Dagmar Rhodius (* 24. April 1945 in Bayrischzell, Oberbayern) ist eine deutsche Bildende Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in München. Medienübergreifend bedient sie sich sowohl zeichnerischer als auch malerischer Gestaltungsmittel, sensibilisiert für die verwendeten Materialien wie die damit verbundenen Herstellungsprozesse, experimentiert mit Drucktechniken oder arbeitet mit Fotografie. Über zweidimensionale Formate hinaus umfasst ihr Werk bildhauerische Arbeiten, plastische Objekte und raumgreifende Installationen im Rahmen von Kunst am Bau. Gedruckt, als Körper gestaltet oder geschrieben – durchwegs nehmen Sprache und Schrift eine zentrale Rolle in ihrem Denken und Schaffen ein.
Wenige Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Dagmar Rhodius am 24. April 1945 in Bayrischzell im oberbayerischen Voralpenland geboren. Nach dem Abitur (1964) entschied sie sich für ein Studium der Kunstgeschichte. Die Universitäten München, Basel und Wien lagen auf ihrem Bildungsweg. 1967 wechselte sie an die Kunstakademie München. Zu ihren Lehrern zählten Rudi Tröger und Karl Fred Dahmen. Nach Abschluss des Kunststudiums (1973) folgten verschiedene geförderte Auslandsaufenthalte: So wurde sie 1974 in das postgraduale, unabhängige Künstlerausbildungsinstitut Ateliers ’63 in Haarlem aufgenommen, dem sich von 1974 bis 1975 ein DAAD-Stipendium in den Niederlanden anschloss. 1980 bis 1982 ermöglichte ihr ein Karl-Schmidt-Rotluff-Stipendium Studienreisen nach Amsterdam und New York. 1981 wurde ihr der Rompreis Villa Massimo zugedacht. Dieser war mit einem zehnmonatigen Aufenthalt vor Ort verbunden, den sie 1983/1984 dort verbrachte. Als weitere wichtige Anerkennungen sind ein Förderpreis der Stadt München (1989) und das Stadtstipendium Budapest (1990) zu nennen. Auch im Rahmen des Hochschulsonderprogramms II erhielt sie eine Förderung. Dagmar Rhodius kehrte immer wieder nach München zurück und lehrte als Kunsterzieherin an verschiedenen Gymnasien.
Daneben engagierte sie sich als Jurorin und war auf Landes- wie auf städtischer Ebene an der Vergabe von Kunstförderpreisen im Sektor Bildende Kunst beteiligt. Auch gehörte sie der Kommission für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum der Landeshauptstadt München an.
Auch gehörte Dagmar Rhodius zu einem Kreis von 20 Künstlern und Künstlerinnen, die über die Gestaltung einer 1988 erschienenen Grafikmappe mit dem Titel Die Freiheit erhebt ihr Haupt zu der Gründung der Kurt Eisner Kulturstiftung (1989) beigetragen haben.
„Zeichnen heißt immer auch und zuerst Druck auf das Papier ausüben – und sei dieser Druck noch so unauffällig und gering. Selbst in der leisen, scheinbar so ganz immateriellen Kunst der Zeichnung liegt ein Moment fast erschreckender „Gewalttätigkeit“ – es gibt kein Tun, keinen Vorgang, der grundsätzlich nicht als Ausübung von Druck definierbar ist und nicht eine objektive Deformation bewirkt. Dieser elementaren Tatsache gilt das Augenmerk: Zeichnung ist bei Dagmar Rhodius nicht Darstellung, sondern in unmittelbarem Sinn Veränderung; an die Stelle der auf Imagination gegründeten Darstellung von Körper und Raum auf der Papierfläche tritt die Verwandlung des Papiers selbst zur realen Körperlichkeit durch das Mittel der Zeichnung. Der so entstandene „Körper“ wird im realen Raum anwesend, beziehungsweise es kann realer Raum Element der Arbeiten werden.“
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rhodius, Dagmar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche bildende Künstlerin |
| GEBURTSDATUM | 24. April 1945 |
| GEBURTSORT | Bayrischzell, Oberbayern |