Bahnstrecke Dakar–Niger

Dakar – Koulikoro
Streckenverlauf
Streckenlänge:1287 km
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Maximale Neigung: 25 ‰
Minimaler Radius:200 m
Kopfbahnhof Streckenanfang
Dakar
Haltepunkt / Haltestelle
Rufisque
Haltepunkt / Haltestelle
Sébikotane
Bahnhof
Thiès
StreckeHaltepunkt / Haltestelle
Tivaouane
StreckeAbzweig geradeaus und nach linksHaltepunkt / Haltestelle Streckenende und quer
Darou Khoudoss
StreckeHaltepunkt / Haltestelle
Mékhé
StreckeAbzweig ehemals geradeaus und nach linksHaltepunkt / Haltestelle Streckenende und quer
Darou Fall Diogo (Darou Khoudoss)
StreckeHaltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Louga
StreckeAbzweig geradeaus und nach links (Strecke außer Betrieb)Kopfbahnhof Streckenende und quer (Strecke außer Betrieb)
Saint-Louis
StreckeHaltepunkt / Haltestelle Streckenende (Strecke außer Betrieb)
Linguère
Haltepunkt / Haltestelle
Bambey
Haltepunkt / Haltestelle
Diourbel
StreckeHaltepunkt / Haltestelle Strecke ab hier außer Betrieb
Mbacké
StreckeKopfbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)
Touba
Haltepunkt / Haltestelle
Guinguinéo
Kopfbahnhof Streckenanfang und quer (Strecke außer Betrieb)Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
Kaolack
Haltepunkt / Haltestelle
Koungheul
Haltepunkt / Haltestelle
Tambacounda
Haltepunkt / Haltestelle
Goudiry
Bahnhof
Kidira
Grenze auf Brücke über Wasserlauf
Falémé-Brücke von Kidira, Grenze Senegal/Mali
Bahnhof
Kayes
Haltepunkt / Haltestelle
Diamou
Brücke über Wasserlauf
Bafing-Brücke von Mahina
Haltepunkt / Haltestelle
Oualia
Brücke über Wasserlauf
Bakoye-Brücke von Toukoto
Haltepunkt / Haltestelle
Kita
Brücke über Wasserlauf
Baoulé
Haltepunkt / Haltestelle
Kati
Bahnhof
Bamako
Haltepunkt / Haltestelle Streckenende
Koulikoro
Güterzug der Dakar-Niger-Bahn im Senegal
Bahnhof Kidira: Grenzbahnhof zwischen Senegal und Mali

Die Bahnstrecke Dakar–Niger (französisch Chemin de fer Dakar-Niger, abgekürzt DN) verbindet Dakar in Senegal mit Koulikoro in Mali in einer Spurweite von 1.000 Millimeter. Die 1287 km lange Strecke, von der 641 km in Mali liegen, führt über Thiès in Senegal und Kayes, Kita, Kati sowie Bamako in Mali. Es war die erste Eisenbahn in Westafrika südlich der Sahara und die wichtigste Eisenbahnstrecke in den Kolonien von Französisch-Westafrika.

Geschichte

Die Strecke Dakar–Niger wurde in drei Etappen gebaut:

1934 wurde die private Gesellschaft DSL verstaatlicht und die Bahnstrecke unter eine Verwaltung gestellt. Sie wurde fortan als Région Dakar-Niger der Régie des chemins de fer de l’A.O.F. („Region Dakar-Niger“ der „Eisenbahnverwaltung Französisch-Westafrikas“) betrieben. Die Eisenbahnverwaltung und die Zentralwerkstätte waren 40 km östlich von Dakar in Thiès untergebracht, wo die Strecke sich nach Saint-Louis und Bamako verzweigt. Bis dahin war die Strecke zweispurig ausgebaut, der Rest der Strecke ist einspurig.

1947 streikten die Angestellten der Eisenbahn für mehrere Monate, um dieselben Rechte wie die französischen Eisenbahner zu erlangen. Dieser erfolgreiche Streik wurde vom senegalesischen Schriftsteller Ousmane Sembène in seinem 1960 veröffentlichten Werk Gottes Holzstücke als Wendepunkt im antikolonialen Kampf zelebriert.

