Zur Zeit des Deutschordensstaats Preußen hieß die Ortschaft Heigsternest.
Ursprünglich ging die Ortschaft aus zwei Fischerdörfern hervor, aus dem so genannten Putziger Heisternest (heute Jastarnia Pucka) und dem Danziger Heisternest (heute Bór). Das Danziger Heisternest wie auch das Städtchen Hela waren im 18. und 19. Jahrhundert Eigentumsortschaften der Stadt Danzig. Das Danziger Heisternest wurde von Protestanten bewohnt, während die Bewohner von Putziger Heisternest katholisch waren und kaschubisch sprachen. Noch heute sollen sich die Dialekte in den Ortsteilen unterscheiden lassen. Im Jahr 1871 hatte Danziger Heisternest 388 Einwohner und 89 Haushaltungen, die auf 74 Wohngebäude verteilt waren.
Bevölkerungsentwicklung in Danziger Heisternest bis 1945
Jahr
Einwohner
Anmerkungen
1818
231
Fischerdorf; darunter 15 Lutheraner und 216 Katholiken, insgesamt 52 Feuerstellen (Haushaltungen)
1852
325
Dorf
1864
357
am 1. Dezember, Gemeindebezirk
1867
355
am 3. Dezember, Kämmerei-Fischerdorf
1871
388
am 1. Dezember, Kämmerei-Fischerdorf, davon drei Evangelische und 385 Katholiken
1905
341
nur Katholiken
1910
392
am 1. Dezember, Gemeindebezirk, darunter drei mit deutscher Muttersprache (Katholiken), 99 mit polnischer Muttersprache (sämtlich Katholiken) und 290 mit kaschubischer Muttersprache (sämtlich Katholiken)
Bevölkerungsentwicklung in Putziger Heisternest bis 1945
Jahr
Einwohner
Anmerkungen
1818
184
Fischerdorf; nur Katholiken, insgesamt 46 Feuerstellen (Haushaltungen)
1852
232
Dorf
1864
312
am 1. Dezember, Gemeindebezirk
1867
339
am 3. Dezember, königliches Fischerdorf
1871
349
am 1. Dezember, königliches Fischerdorf, nur Katholiken
1905
497
1910
521
am 1. Dezember, Gemeindebezirk, darunter 29 mit deutscher Muttersprache (vier Evangelische, 23 Katholiken, ein sonstiger Christ und ein Jude), 140 mit polnischer Muttersprache (sämtlich Katholiken) und 344 mit kaschubischer Muttersprache (sämtlich Katholiken)
Sehenswürdigkeiten
Fischerhäuschen im Zentrum des Ortes
Fischerhütte (polnisch: Chata rybacka) in der ulica Rynkowa 10
Fischermuseum (polnisch: Muzeum rybackie) in der ulica Mickiewicza
Neobarocke Kirche von 1931 mit einer Kanzel in Form eines Fischerbootes
Danziger Heisternest, Dorf und Bad auf Hela, Kreis Putzig, Regierungsbezirk Danzig, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org).
Putziger Heisternest, Dorf auf der Halbinsel Hela, Kreis Putzig, Regierungsbezirk Danzig, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Putziger Heisternest (meyersgaz.org).
Franz Schultz: Geschichte der Kreise Neustadt und Putzig. Danzig 1907, S. 566–568 (pbc.gda.pl)
Gotthilf Löschin: Danzig und seine Umgebungen. 3. Auflage, Danzig 1853, S. 175–176 (Google Books).
Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872 (Google Books).
↑Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 136.
↑Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 214.
↑Als es um's Überleben ging. Kriegserinnerungen eines Priesters. S. 136 ff, Styria Verlag, Graz, Wien, Köln 1977. ISBN 3-222-11026-3.
↑Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 163, Ziffer 2036 (Google Books).
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↑Kraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Decker, Berlin 1856, S. 231 (Google Books).
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12Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt, Berlin 1874. Abschnitt VIII. Kreis Neustadt in Westpreußen, S. 388–389, Ziffer 32 (Google Books).
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12Landkreis Putzig.Gemeindeverzeichnis 1900.In:gemeindeverzeichnis.de.Uli Schubert,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am8.Januar 2023;abgerufen am 17.Februar 2026.
↑Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 163, Ziffer 2037 (Google Books).
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12Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt, Berlin 1874. Abschnitt VIII. Kreis Neustadt in Westpreußen, S. 388–389, Ziffer 33 (Google Books).
↑Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft 2: Provinz Westpreußen, Regierungsbezirk Danzig. Berlin 1912; Abschnitt 12: Kreis Putzig, S. 48–49, Ziffer 43 (Google Books).