
Dagmar Borrmann, auch Dagmar Fischborn (* 24. Juli 1955 in Dresden) ist eine deutsche Dramaturgin und Hochschullehrerin.
Dagmar Borrmann wuchs in Dresden auf und studierte Theaterwissenschaft an der Theaterhochschule Leipzig. 1985 wurde sie an der Humboldt-Universität Berlin promoviert. Von 1984 bis 1990 war Dagmar Borrmann Chefdramaturgin am Thalia Theater (Halle). Es folgte ein Engagement am Schauspiel Leipzig, wo sie von 1990 bis 1995 als Dramaturgin für Schauspiel und Tanztheater arbeitete. In diese Zeit fallen ihre ersten gemeinsamen Arbeiten mit der Regisseurin Konstanze Lauterbach, mit der sie eine langjährige, sehr fruchtbare Arbeitsbeziehung verband. Wichtige Inszenierungen dieser Jahre waren unter anderen Federico García Lorcas Bernarda Albas Haus, die 1993 vom ZDF aufgezeichnet wurde, und 1995 Brechts Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui für die Wiener Festwochen. Mit dem neu gegründeten Tanztheater im Schauspiel Leipzig unter der Leitung von Irina Pauls entwickelte Dagmar Borrmann als Dramaturgin sieben Uraufführungen.
1995 übernahm Wolfgang Engel die Intendanz des Schauspiel Leipzig. Dagmar Borrmann wurde Chefdramaturgin und stellvertretende Intendantin für den künstlerischen Geschäftsbereich. Für Engels Faust 1+2 in der Spielzeit 1999/2000 erarbeitete sie die Spielfassung und betreute die Inszenierung als Produktionsdramaturgin.
Im Jahr 2002 berief sie das Deutsche Literaturinstitut Leipzig zur Gastprofessorin für Szenisches Schreiben.
Von 2004 bis 2014 war Dagmar Borrmann als Dramaturgin und Mitglied der Schauspielleitung am Hessischen Staatstheater Wiesbaden tätig. Die Produktion Die Kinder Agamemnons (Fassung von Konstanze Lauterbach und Dagmar Borrmann) wurde 2012 zum International Festival of Ancient Greek Drama nach Paphos (Zypern) eingeladen.
Als Produktionsdramaturgin begleitete Dagmar Borrmann insgesamt über 120 Inszenierungen (darunter zahlreiche Ur- und Erstaufführungen unter anderem von John von Düffel, Herbert Fritsch, Uwe Tellkamp, Eugen Ruge, Cesare Lievi, Ulrich Hub und Tankred Dorst). Sie arbeitete u. a. mit den Regisseuren Konstanze Lauterbach, Wolfgang Engel, Herbert Fritsch, Armin Petras, Andreas Dresen, Hermann Schmidt-Rahmer, Markus Dietz, Alexander Lang, Manfred Beilharz, Dietrich Hilsdorf, Tilman Gersch, David Mouchtar-Samorai und der Choreografin Irina Pauls.
Neben ihrer Theatertätigkeit publizierte Dagmar Borrmann zahlreiche Aufsätze und Essays, insbesondere zur Dramatik und zum Theater der Gegenwart. Ihre Theateradaption des Romans Spur der Steine von Erik Neutsch wurde im September 2014 am Theater Magdeburg erstaufgeführt. Ihr Stück Kruso nach dem gleichnamigen Roman von Lutz Seiler erlebte im September 2015 ebenfalls in Magdeburg seine Uraufführung.
Seit 1995 unterrichtet Dagmar Borrmann an verschiedenen Hochschulen und Universitäten, darunter an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, der Goethe-Universität Frankfurt am Main, an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Schwerpunkte ihrer Lehrtätigkeit sind Szenisches Schreiben, Geschichte und Theorie des Theaters sowie Dramentheorie.
Von 2017 bis 2020 lehrte Dagmar Borrmann als Professorin für Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. In diesem Zeitraum war sie zugleich Ausbildungsdirektorin für Schauspiel an der HfMDK. Dagmar Borrmann gibt regelmäßig Workshops zum Szenischen Schreiben an verschiedenen Hochschulen, Theatern und Literaturhäusern.
2014 entwickelte Dagmar Borrmann eine szenische Form, bekannte Stoffe der Weltliteratur und der Oper mit Playmobil-Figuren zu spielen. Mit Der Ring des Nibelungen - Die Playmobilshow war sie 2024 zu den Wahnfried-Konzerten nach Bayreuth eingeladen.
Dagmar Borrmann ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Von 2019 bis 2024 war sie Juryvorsitzende der Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler in Bensheim, die von der Akademie der Darstellenden Künste veranstaltet wird.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Borrmann, Dagmar |
| ALTERNATIVNAMEN | Fischborn, Dagmar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Dramaturgin, Theaterwissenschaftlerin und Publizistin |
| GEBURTSDATUM | 24. Juli 1955 |
| GEBURTSORT | Dresden |