| Hundszungen | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cynoglossum | ||||||||||||
| L. |
Die Hundszungen (Cynoglossum) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).
Der Name „Hundszunge“ für die Gattung stammt von ihren langen, schmalen, rauen Blättern, die an die heraushängende Zunge von Hunden erinnern. Die Pflanzenteile besitzen einen mehr oder weniger strengen Geruch, der an Mäuse erinnert.

Hundszungen-Arten sind meist zweijährige oder ausdauernde, seltener einjährige, krautige Pflanzen. Die wechselständigen Laubblätter sind einfach und ganzrandig; sie sind meist gestielt bis sitzend oder halb-stängelumfassend.


Meist stehen viele Blüten in endständigen zymösen oder wickeligen Blütenständen, meist ohne Tragblätter, zusammen.
Die zwittrigen Blüten sind meist fünfzählig und radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die meist fünf bei der Fruchtreife bleibenden Kelchblätter sind höchstens an ihrer Basis verwachsen und vergrößern sich nach der Anthese. Die meist fünf Kronblätter sind zu einer zylindrischen bis trichterförmigen Röhre mit einem radförmigen Saum verwachsen. Diese Kronröhre wird durch fünf Schlundschuppen verschlossen. Staubblätter und Griffel sind in der Kronröhre eingeschlossen. Es ist nur ein Kreis mit meist fünf fertilen Staubblättern vorhanden (pentazyklische Blüte). Die kurzen Staubblätter stehen in oder oberhalb der Mitte. Die zwei Fruchtblätter bilden den oberständigen Fruchtknoten; er ist durch falsche Scheidewände in vier Klausen geteilt. Der gynobasische (nahe der Anheftungsstelle der Fruchtblätter ansitzende), kurze Griffel ist bei reifen Früchten beständig.
Die Klausenfrucht zerfällt in meist vier Teilfrüchte. Die meist vier einsamigen nussartigen Klausen sind ei- bis kreisförmig, auf der Dorsalseite konvex, flach oder leicht konkav, sie sind zum Teil mit Randwulst und mit Widerhaken versehen.
Die Bestäubung erfolgt vorwiegend durch Schwebfliegen.






Die Gattung Cynoglossum wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 134 aufgestellt. Als Lectotypus-Art wurde 1913 Cynoglossum officinale L. festgelegt.
Die Gattung Cynoglossum gehört zur Tribus Cynoglosseae in der Unterfamilie Boraginoideae innerhalb der Familie Boraginaceae.
Die etwa 75 Arten der Gattung Cynoglossum sind vorwiegend in den Tropen und Subtropen, fast weltweit, verbreitet. In Europa kommen elf und in Deutschland nur die zwei Arten Deutsche Hundszunge (Cynoglossum germanicum) und Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) vor. In Österreich tritt zusätzlich noch Ungarn-Hundszunge (Cynoglossum hungaricum) auf.
Es gibt etwa 75 Cynoglossum-Arten (hier eine Auswahl):
Die Abgrenzung der Arten innerhalb der Tribus Cynoglosseae ist problematisch und wird bei Botanikern uneinheitlich gehandhabt. Traditionell haben Botaniker, gestützt überwiegend auf morphologische Merkmale, insbesondere der Früchte, hier eine Vielzahl von Gattungen, darunter Paracaryum, Solenanthus, Mattia, Mattiastrum, Rindera, Pardoglossum, Trachelanthus und Lindelofia unterschieden. Verschiedene Revisionen unterschiedlicher Bearbeiter im Laufe mehrerer Jahrzehnte synonymisierten jeweils einzelne davon miteinander, ohne dass sich eine befriedigende Lösung abzeichnete. Dies veranlasste Werner Greuter im Jahr 1981 dazu, die meisten dieser Gattungen, bis zur Klärung der Verhältnisse, in einer weit gefassten Gattung Cynoglossum zu vereinigen, also die anderen Gattungen mit dieser zu synonymisieren. Dies wurde von einigen Botanikern akzeptiert, während andere an den traditionellen Gattungsnamen festhielten.
Phylogenomische Arbeiten, bei denen die Verwandtschaft anhand des Vergleichs homologer DNA-Sequenzen untersucht wird, haben klar erwiesen, dass die Gattung Cynoglossum paraphyletisch ist, wenn man diese Gattungen anerkennt. Es fanden sich zudem Hinweise darauf, dass abweichende Fruchtformen (wie in Solenanthus und Pardoglossum) ökologische Gründe haben können (angepasst an Verbreitung durch Tiere, Epizoochorie) und als taxonomisches Merkmal weniger Gewicht besitzen könnten als früher gedacht. Bis zu einer befriedigenden Klärung der Sachlage haben sich viele Botaniker aber entschlossen, die traditionellen Gattungsnamen weiter zu verwenden.