| Udarnik/Amkodor | |
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Schneefrässchleuder DE-226 im Einsatz in der Region Altai (2015) | |
| DE-226 | |
| Hersteller | Amkodor |
| Verkaufsbezeichnung | ДЭ-226 АМКОДОР 9531 СШР-1 |
| Produktionszeitraum | seit 1986 |
| Vorgängermodell | D-902 |
| Nachfolgemodell | keines |
| Technische Daten | |
| Bauformen | Schneefrässchleuder |
| Motoren | Dieselmotor (V8) + Dieselmotor (V12) |
| Leistung | 154 + 294 kW |
| zul. Gesamtgewicht | 15,15 t |
Die DE-226 (russisch ДЭ-226) ist eine auf dem sowjetischen Lastwagen Ural-4320 basierende schwere Schneefrässchleuder, seit 1986 in Serie gebaut wird. Die Schneeräumtechnik wurde in einem Werk in Minsk entwickelt, die Serienproduktion erfolgt bei Amkodor (ehemals Straßenmaschinenwerk Udarnik), ebenfalls in Minsk. Die Maschinen wurden wegen ihrer hohen Räumleistung von bis zu 1500 Tonnen Schnee pro Stunde sowohl auf Straßen als auch auf Flugplätzen eingesetzt. Vorgänger war die ab 1966 gebaute, konstruktiv sehr ähnliche D-902, basierend auf dem Ural-375.
Baugleiche Maschinen werden aufgrund neuer Bezeichnungen oder abweichender Hersteller auch als AMKODOR 9531 und SSchR-1 vermarktet.

Schwere Schneefrässchleudern des Typs D-902 auf Basis des Ural-375 wurden im Minsker Udarnik-Werk ab 1966 gebaut. Nachdem mit dem Ural-4320 ein Nachfolger mit wirtschaftlicherem und leistungsfähigerem Dieselmotor zur Verfügung stand und in nennenswerten Mengen produziert wurde, wurde die D-902 für das neue Fahrgestell angepasst. Die Serienfertigung begann 1986. Alleine die Sowjetarmee nahm 300 Fahrzeuge pro Jahr ab, wo sie auf Flugplätzen und im Krieg in Afghanistan eingesetzt wurden. In der Sowjetunion und den Nachfolgestaaten wurde und wird sie auch als Zivilfahrzeug im Winterdienst eingesetzt.
Anders als bei kleineren Maschinen wie der DE-210 auf Basis des ZIL-131 wurde der Motor des Lastwagens nicht ausgebaut. Er sorgt nach wie vor für den Antrieb des Fahrzeugs. Als Antrieb der Fräseinheit wurde zusätzlich ein Dieselmotor vom Typ 1D12BM (und später Weiterentwicklungen dieses Typs) im Aufbau untergebracht. Der V12 mit knapp 40 Litern Hubraum leistet 400 PS (294 kW) und ist ein gedrosseltes Derivat des Panzermotors W-2, wie er in fast allen sowjetischen Kampfpanzern seit dem T-34 genutzt wurde. Die Kraft wird über Kardanwellen und Ketten auf die Fräseinheit an der Front des Fahrzeugs übertragen.
Der Fräskasten ist hydraulisch höhenverstellbar, die Maschine hat eine Arbeitsbreite von 2,8 m. Die Fräseinheit besteht aus zwei Förderschnecken, die den Schnee nach innen befördern und einem Schleuderrad mit sechs Rotorblättern und 1,2 m Durchmesser, das den Schnee zur Seite auswirft. Höhe und Richtung des Auswurfs sind verstellbar, die maximale Wurfweite beträgt etwa 65 m. Der gesamte Fräskasten ist durch einen Hilfsrahmen mit zwei Holmen mit dem Fahrzeug verbunden. Um die zusätzliche Belastung tragen zu können, wurde die Aufhängung der Vorderachse des Lastwagens verstärkt. Für die niedrigen Arbeitsgeschwindigkeiten wurde das Verteilergetriebe modifiziert und ein zusätzliches Untersetzungsgetriebe eingebaut, was gleichzeitig die Höchstgeschwindigkeit auf der Straße auf 52 km/h begrenzte. Außerdem wurde die Frontstoßstange entfernt, ein weiterer Hilfsrahmen als Anschlagpunkt für die Hebehydraulik angebracht und die Scheinwerfer auf das Kabinendach verlegt. Diese Umrüstungen sowie die Fertigung des Aufbaus erfolgen nicht beim Hersteller des Lkw-Chassis, sondern beim jeweiligen Hersteller der Schneeräumtechnik. Die DE-226 konnte ab Werk auf Bestellung mit einer UKW-Funkstation des Typs R-838 für den Flugfunk ausgerüstet werden.
Das Minsker Udarnik-Werk, der ursprüngliche Hersteller der Schneefrässchleudern, wurde nach dem Zerfall der Sowjetunion durch den Baumaschinenkonzern Amkodor übernommen, die Produktion dort ab 1993 fortgesetzt. In diesem Zuge wurden die Maschinen in AMKODOR 9531 umbenannt. Danach folgten verschiedene Modernisierungen und kleinere Weiterentwicklungen, insbesondere wurde der V12 durch andere Dieselmotoren ersetzt. Unter der ursprünglichen Bezeichnung DE-226 bzw. SSchR-1 werden auch Maschinen im russischen Miass gefertigt.
Die nachfolgende Liste bietet lediglich einen Überblick und ist nicht abschließend.
Für die Serienfahrzeuge vom Typ DE-226 mit Stand Dezember 1986, soweit nicht anders vermerkt.
Abmessungen und Gewichte