DRELOBA

Baustein des DRELOBA-Systems,
Mitte: Verschaltungsplatte, unten: Deckplatte

DRELOBA war ein pneumatisches Steuerungssystem (Fluidik) der 1960er bis 1980er Jahre. Die binäre Logik wurde mit Druckluft von 1,4 bar betrieben. Die Dresdner Logik-Bausteine wurden auf der Industrieausstellung „technica 66“ in Dresden erstmals vorgestellt. Hergestellt wurden sie von VEB Reglerwerk Dresden, Großenhainer Str. 1–5, das später in VEB EAW-Elektronik Dresden umbenannt wurde. Die Sunvic Regler GmbH hat das System in der Bundesrepublik Deutschland zwei Jahrzehnte lang vertrieben. Die aufkommende Mikroelektronik mit immer kleiner werdenden Schaltkreisen und die Speicherprogrammierbare Steuerung lösten pneumatische Steuerungssysteme ab.

Heinz Töpfer erforschte mit seinen Mitarbeitern an der Deutschen Akademie der Wissenschaften (DAW), Arbeitsstelle Regelungs- und Steuerungstechnik Dresden (Leiter: Heinrich Kindler) die wissenschaftlichen Grundlagen zu diesem innovativen Steuerungssystem (1964 Nationalpreis für ein Kollektiv). 1963 verteidigte Töpfer an der TU Dresden seine Dissertationsschrift Vergleichende Untersuchungen pneumatischer Bauelemente und Geräte der Steuerungs- und Regelungstechnik im Normal- und im Niederdruckbereich.

Aufbau

Doppelmembranrelais und Funktionsplan

Der Grundbaustein war das Doppelmembranrelais (DMR) – siehe Bild rechts. Es wurde aus Kunststoff hergestellt. Die beiden Membranen wurden über einen Steg fest miteinander verbunden. Der Membranhub betrug 0,1–0,15 mm. Das Flächenverhältnis der äußeren zur inneren Kammer betrug 2:1. Es war einzeln verfügbar mit 5 Schlauchanschlussstücken für Schläuche mit der Nennweite 2 mm. Mit unterschiedlichen Anschlussbelegungen waren alle logischen Grundfunktionen realisierbar.

Das erweiterte Doppelmembranrelais hatte zwei weitere Kammern, rechts und links angeordnet, die als zwei zusätzliche Oder-Eingänge funktionierten.

Drei Grundbausteine gab es auch zusammengefasst zu Universalbausteinen (oberes Bild) mit frei verfügbaren Relais oder als fest verschaltete Bausteine (RS-Flipflop, Torbaustein, Signalweiche). Diese Bausteine des DRELOBA-Systems wurden mit Hilfe von Anschlussplatten, in denen nur bestimmte Löcher aufgebohrt wurden, zu kompakten Funktionseinheiten zusammengebaut. Dichtungsgummi, Schrauben und U-Profil-Schienen haben den Funktionsblock zusammengehalten, an deren Vorder- und Rückseite die Universalbausteine montiert waren. Es mussten von außen nur noch die Druckluftversorgung und die wenigen Schläuche zu den Sensoren und Aktoren angeschlossen werden.

Technische Daten im Vergleich

SystemDRELOBASAMSON AG

(ehem. SAMSOMATIC GmbH)

USEPPA
Abmessung18 × 16 mm25 × 30 × 20 mm26 × 26 mm
Masse10 g50 g30 g
MembranabmessungØ 13 × 0,5 mmØ 16 × 0,5 mmØ 20 × 0,3 mm
Nennweite2 mm2 mm2 mm
Versorgungsdruck1,4 bar1,6 bar1,4 bar
minimale Schaltzeit2 ms6 ms5 ms
max. Schaltfrequenz250 Hz85 Hz100 Hz
Lebensdauer>109 Schaltspiele>109 Schaltspiele2·106 Schaltspiele

Produziert wurden in den 1960er Jahren auch das System UNALOG (universelles Niederdruck-analog- und Logik-System)

Vorteile:

Nachteile:

Verfügbare Funktionseinheiten

Mit einer Entlüftungs- oder Belüftungsvorsteuerung konnte das DMR mit Wegeingaben geschaltet werden. Damit wurden Taster, Endlagenschalter und elektrisch-pneumatische Wandler realisiert.

Es gab auch:

Einzelnachweise

  1. ↑ DEFA-Film Der Augenzeuge. 1968/01
  2. 1 2 Hans-Joachim Zander, Georg Bretthauer: Prof. Heinz Töpfer zum 80. Geburtstag. In: at – Automatisierungstechnik. Band 58, Nr. 7, 2010, S. 413–415.
  3. 1 2 Heinz Töpfer, Arnulf Schwarz: Wissensspeicher Fluidtechnik. Fachbuchverlag, Leipzig 1998, ISBN 3-343-00246-1, S. 133.
  4. ↑ Prospekt Binäranzeiger PA. VEB Reglerwerk Dresden, Mai 1978, S. 2, abgerufen am 4. Dezember 2022 (bei ebay).

Literatur