Fügen (Fertigungstechnik)

DIN 8593
Titel Fertigungsverfahren Fügen
Teile Teil 0: Allgemeines; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
Teil 1: Zusammensetzen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
Teil 2: Füllen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
Teil 3: Anpressen, Einpressen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
Teil 4: Fügen durch Urformen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
Teil 5: Fügen durch Umformen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
Teil 6: Fügen durch Schweißen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
Teil 7: Fügen durch Löten; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
Teil 8: Kleben; Einordnung, Unterteilung, Begriffe
Teil 9: Fertigungsverfahren Fügen; Textiles Fügen; Einordnung, Unterteilung, Begriffe (Entwurf 1984-06, zurückgezogen)
Letzte Ausgabe 2003-09 (alle Teile außer Teil 9)

Fügen ist in der Fertigungstechnik nach DIN 8580 die vierte der sechs Fertigungshauptgruppen. Beim Fügen werden zwei oder mehr feste Körper, die Fügeteile, mit geometrisch bestimmter Gestalt dauerhaft verbunden (gefügt). Bei manchen Fügeverfahren wird zusätzlich ein „formloser Stoff“ eingesetzt (ein Stoff, dessen Form nicht definiert ist). Dazu zählt beispielsweise Klebstoff.

Die einzelnen Verfahrensgruppen werden in der DIN 8593 näher bestimmt. Zu den wichtigsten zählen das Nieten, Durchsetzfügen (Clinchen) und Schrauben, sowie unter Verwendung eines formlosen Hilfsstoffs das Schweißen, Löten und Kleben.

Das Fügen ist ein wichtiger Teil der Montage, die selber nicht genormt ist. Die Montage setzt sich im Allgemeinen zusammen aus dem Handhaben, Prüfen, Justieren, Hilfsoperationen und dem Fügen.

Allgemeines

Durch das Fügen wird der Zusammenhalt zwischen separaten Werkstücken lokal – d. h. an den Fügestellen – geschaffen oder erhöht. Die Verbindung kann dabei von fester oder beweglicher Art sein. Über die Wirkflächen der Verbindung werden die auftretenden Betriebskräfte übertragen.

Einteilungsmöglichkeiten

Lösbarkeit

Die Verbindungen können lösbar, unlösbar oder bedingt lösbar sein:

Verbindungsart

Eine andere Einteilung ist die Art und Weise der Verbindung:

DIN 8593

Die DIN 8593 unterteilt das Fügen in neun Gruppen, in denen die verschiedenen Fügeverfahren zusammengefasst werden:

  1. Zusammensetzen: Unter anderem Einsetzen, Einhängen und Ineinanderschieben
  2. Füllen: Füllen von Hohlräumen mit Werkstoffen. Beispielsweise das Imprägnieren.
  3. An- und Einpressen: Schrauben, Nageln oder Pressverbindungen mit Übermaßpassung
  4. Fügen durch Urformen: Nutzt verschiedene Verfahren des Urformens zum Fügen, insbesondere das Gießen
  5. Fügen durch Umformen: Nutzt verschiedene Verfahren der Umformtechnik zum Fügen. Beispiele sind Bördeln, Falzen, Biegen und Nieten.
  6. Fügen durch Schweißen: Fügen unter Einfluss von Wärme und/oder Druck. An den Fügestellen werden die Werkstücke aufgeschmolzen.
  7. Fügen durch Löten: Fügen durch Schmelzen von Lot. Die Fügestellen werden erwärmt, aber nicht geschmolzen.
  8. Kleben: Mit Klebstoff
  9. Textiles Fügen

Verhältnis zum Beschichten

Die zu fügenden Werkstücke haben eine geometrisch bestimmte Form. Als Hilfsstoff kann ein formloser Stoff eingesetzt werden. Dazu zählen etwa flüssiges Lot, Schweißzusatzwerkstoffe (aus denen nach der Erstarrung die Schweißnaht gebildet wird) sowie Klebstoff. Wird nur ein einzelnes Werkstück flächig mit formlosem Stoff überzogen, so bezeichnet man dies als Beschichten.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Fritz, Schulze: Fertigungstechnik, 11. Auflage, S. 125.
  2. ↑ Skolaut: Maschinenbau, Springer, 2014, S. 1058, 1062.