Entwicklung nach der Unabhängigkeit

Mit der Unabhängigkeit von Mali und Senegal, die durch den Zerfall der Mali-Föderation vollzogen wurde, wurde die Verwaltung der Bahnstrecke auf zwei nationale Bahngesellschaften, die Régie des chemins de fer du Mali (RCFM) und die Régie sénégalaise, aufgeteilt. Die Schwierigkeiten in der Verwaltung und der Mangel an Investitionen führten jedoch zu einer Verschlechterung der Infrastruktur und des Rollmaterials sowie zu zahlreichen Verspätungen.

Im Oktober 2003 übergaben der Senegal und Mali die Verwaltung an Transrail, ein franko-kanadisches Konsortium. Entgegen der ursprünglichen Aufgabe, den Reisezugverkehr aufrechtzuerhalten, plante Transrail, sich auf den Transport von Gütern zu konzentrieren. Viele Bahnhöfe wurden geschlossen und die Zahl der Verbindungen reduziert, wodurch sich die Situation abgelegener Gemeinden verschlechterte.

Mitte 2007 wurde die Bahn durch die belgische Gesellschaft Vecturis aufgekauft. Diese beabsichtigte, den schlechten Gleis- und Fahrzeugzustand kontinuierlich zu verbessern.

Im Dezember 2015 beschlossen die beiden Regierungen die Konzession von Transrail zu beenden. Für den Betrieb wurde die neue Gesellschaft Dakar Bamako Ferroviaire gegründet.

Im Mai 2018 wurde der Betrieb auf dem malischen Streckenabschnitt von Kayes nach Bamako wegen Infrastrukturmängeln eingestellt. Nach der Reparatur von Brücken und der Sanierung von Bahnhöfen konnte im Juni 2023 der Betrieb mit drei wöchentlichen Zugpaaren im Personenverkehr wieder aufgenommen werden.

Ausbaupläne

Im Frühjahr 2007 kündigte der Staatspräsident Senegals Abdoulaye Wade eine Reihe von Großprojekten („grands projets“) zur Weiterentwicklung und Erschließung des Landes an, von denen einige auch die Bahnlinie Dakar-Niger betreffen:

Anfang Januar 2012 kündigte Präsident Wade weiterhin an, die Strecke durch eine Elektrifizierung aufzuwerten. Die Arbeiten sollten ursprünglich noch 2012, ausgehend von Dakar, im senegalesischen Abschnitt beginnen.

2015/16 schlossen die Regierungen von Senegal und Mali einen Vertrag mit der chinesischen China Railway Construction Corporation über den Ausbau der Strecke. Das Projekt scheiterte aber an Finanzierungsproblemen.

Im Dezember 2016 begann der Bau einer normalspurigen Zweigstrecke vom Stadtzentrum Dakars zum 55 Kilometer entfernten neuen Flughafen Dakar-Blaise Diagne in Diass. Die Eröffnung war für Ende 2018 geplant. Der erste 36 km lange Bauabschnitt vom Bahnhof Dakar bis Diamniadio wurde am 14. Januar 2019 in Anwesenheit von Präsident Macky Sall feierlich eröffnet, obwohl noch nicht alle für den fahrplanmäßigen Betrieb notwendigen Arbeiten abgeschlossen waren. Der zweite Bauabschnitt bis zum Flughafen sollte 2020 fertiggestellt werden. Stand September 2024 ist diese Teilstrecke jedoch noch im Bau.

Statistiken

Tableau comparatif des exportations par rail: Für diese Leistung, die die Anzahl der exportierten Tonnen angibt, sind keine Quellen angegeben.

