

Danger Dan (* 1. Juni 1983 in Aachen; bürgerlich Daniel Pongratz) ist ein deutscher Musiker. Er ist solistisch und als Mitglied der Hip-Hop-Band Antilopen Gang aktiv.
Daniel Pongratz wuchs als einer von vier Söhnen von Ludwig A. Pongratz in Aachen auf. Seine Eltern stammten aus der linken Szene, sein Vater wurde später Professor für Pädagogik an der Technischen Universität Darmstadt. Sie förderten früh sein musikalisches Talent, genauso wie das seines jüngeren Bruders Tobias. Daniel Pongratz spielte schon früh in verschiedenen Punk-Bands, aber auch als Pianist in einer Funkband, während sein Bruder den Hip-Hop für sich entdeckte und auch ihn damit in Berührung brachte.
Mitte der 2000er Jahre wurde bei ihm die Augenerkrankung Retinopathia pigmentosa diagnostiziert, die zur Erblindung führt, was er in dem Titel Dass es hier so schön ist seines Albums Keine Angst thematisiert.
Er war zwischenzeitlich Schüler am Viktoria-Gymnasium Aachen, dem er in seinem Album Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt den sehr kritischen Song Ingloria Victoria widmet. Ohne Abitur begann er ein Studium der Musiktherapie an der Universität Maastricht in den Niederlanden, das ihm durch eine bestandene Aufnahmeprüfung möglich geworden war. Dort lernte er Sebastian Sturm kennen und wurde Teil der Reggae-Band Jin Jin aus Aachen. Sein Studium brach er daraufhin ab, um als Musiker sein Geld zu verdienen. Nebenbei arbeitete er als Musiklehrer an einer Hauptschule. Mit Sebastian Sturm spielte er die beiden Alben This Change Is Nice (2006) und One Moment in Peace (2010) ein. Sebastian Sturm, Moses Christoph und er gründeten zusammen das Cheer Up Trio und tourten unter anderem durch die Vereinigten Staaten und Europa. Das Trio blieb bis etwa 2012 zusammen.
Dem Hip-Hop blieb Daniel Pongratz treu. Zusammen mit seinem Bruder Tobias (Panik Panzer) sowie Koljah gründete er 2005 das Gangsta-Rap-Satire-Projekt Caught in the Crack, das 2005 und 2008 zwei Internetalben veröffentlichte. Dort gab er sich den Namen Dan Juan de Marcos, und als Rapper übernahm er das Pseudonym Danger Dan, das er schon als Reggaemusiker verwendet hatte. Parallel entstand das Hip-Hop-Kollektiv Anti-Alles-Aktion. Aus diesem Projekt wurde schließlich zusammen mit Panik Panzer, Koljah und NMZS die Antilopen Gang.
2008 erschien als Solodebüt die EP Coming out. Auf dem Album setzt er sich unter anderem mit Antisemitismus und der Shoah auseinander. Laut der Jüdischen Allgemeinen war der Song Sommerlüge die erste Auseinandersetzung mit Holocaust und Antisemitismus im deutschen Rap. Ansonsten widmete er sich verschiedenen Musik- und Theaterprojekten, unter anderem war er im Auftrag des Goethe-Instituts in 17 verschiedenen Ländern aktiv und organisierte dort Radioprojekte, Konzerte und Theateraufführungen. 2012 erschien seine zweite EP Dinkelbrot & Ölsardinen sowie das Kollaborationsalbum Aschenbecher mit NMZS.
Anschließend begann die Antilopen Gang erfolgreich zu werden und Danger Dan fokussierte sich auf dieses Projekt, das nach dem Suizid von NMZS aus ihm, seinem Bruder und Koljah besteht.
Am 1. Juni 2018, seinem 35. Geburtstag, erschien sein erstes Soloalbum Reflexionen aus dem beschönigten Leben auf Jochens kleiner Plattenfirma. Es erreichte Platz 20 der deutschen Albumcharts.
Am 26. März 2021 veröffentlichte er die Single Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt, in der er die Grenzen der Kunstfreiheit anhand von Attacken gegen Jürgen Elsässer, Götz Kubitschek, Alexander Gauland und Ken Jebsen thematisiert. Der Song stieg am 2. April 2021 auf Platz 69 in die deutschen Singlecharts ein und wurde auf dem bandeigenen Label Antilopen Geldwäsche veröffentlicht. Innerhalb der ersten beiden Wochen nach Veröffentlichung wurde das Musikvideo auf YouTube 1,3 Millionen Mal aufgerufen. Am 9. April 2021 stellte Pongratz, begleitet am Klavier vom Pianisten Igor Levit, den Song in der Fernsehsendung ZDF Magazin Royale vor. Das Original-Video (17,5 Millionen Aufrufe) und der Fernseh-Mitschnitt (5,8 Millionen) verzeichnen mehr als 23 Millionen Aufrufe (Stand: Juli 2026).
