Dan Botta

Dan Botta (1958)

Dan Botta (* 26. September 1907 in Adjud/Kreis Putna, Königreich Rumänien, heute Kreis Vrancea; † 13. Januar 1958 in Bukarest) war ein rumänischer Lyriker, Dramatiker, Essayist, Journalist und Übersetzer.

Leben

Botta entstammte einer siebenbürgischen Adelsfamilie. Seine Vorfahren Martin und Mihai Botha waren im 16. Jahrhundert Woiwoden der Burg Chioar (Burg Kövár) und der Region Chioar (Țara Chioarului/Kővárvidék). Sein Vater Theodor Botha war Arzt und ein Aktivist für die Rechte der Rumänen in Siebenbürgen, seine Mutter Aglaia Franceschi war korsischer Abstammung. Sein Bruder war der Schauspieler und Schriftsteller Emil Botta.

Nach dem Besuch der Grundschule seiner Heimatstadt und des Unirea-Gymnasiums in Focșani besuchte er das Colegiul „Sfântul Sava” in Bukarest. Darauf studierte er an der Universität Bukarest Jura und Literaturwissenschaften mit Schwerpunkt auf klassischen Sprachen (Latein, Griechisch). Außerdem erwarb er einen Abschluss in Sportwissenschaften am Institutul de Educaţie Fizică.

Sein erstes Gedicht veröffentlichte Botta als Gymnasiast in einer Schülerzeitung. Während des Studiums war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Studienabteilung des Finanzministeriums tätig. Nach dem Abschluss des Studiums arbeitete er für mehrere Zeitschriften, darunter Calendarul, L’Indépendance Roumaine, Rampa, România Literară und Gândirea. 1931 erschien sein erster Gedichtband Eulalii mit einem Vorwort von Ion Barbu und Illustrationen von Pierre Grant.

Mit Petru Comarnescu, Mircea Eliade, Mircea Vulcănescu und anderen gründete er 1932 die Vereinigung Criterion, in deren Rahmen er zahlreiche Vorträge hielt. Seinen ersten Essayband Limite veröffentlichte er 1936. Ende der 1930er Jahre entstanden mehrere dramatische Werke. 1941 gründete er mit Octavian Tăslăoanu und Emil Giurgiuca die Zeitschrift Dacia, für die er mehrere große Beiträge verfasste.

Ab 1943 war er zunächst Mitarbeiter, später Generaldirektor der unter der Leitung von Dimitrie Gusti entstehenden Enciclopedia României. Deren letzter der rumänischen Kultur gewidmeter Band wurde unter der kommunistischen Regierung Rumäniens vernichtet und als verbotene Publikation eingestuft. Botta durfte keine eigenen Werke mehr publizieren.

Von 1944 bis zu seinem Tod arbeitete Botta an einer philologischen Studie über die Entstehung der rumänischen Sprache, die den Umfang von 1200 Seiten erreichte. Gedichte sowie weitere dramatische Werke, die in dieser Zeit entstanden, wurden erst posthum in einer Werkausgabe (Scrieri, 1968) veröffentlicht. Als Übersetzer übertrug er u. a. Werke von José Maria Ferreira de Castro, Edgar Allan Poe, William Shakespeare (König Johann), François Villon, Sophokles (König Ödipus) und Euripides (Die Troerinnen). 1958 starb er an einem Herzinfarkt.

Werke

Quellen

Commons: Dan Botta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien