Kurznasenflughunde

Kurznasenflughunde

Gemeiner Kurznasenflughund (Cynopterus brachyotis)

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Überfamilie: Pteropodoidea
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Unterfamilie: Kurznasenflughunde
Wissenschaftlicher Name
Cynopterinae
Andersen, 1912

Die Kurznasenflughunde (Cynopterinae) sind eine Unterfamilie aus der Familie der Flughunde (Pteropodidae). Sie umfassen 14 Gattungen mit rund 30 Arten.

Verbreitung

Kurznasenflughunde sind in Süd- und Südostasien beheimatet, ihr Verbreitungsgebiet reicht von Pakistan und dem südlichen China bis zu den Philippinen und den Kleinen Sunda-Inseln.

Beschreibung

Kurznasenflughunde sind klein, zu ihnen zählen die kleinsten bekannten Flughunde. Die Kopfrumpflänge variiert je nach Art zwischen fünf und 15 Zentimetern, das Gewicht beträgt neun bis 100 Gramm. Ihr Fell ist meist bräunlich (von gelbbraun bis graubraun) oder schwärzlich gefärbt, wobei die Unterseite oft heller ist. Bei manchen Arten unterscheidet sich die Färbung des Kopfes deutlich von der des übrigen Körpers. Der Schwanz ist kurz oder fehlt ganz. Die Nasenlöcher sind nach oben gerichtet und sitzen, ähnlich wie bei den Röhrennasenflughunden, auf kurzen Röhrchen.

Lebensweise

Im Gegensatz zu vielen anderen Flughunden, die freihängend auf Bäumen ruhen, ziehen sich die Kurznasenflughunde zum Schlafen oft in Höhlen oder Baumhöhlen zurück; manche Arten finden sich auch in Minen oder Gebäuden. Sie verbringen den Tag ruhend in kleinen Gruppen und fliegen in der Nacht auf Nahrungssuche. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Früchten, manche Arten verzehren auch Blüten oder Pollen.

Fortpflanzung

Von vielen Arten gibt es kaum gesicherte Informationen über die Fortpflanzung. Kurznasenflughunde dürften das ganze Jahr über Nachwuchs zur Welt bringen, manche Arten gebären zweimal im Jahr. Die Tragzeit beträgt rund vier Monate, dann kommt meist ein einzelnes Jungtier zur Welt. Nach zwei bis drei Monaten werden die Jungtiere entwöhnt.

Kurznasenflughunde und Menschen

Einige Arten sind Kulturfolger, die sich oft in Obstplantagen niederlassen und dort Früchte und Blüten verzehren, weswegen sie als Plage verfolgt werden. In einigen Regionen wie Nordthailand und Indien werden sie gejagt und verkauft, ihr Fleisch gilt als Heilmittel, das starkmachen soll. Mehrere Arten, vornehmlich diejenigen, die ein kleines Verbreitungsgebiet haben, gelten als gefährdet, eine Art, Latidens salimalii, die nur ein kleines Gebiet in Südindien bewohnt, gilt als bedroht.

Systematik

Die Kurznasenflughunde bilden das Schwestertaxon aller anderen Flughundarten.

Die Gattungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 Francisca Cunha Almeida, Nancy B. Simmons & Norberto P. Giannini (2020): A Species-level Phylogeny of Old World Fruit Bats with a New Higher-level Classification of the Family Pteropodidae. American Museum Novitates, 3950, 1–24. doi: 10.5531/sd.sp.39 PDF