Cyclen

Strukturformel
Struktur von Cyclen
Allgemeines
Name Cyclen
Andere Namen

1,4,7,10-Tetraazacyclododecan

Summenformel C8H20N4
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 294-90-6
EG-Nummer 425-450-9
ECHA-InfoCard 100.102.391
PubChem 64963
ChemSpider 58488
Wikidata Q416407
Eigenschaften
Molare Masse 172,27 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

110–113 °C

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP), ggf. erweitert
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​311​‐​314​‐​410
P: 260​‐​273​‐​280​‐​301+312​‐​303+361+353​‐​305+351+338
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Cyclen, beziehungsweise 1,4,7,10-Tetraazacyclododecan, ist ein cyclisches Polyamin. Cyclen ist der Ausgangsstoff für DOTA und DOTA-Derivate, die eine breite Anwendung als Arzneistoffe haben.

Synthese

Cyclen kann durch die Kombination von zwei nukleophilen Substitutions-Reaktionen hergestellt werden. Mit der zuerst 1974 von Richman und Atkins beschriebenen Synthese lassen sich auch viele verwandte makrocyclische Polyazaalkane herstellen.

Cyclen-Synthese
Cyclen-Synthese

Ausgangsprodukt ist dabei Diethylentriamin (1), das mit 3 Äquivalenten Tosylchlorid in Pyridin zu (3) umgesetzt wird. In Natriumethanolat wird je ein Proton der beiden primären Amine des Diethylentriamin abgespalten und durch Natrium-Ionen ersetzt (4). Als zweite Ausgangsverbindung wird Diethanolamin (2) eingesetzt. Es wird ebenfalls mit 3 Äquivalenten Tosylchlorid zu (5) umgesetzt. Beide Verbindungen (4) und (5) werden in Dimethylformamid in großer Verdünnung zur Reaktion gebracht um eine Polymerisation zu langen Ketten zu vermeiden. Im letzten Schritt werden die Tosyl-Gruppen mit Schwefelsäure entfernt und das Cyclen (7) wird erhalten. Das Rohprodukt ist meistens durch Verunreinigungen leicht gelblich gefärbt. Durch Sublimation kann Cyclen sehr rein als weißer Feststoff erhalten werden.

Verwendung

Cyclen hat ausgezeichnete Komplexierungseigenschaften. So werden ähnlich den Kronenethern selektiv Kationen gebunden.
Ein großer Teil des Cyclens wird technisch weiterverarbeitet und mit Bromessigsäure umgesetzt um DOTA beziehungsweise DOTA-Derivate zu erhalten. Da die Stickstoffatome im Gegensatz zu den Sauerstoffatomen der Kronenether eine weitere Bindung zulassen, werden, ähnlich dem DOTA, auch (mehrere) größere Reste, wie z. B. Adenosin, angekoppelt um neue Eigenschaften zu erhalten. Diese sehr starken Komplexbildner werden sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie vielfältig eingesetzt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Datenblatt 1,4,7,10-Tetraazacyclododecane (PDF) bei Strem, abgerufen am 25. Dezember 2012.
  2. ↑ Datenblatt Cyclen bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 23. März 2011 (PDF).
  3. ↑ Eintrag zu 1,4,7,10-Tetraazacyclododecan in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 15. März 2017. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. 1 2 Eintrag zu 1,4,7,10-Tetraazacyclododecan in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 3. Januar 2023. (JavaScript erforderlich)
  5. ↑ J. E. Richman, T. J. Atkins: Nitrogen analogs of crown ethers, in: J. Am. Chem. Soc., 96, 1974, S. 2268–2270; doi:10.1021/ja00814a056.