei D. Dorfman 1950 in Kasachstan entdecktes und erstbeschriebenes Mineral, das er zu Ehren von Dmitrii Stepanovich Belyankin (russisch Дмитрий Степанович Белянкин, 1876–1953) als Belyankit (auch Beljankit) bezeichnete, stellte sich bei späteren Neuanalysen als Varietät von Creedit heraus. In der Folge wurde Belyankit 1954 diskreditiert.

Creedit bildet sich in fluoritreichen hydrothermalen Lagerstätten. Das Typmaterial fand sich in Form weißer bis farbloser Körner und wenig entwickelter Kristalle bis etwa 5 Millimeter Größe, eingebettet in matt-weißem Kaolinit und wenig Baryt. Später fand man in der Lagerstätte des Wagon Wheel Gap auch rötliche, mehrere Zentimeter große Kristalle.
Als seltene Mineralbildung konnte Creedit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei bisher etwas mehr als 60 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2026). Neben seiner Typlokalität Colorado Fluorspar Co. Mine trat das Mineral in den Vereinigten Staaten noch in der ebenfalls in Colorado liegenden „Henderson Mine“ (Clear Creek County) und im „Tagebau Cresson“ (Teller County) sowie an mehreren Orten in den Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Nevada und New Mexico auf.
Bekannt aufgrund außergewöhnlicher Creeditfunde ist unter anderem Santa Eulalia im Municipio Aquiles Serdán im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua, wo reichhaltige Drusen gefunden wurden. Sehr gut entwickelte und bis zu drei Zentimeter lange Kristalle traten auch in der „Akshatau Mine“ (auch Aqshatau) bei Aqschatau im Audan Schet (Gebiet Qaraghandy) in Kasachstan zutage.
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Argentinien, Australien, Bolivien, China, Frankreich, Griechenland, Italien, Südafrika und Tadschikistan.