Im Dezember 2021 belegte Danger Dan als erster Künstler überhaupt zeitgleich die Plätze 1 bis 3 der radioeins-Jahrescharts (mit den Liedern Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt, Lauf davon und Eine gute Nachricht).
In der Netflix-Serie Kacken an der Havel, die im Februar 2026 erschien und deren Hauptfigur von seinem Rap-Kollegen Fatoni gespielt wird, hat er einen Gastauftritt.
Für die 100. Ausgabe der ZDF-Satire-Sendung Die Anstalt (unter dem Titel „Die AntifAnstalt“) sollten Danger Dan und Igor Levit das Lied Keine Angst präsentieren. Am 16. Juli 2026 sagte die ZDF-Geschäftsleitung den Auftritt ab, da der Liedtext als „unzulässige Anleitung zu gewaltbereitem Widerstand“ verstanden werden könne und somit gegen die Programmrichtlinien verstoße. Die Entscheidung wurde in einem offenen Brief an den ZDF-Intendanten Norbert Himmler von acht der sechzig Mitglieder des ZDF-Fernsehrates als mutlos kritisiert, „die kritische Einordnung des Liedtexts, auch mit den Künstlern, wäre Aufgabe der Redaktion der Anstalt gewesen“. In den darauffolgenden Tagen kletterte das Video an die Spitze der YouTube-Musikcharts in Deutschland. Am 21. Juli 2026 gaben Danger Dan und Igor Levit parallel zur Sendungsausstrahlung im ZDF unter dem Motto „Die keine Angstalt“ ein Konzert im Columbia Theater in Berlin, welches live auf YouTube übertragen wurde. Die Gastgeber der Anstalt (Max Uthoff und Claus von Wagner) und Gäste der aktuellen Sendung waren Teil des Publikums.
Danger Dan hat eine Tochter. Im Lied Warum es nicht geklappt hat (Album Keine Angst) singt er über seine Beziehung zu seinem Ex-Freund.
| Jahr | Titel Musiklabel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Musiklabel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 2018 | Reflexionen aus dem beschönigten Leben Jochens kleine Plattenfirma |
DE20 (2 Wo.)DE |
AT57 (1 Wo.)AT |
CH69 (1 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 1. Juni 2018 |
| 2021 | Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt Antilopen Geldwäsche |
DE1 (39 Wo.)DE |
AT4 (9 Wo.)AT |
CH12 (6 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 30. April 2021 |
| 2026 | Keine Angst Ölsardinenindustrie |
DE2 (… Wo.)DE |
AT5 (… Wo.)AT |
CH8 (… Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 2. Oktober 2026 |
| Jahr | Titel Musiklabel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen (Jahr, Titel, Musiklabel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| 2012 | Aschenbecher Selbstverlag |
DE28 (1 Wo.)DE |
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 2012 mit NMZS |
| Jahr | Titel Musiklabel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen (Jahr, Titel, Musiklabel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| 2012 | Dinkelbrot & Ölsardinen Selbstverlag |
DE31 (1 Wo.)DE |
Erstveröffentlichung: April 2012 |
Weitere EPs
| Jahr | Titel Album |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Album, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | |
|---|---|---|---|---|
| 2021 | Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt |
DE25 (8 Wo.)DE |
AT62 (3 Wo.)AT |
Erstveröffentlichung: 26. März 2021 |
| Eine gute Nachricht Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt |
DE— aDE | — |
Erstveröffentlichung: 23. April 2021 | |
| Mir kann nichts passieren – |
DE— bDE | — |
Erstveröffentlichung: 15. Oktober 2021 mit Max Herre | |
| 2026 | Keine Angst Keine Angst |
DE7 (2 Wo.)DE |
AT67 (1 Wo.)AT |
Erstveröffentlichung: 17. Juli 2026 |
| Folgende Lieder erschienen nicht als Single, wurden aber durch das Album zum Download und Streaming bereitgestellt und konnten somit eine Platzierung erlangen: | ||||
| 2022 | Unsere Bank Zorn & Liebe |
DE— cDE | — |
Erstveröffentlichung: 2. September 2022 Provinz feat. Danger Dan |
Weitere Singles
Mit Antilopen Gang
Mit Caught in the Crack
Gastbeiträge (ohne Antilopen Gang)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Danger Dan |
| ALTERNATIVNAMEN | Pongratz, Daniel (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rapper |
| GEBURTSDATUM | 1. Juni 1983 |
| GEBURTSORT | Aachen |