Daniel Hohrath (* 15. September 1960 in Bad Cannstatt) ist ein deutscher Militärhistoriker. Er ist Kurator am Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt und leitet dort die Bayerische Armeebibliothek.
Hohrath wuchs in Esslingen am Neckar auf und besuchte das dortige Georgii-Gymnasium. Er studierte Geschichte sowie Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik an der Universität Stuttgart (M.A. 1989). Von 1991 bis 2000 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-geförderten Sonderforschungsbereich 235 „Zwischen Maas und Rhein: Stadt und frühmoderner Staat. Untersuchungen zur Städtegeschichte zwischen Rhein und Maas vom 16. bis 18. Jahrhundert“ (B 7) unter der Leitung von Klaus Gerteis vom Fachbereich III – Geschichte der Universität Trier und von 2006 bis 2011 Sammlungsleiter für Uniformen, Fahnen und Orden am Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin. Derzeit ist er als Kurator am Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt tätig und dort Ansprechpartner für Uniformen, Fahnen, Fotos, Graphik und Dokumente. Außerdem leitet er die in Ingolstadt ansässige Bayerische Armeebibliothek.
Hohrath war freier Kurator für Ausstellungen u. a. des Stadtarchivs Ulm und des Wehrgeschichtlichen Museums Rastatt. Er veröffentlichte in Zusammenarbeit mit Bibliotheken (Württembergische Landesbibliothek) und Museen (Deutsches Historisches Museum, Bayerisches Armeemuseum und Wehrgeschichtliches Museum Rastatt) mehrere Bücher und schrieb Artikel für u. a. das Geschichtsmagazin Damals und die Fachzeitschrift Militärgeschichtliche Mitteilungen.
Er ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Militärgeschichte (AKM) und im Arbeitskreis Militär und Gesellschaft in der frühen Neuzeit (AMG; als Schriftführer). Gemeinsam mit dem Militärhistoriker Sönke Neitzel war er 2005 verantwortlich für die Ausrichtung der unter dem Titel „Kriegsgräuel“ (Kriegsverbrechen) stattfindenden dreitägigen Fachtagung des AKM in Mainz. Er forscht im Bereich Uniformenkunde, Geschichte der Militärwissenschaften und Kriegstheorie sowie Kulturgeschichte des Militärs.
In Fachkreisen positiv aufgenommen wurden im Ausstellungskatalog zu Ferdinand Friedrich von Nicolai (1990) vor allem Hohraths Beiträge über die Biographie des Generals und Militärschriftstellers und „Die Bildung des Officiers’ im 18. Jahrhundert“. 2001 empfahl Max Plassmann vom Universitätsarchiv Düsseldorf: „An den beiden Bänden [„Die Kriegskunst im Lichte der Vernunft“] sollte […] künftig niemand achtlos vorbeigehen, der sich der Epoche der Aufklärung widmet.“ Der von Hohrath 2002 mitherausgegebene Band Das Ende reichsstädtischer Freiheit 1802. Zum Übergang schwäbischer Reichsstädte vom Kaiser zum Landesherrn wurde durch den britischen Historiker Peter H. Wilson (nachmaliger Inhaber des Oxforder Chichele-Lehrstuhls für Kriegsgeschichte) gewürdigt. Insbesondere die Arbeit von Hohrath stelle demnach eine brillante Einführung in das breite Spektrum der Literatur zu den schwäbischen Städten und ihres Platzes in der Reichsverfassung dar. Die Hamburger Historikerin Jutta Nowosadtko bezeichnete das Gesamtwerk in einer Rezension als „solide Dokumentation und [als] gleichzeitig […] interessante Einführung in die komplexe Thematik“. Wilson attestierte dem 2005 erschienenen Band Zwischen Sonne und Halbmond. Der Türkenlouis als Barockfürst und Feldherr gut bebildert und informativ zu sein. 2008 veröffentlichte Hohrath mit Neitzel in der militärhistorischen Reihe Krieg in der Geschichte des Verlages Ferdinand Schöningh den u. a. in der Süddeutsche Zeitung gelobten Sammelband Kriegsgreuel. Die Entgrenzung der Gewalt in kriegerischen Konflikten vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Nach der Historikerin Carmen Winkel stelle der 2011 erschienene Doppelband Friedrich der Große und die Uniformierung der preußischen Armee von 1740 bis 1786 „ausführlich und anschaulich“ dar.
| Personendaten | |
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| NAME | Hohrath, Daniel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Militärhistoriker |
| GEBURTSDATUM | 15. September 1960 |
| GEBURTSORT | Bad Cannstatt |