Daniel Pflumm

Daniel Pflumm (* 1968 in Genf) ist ein Schweizer zeitgenössischer Künstler, der in Berlin lebt.

Leben und Werk

Ab 1989 studierte er an der Fine Arts Columbia University in New York City sowie an der Hochschule für Künste in Berlin (1990–1996) als Masterstudent bei Wolfgang Petrick.

Am 12. Dezember 1992 eröffnete er zusammen mit Tilmann und Nucleus den Mikroclub Elektro in Berlin – eine Mischung aus Bar, Club und Ausstellungsraum – wo ab 1994 dank des Engagements von Mo Loschelder und mit Unterstützung von deren Hard Wax Kollegin Electric Indigo DJ- und Live-Performances von aktuellen Größen wie DJ Hell, Cristian Vogel, Robert Hood, Dave Clarke, Patrick Pulsinger und Erdem Tunakan zu erleben waren. Eine im Schaufenster aushängende Leuchttafel mit dem Logo des Unternehmens Panasonic gilt als Namensgeber für die gleichnamige Band aus Finnland, die seit einer Abmahnung durch das Unternehmen nur noch als Pan Sonic firmierte. Das Elektro existierte bis zum 7. Januar 1995. Der von Loschelder, Kotai und Pflumm in der Invalidenstraße ab 12. Dezember 1995 bis April 1997 betriebene Nachfolgeclub des Elektro hieß Panasonic. Von 1998 bis 2000 war das Trio verantwortlich für das Booking im Init, dem angeschlossenen Club der INIT-Kunsthalle der beiden Galeristen, Alexander Schröder und Thilo Wermke (Galerie Neu).

Gemeinsam mit den Musikern Klaus Kotai und Gabriele Loschelder alias Kotai + Mo betrieb Daniel Pflumm seit 1995 das Label Elektro Music Department (EMD), wo er vor allem für das visuelle Erscheinungsbild des Labels verantwortlich war und die Schallplattencover und Musikvideos gestaltete. Mit Klaus Kotai veröffentlichte er auf EMD unter den Projektnamen The Customers und In Hope For The Best zwei Alben. Mit dem norwegischen Technomusiker Stefan Mitterer (Sex Tags) veröffentlichte er drei Singles und eine Doppel-12" als Busen. Die Platten erschienen bei Sex Tags, Wania und auf Pflumms Label General Elektro. Des Weiteren managt Pflumm sein eigenes Label Atelier Records.

Internationale Bekanntheit erlangte Pflumm durch seine Leuchtkästen, in denen er Unternehmenslogos wie Esso, Kraft Foods, Mastercard, KLM, Microsoft oder AT&T entkernte und zergliederte und sie somit in qualitativ neue Erscheinungsformen überführte. Mit Computeranimationen und Videoloops wurden die Logos in ihre strukturellen und farblichen Einzelteile zerlegt. Durch diese Gestaltungsweise macht Pflumm die Absurdität von Werbebotschaften, die Austauschbarkeit von Wünschen und des eigenen Begehrens sichtbar.

Im Jahr 1997 erhielt er den ars-viva-Preis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft zum Thema Medienkunst. Pflumm lebt und arbeitet in Berlin.

Einzelausstellungen (Auswahl)

Gruppenausstellungen (Auswahl)

Werke von Daniel Pflumm in öffentlichen Sammlungen

Bibliografie

Kataloge

Einzelnachweise

  1. ↑ In den 90ern war das Elektro der kleinste, aber coolste Technoladen Berlins bei taz.de abgerufen am 29. September 2026
  2. ↑ Mo fährt Taxi durch Berlin bei welt.de, abgerufen am 9. Oktober 2011
  3. ↑ LoFi meets Techno: Ein Interview mit Mo Loschelder vom Plattenlabel Elektro Music Department bei scheinschlag.de, abgerufen am 9. Oktober 2011
  4. ↑ Sound of Sparta bei taz.de, abgerufen am 28. September 2026
  5. ↑ Daniel Pflumm in KulturSPIEGEL 10/2001
  6. ↑ Daniel Pflumm: „ohne Titel“ (Memento vom 6. März 2016 im Internet Archive) bei kulturkreis.eu, abgerufen am 10. Oktober 2011
Personendaten
NAME Pflumm, Daniel
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Künstler
GEBURTSDATUM 1968
GEBURTSORT Genf