Daisy Carasso

Daisy Carasso
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Daisy Carasso (griechisch Νταίζη Καράσσο; geboren 1926 in Thessaloniki) war eine griechische jüdische Widerstandskämpferin.

Leben

Daisy Carasso war die Tochter von Rahel und Abraham Carasso (in einigen Quellen auch Alberto Carasso). Sie wuchs mit ihren Geschwistern Markos und Berta-Riri in Thessaloniki auf. Ihr Vater arbeitete als Geschäftsführer in einer großen jüdischen Buchhandlung Thessalonikis. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen im April 1941 wurde er festgenommen. Nachdem er eine Zeitlang in verschiedenen Gefängnissen eingesessen hatte, wurde er im Dezember 1942 hingerichtet. Die Deutschen töteten ihn im Rahmen einer Vergeltungsaktion, nachdem Widerstandskämpfer eine Brücke gesprengt hatten. Daraufhin schloss sich Daisys Bruder Markos dem griechischen Widerstand an. Daisy hielt zu ihm und seinen Kameraden den Kontakt aufrecht und versuchte, deren Flucht in die Berge zu organisieren.

Im April 1943 besorgte ihr Dimitrios Chalkidis falsche Papiere, sodass sie selbst mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester aus dem im Frühjahr 1943 eingerichteten Ghetto von Thessaloniki fliehen konnte und so dem Holocaust in Griechenland entging. Sie kam in die Kleinstadt Nigrita bei Serres, wo sie sich der griechischen Jugend-Widerstandsgruppe EPON (Ενιαία Πανελλαδική Οργάνωση Νέων (Ε.Π.Ο.Ν.)) anschloss. Zu ihren Aufgaben gehörte es, Familienangehörige der Widerstandskämpfer zu unterstützen, neue Mitglieder zu rekrutieren, Wache zu halten, Munition zu transportieren und Informationsmaterial zu verteilen.

Ihre Mutter, ihre Schwester und sie überlebten die deutsche Besatzung, ihr Bruder Markos fiel 1944 im Kampf gegen die Deutschen.

Nachdem Daisy Carasso den griechisch-jüdischen Widerstandskämpfer Isaak Moisis (auch Yitshak Moshe genannt) nach dem Krieg geheiratet hatte, wanderte das Paar 1949 nach Israel aus.

Hintergrund

Während der Deutschen Besetzung gab es keine jüdische Widerstandsgruppe, jedoch schlossen sich um die 650 Frauen und Männer jüdischen Glaubens den bestehenden griechischen Widerstandsgruppen an. Sie wurden, so die historische Bewertung, von den Gruppen wegen ihres Muts und ihrer Bildung geschätzt. Die meisten beherrschten mehrere Sprachen und waren gut ausgebildet, während die übrigen Widerstandskämpfer in ihrer Mehrheit aus dem ländlichen Umfeld kamen.

Nach dem Sommer 1945 beklagte Griechenland nach Polen prozentual die höchste Todesrate seiner jüdischen Bevölkerung. Landesweit wurden 86 % dieser Bevölkerungsgruppe durch die Deutschen in Konzentrationslagern oder durch Hinrichtung getötet, von der Stadt Thessaloniki sogar 96 % der jüdischen Bürger.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Greek Resistance During World War II. 23. Juni 2021, abgerufen am 29. Juni 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 Gedenkstätte Stille Helden: Biographie Daisy Karasso-Moisis. Abgerufen am 29. Juni 2026.
  3. ↑ Gedenkstätte Stille Helden: Biographie Dimitrios Chalkidis. Abgerufen am 30. Juni 2026.
  4. ↑ Jason Chandrinos: SYNAGONISTIS - Greek Jews in the National Resistance, Exhibition of the Jewish Museum in Greece, 2014, Seite 8.(als PDF)
  5. ↑ Jason Chandrinos: SYNAGONISTIS - Greek Jews in National Resistance, Exhibition of the Jewish Museum in Greece, 2014, Seite 13. (als PDF)
  6. ↑ Pothiti Hantzaroula: Child Survivors of the Holocaust in Greece. Routledge, New York / London 2021, ISBN 978-1-138-57949-1, Seite 13. (als PDF)
Personendaten
NAME Carasso, Daisy
ALTERNATIVNAMEN Daisy Karasso; Daisy Karasso-Moisis; Καράσσο, Νταίζη (griechisch)
KURZBESCHREIBUNG griechisch-jüdische Widerstandskämpferin
GEBURTSDATUM 1926
GEBURTSORT Thessaloniki