Dagaya (auch: Dagaya Déguilla, Dagaya I, Digaya, Digoya) ist ein Dorf in der Landgemeinde Bosso in Niger.
Geographie
Das Dorf liegt am Fluss Komadougou Yobé, der hier die Staatsgrenze zu Nigeria bildet. Es befindet sich rund 31 Kilometer südwestlich des Hauptorts Bosso der gleichnamigen Landgemeinde und des gleichnamigen Departements Bosso, das zur Region Diffa gehört. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Dagaya zählen Toumour im Nordosten und Bandi im Südwesten.
In den 1920er Jahren galt die durch Dagaya führende und 1375 Kilometer lange Piste von Niamey nach N’Guigmi als einer der Hauptverkehrswege in der damaligen französischen Kolonie Niger. Sie war in der Trockenzeit bis Guidimouni und wieder ab Maïné-Soroa von Automobilen befahrbar.
In Dagaya hatten sich 2014 viele Flüchtlinge aus dem Nachbarland Nigeria niedergelassen, die ihre Heimat wegen der Terroraktivitäten von Boko Haram verlassen mussten. Um daraus resultierenden Epidemien vorzubeugen, ließ das Internationale Komitee vom Roten Kreuz im selben Jahr in Dagaya sowie in den Orten Bandi, Barwa, Bosso, und ToumourMasernimpfungen bei fast 30.000 Kindern durchführen. Die Sicherheitslage in der Region verschlechterte sich weiter, auch Dagaya wurde am 9. Juli 2015 das Ziel eines bewaffneten Angriffs. Dabei wurden auf einer Baustelle fünf Menschen mutmaßlich von Boko Haram getötet. Die Streitkräfte Nigers flogen in einer Zone bei Dagaya im November 2015 erstmals Luftangriffe gegen Boko Haram, nachdem dort kurz zuvor ein Soldat in einem Hinterhalt getötet worden war.
Bei der Volkszählung 2012 hatte Dagaya 3166 Einwohner, die in 523 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 1253 in 236 Haushalten und bei der Volkszählung 1988 belief sich die Einwohnerzahl auf 998 in 231 Haushalten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Mit einem Centre de Santé Intégré (CSI) ist ein Gesundheitszentrum im Ort vorhanden. Es befindet sich im Nordosten von Dagaya. In der Nähe des Gesundheitszentrums erstreckt sich ein Marktgelände. Am südwestlichen Ortsrand gibt es eine Schule.
↑Maurice Abadié:La Colonie du Niger. Mit einem Vorwort von Maurice Delafosse. Société d’Editions Géographiques, Maritimes et Coloniales, Paris 1927, S.426.
↑Recensement Général de la Population 1988: Répertoire National des Villages du Niger. Bureau Central de Recensement, Ministère du Plan, République du Niger, Niamey März 1991, S.44 (web.archive.org[PDF; abgerufen am 4.Mai 2019]).
↑Niger DSS.In:Systeme Nationale d’Information Sanitaire (SNIS).Ministère de la Santé Publique, République du Niger,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am8.Januar 2023;abgerufen am 29.Oktober 2020(französisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/snisnet.net