Daniel Hedinger

Daniel Hedinger (* 1976) ist ein Schweizer Historiker. Er befasst sich mit der modernen Geschichte Ostasiens und Europas, insbesondere mit dem Zweiten Weltkrieg und der Geschichte des Faschismus aus global- und transimperialer Perspektive. Seit 2024 forscht er am Research Centre Global Dynamics (ReCentGlobe) der Universität Leipzig, wo er gemeinsam mit Nadin Heé das Zentrum für transimperiale Geschichte leitet.

Leben

Hedinger wuchs in Dürnten im Kanton Zürich auf. Er studierte zunächst Japanologie am Institut National des Langues et Civilisations Orientales (INALCO) in Paris und anschließend Neuere Geschichte an der Universität Zürich, wo er 2004 das Lizenziat (lic. phil.) erwarb. 2009 wurde er bei Jakob Tanner und Jörg Baberowski promoviert. 2017 habilitierte er sich an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Seine akademischen Stationen führten ihn unter anderem an die Humboldt-Universität zu Berlin, die Freie Universität Berlin, das Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS), die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), das Deutsche Historisches Institut Rom sowie an die Universität Kyōto und die Dōshisha-Universität. 2017 wurde er Privatdozent an der LMU München. 2024 wechselte er an die Universität Leipzig.

Forschung

Hedingers Arbeiten verbinden europäische und ostasiatische Geschichte. Ein Schwerpunkt liegt auf der Achse Berlin–Rom–Tokio und der Frage nach dem Faschismus als transnationalem und globalem Phänomen. In seiner Monografie Die Achse. Berlin – Rom – Tokio, 1919–1946 (2021) gliedert er das Verhältnis der drei Regime in die Phasen „Gravitation“, „Kooperation“ und „Eskalation“ und argumentiert, dass die Staaten enger verflochten waren, als die ältere Forschung annahm; eine koordinierte Kriegführung sieht er dabei nicht belegt. Das Buch wurde in der Fachwelt breit rezipiert. Zu seinen weiteren Arbeitsfeldern zählen die Geschichte Japans im 19. Jahrhundert sowie das Konzept der transimperialen Geschichte.

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 Roman Krawielicki, Carsten Heckmann: Historiker Daniel Hedinger über Donald Trump, Faschismus und die Lehren verfehlter Appeasement-Politik. Universität Leipzig, 2. Mai 2025, abgerufen am 2. Juni 2026.
  2. ↑ Der entscheidende Unterschied zwischen Trump und Hitler. In: Blick. 2026, abgerufen am 2. Juni 2026.
  3. ↑ Rezension zu: Daniel Hedinger, Die Achse. Berlin–Rom–Tokio 1919–1946. In: Francia-Recensio. 2022, abgerufen am 2. Juni 2026.
  4. ↑ Sven Reichardt: [Besprechung von] Daniel Hedinger: Die Achse. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. Dezember 2021 (Inhaltsangabe online: Daniel Hedinger: Die Achse. Berlin – Rom – Tokio. In: Perlentaucher. Abgerufen am 2. Juni 2026.).
  5. ↑ Rainer Behring: Rezension zu: Daniel Hedinger, Die Achse. Berlin–Rom–Tokio 1919–1946. In: Archiv für Sozialgeschichte / recensio.net. 2024, abgerufen am 2. Juni 2026.
  6. ↑ Nicola Camilleri: Rezension zu: D. Hedinger: Die Achse. Berlin–Rom–Tokio 1919–1946. In: Connections. A Journal for Historians and Area Specialists. Abgerufen am 2. Juni 2026.
Personendaten
NAME Hedinger, Daniel
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Historiker
GEBURTSDATUM 1976