Dagmar Frederic

Dagmar Frederic (2009)

Dagmar Frederic (gebürtig Dagmar Elke Schulz; * 15. April 1945 in Eberswalde) ist eine deutsche Sängerin, Tänzerin und Moderatorin.

Leben

Dagmar Elke Schulz wurde kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs als Tochter des späteren Tierpark-Direktors von Eberswalde geboren. Mit 16 Jahren hatte sie ihren ersten Auftritt auf der Bühne des Eberswalder Unterhaltungsorchesters. Sie absolvierte eine Lehre als Apothekenhelferin in Eberswalde und studierte später an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Der Showmaster und Talentesucher Heinz Quermann entdeckte sie im Jahr 1966 bei einem Casting für die Fernsehreihe Herzklopfen kostenlos. Schulz nahm Gesangsunterricht in Berlin bei Frau Rosenberg, Frau Grünert und Peter Wieland und erhielt erste Engagements mit dem Eberswalder Tanzorchester Max Reichelt.

Dagmar Frederic und Siegfried Uhlenbrock (1970)

Der Berliner Friedrichstadtpalast engagierte sie 1967 für Auftritte mit Musical-Melodien, unter anderem aus My Fair Lady. Von 1969 bis 1975 trat sie im Duett mit Siegfried Uhlenbrock auf. Populär wurde ihr Lied Du hast gelacht, insbesondere als die Eiskunstläuferin Gaby Seyfert 1969 in den USA mit diesem Lied ihre Kür absolvierte und den Weltmeisterschaftstitel gewann. 1971 spielte Dagmar Frederic in Halle (Saale) die Hauptrolle im Musical Andrea.

Dagmar Frederic mit Michael Hansen (links) und Peter Wieland (1973)

Im DDR-Fernsehen moderierte sie ab 1973 verschiedene Unterhaltungssendungen, darunter die Weihnachtssendung Serenade bei Kerzenschein, Kinomusik mit Dagmar Frederic und Musik, die Ihnen Freude bringt. Sie präsentierte die Unterhaltungsrevue Ein Kessel Buntes und die Preisverleihung der Fernsehlieblinge. Zu DDR-Zeiten wurde sie gelegentlich „auf persönlichen Wunsch von Erich Honecker“ besetzt und war Mitglied der Blockpartei LDPD. 1977 heiratete sie Peter Wieland. 1981 erhielten sie gemeinsam den Nationalpreis der DDR aus den Händen Honeckers. 1983 wurde die Ehe geschieden. 1984 eröffnete sie den Neubau des Friedrichstadtpalasts mit dem ersten Lied, das dort gesungen wurde.

Dagmar Frederic (1985)

Nach der deutschen Wiedervereinigung übernahm sie die Fernseh-Formate Meine Show, ARD-Sommer-Melodien und Wünsch Dir was an der Seite von Dénes Törzs. Von 2001 bis 2009 wirkte sie bei den Elblandfestspielen Wittenberge mit und übernahm auch die Moderation von Galas der Elblandfestspiele im RBB-Fernsehen. 2005 moderierte sie auf dem Berliner Gendarmenmarkt das Konzert Klassik Open Air. Von September 2008 bis April 2011 moderierte Dagmar Frederic auf dem privaten Hörfunksender Radio Paloma samstags die Sendung Schönes Wochenende. Aufgrund einer Programmreform trennte sich der Sender von Frederic und vier weiteren Moderatoren.

Im Jahr 2009 machte ein Streit um das Erbe des 2002 verstorbenen einstigen stellvertretenden DDR-Kulturministers Siegfried Wagner Schlagzeilen. Ein Nachlassgericht warf Dagmar Frederic vor, sich Teile des Erbes von der dementen und 2009 verstorbenen Witwe Wagners, Brunhilde Wagner, erschlichen zu haben. Im Oktober 2011 wurde Dagmar Frederic in dieser Sache verurteilt, 170.000 Euro zurückzuzahlen, nachdem sie bereits 60.000 Euro im Jahr 2008 zurückbezahlt hatte. 2007 hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung gegen sie geführt, weil sie die Schenkung nicht rechtzeitig beim Finanzamt angemeldet habe.

Von 2012 bis 2015 moderierte Dagmar Frederic beim Berliner Rundfunksender Radio B2 die Deutsche Hitparade.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck bezeichnete Dagmar Frederic als „Valente des Ostens“. Sie ist Schirmherrin des Cottbuser Hauses der McDonald’s Kinderhilfe und des Wohnprojekts Undine des Sozialwerks des Demokratischen Frauenbundes in Berlin-Lichtenberg.

Gemeinsam mit Kammersänger Heiko Reissig moderiert sie seit 2018 die Unterhaltungsgalas Wittenberger Heimatmelodie und den Carneval der Melodien.

Dagmar Frederic ist seit 2002 in fünfter Ehe verheiratet und lebt mit ihrem Ehemann in Berlin-Rahnsdorf. Ihre 1985 geborene Tochter Maxie Renner trat schon als Kind und gelegentlich auch im Duett mit ihrer Mutter als Sängerin auf.

Auszeichnungen

Frederic wurde 1981 mit dem Goldenen Orpheus, im selben Jahr zusammen mit Peter Wieland mit dem Nationalpreis der DDR und 1985 mit dem Preis der Goldenen Kehle ausgezeichnet.

Im Jahr 2017 wurde sie beim Smago! Award mit dem „Ehrenpreis für künstlerische Vielseitigkeit und humanitäres Engagement“ ausgezeichnet.

2024 wurde Dagmar Frederic zum Ehrenmitglied der Europäischen Kulturwerkstatt Berlin-Wien (EKW) berufen.

Literarische Werke

Diskografie

Alben

Singles

Stücke auf Kompilationen

Filmografie

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Lothar Heinke: Wünsch ihr was
  2. ↑ Dagmar Frederic. online-star-news.com, abgerufen am 14. April 2020
  3. ↑ Manfred Gössinger: Mit Dagmar Frederic sang er einen WM-Hit. In: B.Z. 17. September 2013, abgerufen am 26. April 2015 (Nachruf für Siegfried Uhlenbrock).
  4. ↑ Birgit Walter: Pomp Daggi. In: Berliner Zeitung, 14. Mai 2005.
  5. ↑ Steht Dagmar Frederic jetzt mit leeren Händen da? In: bild.de, 18. Oktober 2011, abgerufen am 6. Februar 2014
  6. ↑ Franziska von Mutius: Im Visier der Staatsanwaltschaft.
  7. ↑ Berliner Kurier: Dagmar Frederic: Immer wieder eine neue Liebe (Memento des Originals vom 28. Oktober 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. ↑ Liste der Preisträger 2017 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.), abgerufen am 11. Januar 2017
  9. ↑ Europäische Kulturwerkstatt e.V. – Internationale Gesellschaft zur Förderung von Kunst, Musik und Theater (EKW). Abgerufen am 31. August 2026.
Personendaten
NAME Frederic, Dagmar
ALTERNATIVNAMEN Schulz, Dagmar Elke (wirklicher Name)
KURZBESCHREIBUNG deutsche Unterhaltungskünstlerin
GEBURTSDATUM 15. April 1945
GEBURTSORT Eberswalde