Produkt 1924 1934 1952–3 1955–6
geschälte Erdnüsse – 7.422 7.250 –
ungeschälte Erdnüsse 4.125 1.990 55.000 147.900
Gummi arabicum 936 1.196 1.000 1.500
Karité-Nüsse 416 2.690 9.750 –
Tierhäute 787 841 10.000 –
Baumwolle – 185 – 18.200
Hirse 236 – – 850.000

Im Jahre 1933 wurden 650.000 Reisende und 1938 sogar 2.650.000 gezählt. Es waren dies hauptsächlich Saisonarbeiter aus dem französischen Sudan und aus Guinea, welche im Mai bis Juni nach Senegal reisten und im Dezember bis Januar wieder in ihre Heimat zurückkehrten. Weiter gab es Pilgerverkehr nach Touba und Tivaouane.

Zweiglinien

Die Zweiglinien der Hauptstrecke Dakar–Bamako sind

Bilder

Literatur

Les Chemins de Fer du Sénégal. Band 1 (Digitalisat auf Gallica).
Le Chemin de fer de Kayes au Niger. Band 2 (Digitalisat auf Gallica).
Guinée – Côte d'Ivoire – Dahomey. Band 3 (Digitalisat auf Gallica).

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Jean Labasse: Le «Dakar-Niger» et sa zone d’action. In: Revue de géographie de Lyon. Band 29, Nr. 3, 1954, S. 183–204, doi:10.3406/geoca.1954.1959.
  2. ↑ Ababacar FALL 2014: Le Ferlo sénégalais: Approche géographique de la vulnérabilité des anthroposystèmes sahéliens; Kartenskizze mit Daten der Fertigstellung von Teilstrecken der Bahn auf Seite 45 der PDF-Datei 17 MB
  3. ↑ Baltzer: Die Kolonialbahnen, S. 202
  4. ↑ Georges Pilot, Comité génie civil et bâtiment, IESF, November 2012: Ouvrages du génie civil francais dans le monde. Lignes de chemin de fer. Afrique occidentale et Afrique equatoriale (Memento vom 31. Oktober 2017 im Internet Archive) Seite 3 der PDF-Datei 2,46 MB: Le chemin de fer Dakar Saint Louis (1882–1885). Le chemin de fer Dakar-Niger (1923)
  5. ↑ Édouard Néron, Les Annales coloniales, 23. Dezember 1927: Les Chemins de fer en AOF (1927) Seite 3 der PDF-Datei 0,802 MB: Chemin de fer de Dakar à Saint-Louis
  6. ↑ Paris, Berger-Levrault, 1897; rédigée par le chef de bataillon du génie Rougier, Léon-Louis-Antoine (Commandant) et par le capitaine du génie Calmel, Jean Bernard (1865-19..): Le Chemin de fer du Sénégal au Niger
  7. ↑ L. Gallois. Annales de géographie, Année 1924: L'achèvement du chemin de fer de Thiès à Kayes (Afrique occidentale française)
  8. ↑ Le Monde diplomatique vom 9. Februar 2007: Mord am Dakar-Niger-Express. Folgen einer Privatisierung im Senegal. (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive)
  9. ↑ Vecturis über Transrail (Memento vom 28. Juni 2016 im Internet Archive)
  10. ↑ New operator for Dakar – Bamako railway. Railway Gazette, 26. März 2016, archiviert vom Original am 21. August 2016; abgerufen am 17. Februar 2017 (englisch).
  11. ↑ Mali: Wiedereröffnung der Linie Kayes - Bamako. Lok-Report, 13. Juni 2023, abgerufen am 13. Juni 2023.
  12. ↑ New line to Bamako. Railway Gazette, 16. Februar 2012, abgerufen am 17. Februar 2012 (englisch).
  13. ↑ Keith Barrow: CRCC to upgrade Mali – Senegal railway. 7. Januar 2016 (railjournal.com).
  14. ↑ Work starts on Dakar airport rail link. Railway Gazette, 16. Dezember 2016, archiviert vom Original am 22. März 2017; abgerufen am 21. März 2017 (englisch).
  15. ↑ Global Railway Review vom 11. Januar 2019: First section of Dakar’s Regional Express Train is completed
  16. ↑ Jean-Claude Faur: La Mise en valeur ferroviaire de l’AOF (1880–1939). Paris: Université de Paris, 1969 (=Thesis)
Commons: Rail transport in Senegal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Kayes-Niger Railway – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien