
Das Ziel. Aufrufe zu tätigem Geist ist eine Zeitschrift, die der Autor Kurt Hiller begründete und von 1916 bis 1923 herausgab. 1923 folgte der fünfte und letzte Band unter dem Titel Geistige Politik.
In dieser Zeitschrift arbeitete Hiller gemeinsam mit weiteren Autorinnen und Autoren am Konzept des Aktivismus und entwickelt unter anderem die Idee zu einer Logokratie. Der Aktivismus stellt innerhalb des deutschen Expressionismus eine eigenständige Strömung dar, die jüngst unter anderem von Knut Cordsen in seinem Buch Die Weltverbesserer (2022) in einer Überblicksdarstellung behandelt wird.
In dieser Zeitschrift erschienen Nachdrucke (z. B. Heinrich Mann, Jean-Jacques Rousseau, Oscar Wilde) und neue Texte von unter anderem Hedwig Dohm, Max Brod, Walter Benjamin oder Franz Werfel. Der letzte Beitrag in den Bänden stammt jeweils von Hiller selbst.
In seinem Text Philosophie des Ziel (erschienen in der Ausgabe von 1916) formuliert er verschiedene Ziele, die er im Rahmen seiner philosophischen Ausrichtung verfolgt. Das übergeordnete Ziel ist die Gründung des „Bundes der Geistigen“, deren Mitglieder sich aktiv für den Weltfrieden einsetzen sollen. Ziele sind Weltverbesserung und Weltfrieden. Hillers Ziele sollen vor allem pazifistisch verfolgt werden. Seine Philosophie ist als Gegenstück zum Konzept „L’art pour l’art“ zu beschreiben.
Die Bände werden unter anderem wegen ihres pazifistischen, antireligiösen und revolutionären Inhalts nach Veröffentlichung verboten. Der erste Band wurde mit einer Auflage von wohl 4000 Exemplaren gedruckt.
Das Schlagwort Aktivismus ersann Hiller mit Schriftstellerkollegen im Herbst 1914, bevor die Zeitschrift ins Leben gerufen wurde.