Daubenya

Daubenya

Daubenya zeyheri

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Scilloideae
Gattung: Daubenya
Wissenschaftlicher Name
Daubenya
Lindl.

Die Daubenya sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie Spargelgewächse (Asparagaceae). Die etwa acht Arten kommen nur in Südafrika vor, sieben davon nur in den beiden Provinzen Nordkap sowie Westkap, und werden dort Pincushion Lily (Englisch) genannt.

Beschreibung und Synökologie

Erscheinungsbild und Blätter

Daubenya-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden unterirdische, fast kugelige Zwiebeln als Überdauerungsorgane aus, deren Ummantelung („Tunika“) außen dünn ledrig und bräunlich ist. Die dicken Wurzeln sind verzweigt.

Nur während der Regenzeit sind Laubblätter vorhanden. Es sind nur zwei grundständige, niederliegende Laubblätter gleichzeitig mit den Blüten vorhanden. Die einfachen, kahlen, glänzenden, ledrigen Blattspreiten sind relativ breit und länglich bis breit elliptisch. Es liegt Paralleladerung vor und die Blattadern sind eingesenkt.

Blütenstände, Blüten und Bestäubung

Endständig auf relativ kurzen, aufrechten Blütenstandsschäften und damit nahe den grundständigen Laubblättern stehen kompakte, schirmtraubige oder selten, durch Streckung der Blütenstandsachse, traubige Blütenstände, die viele Blüten enthalten. Es sind im unteren Bereich große und oben kleine, grüne oder häutige Tragblätter vorhanden. Deckblätter fehlen. Die fast aufrechten Blütenstiele sind kurz bis, besonders die unteren, mehr oder weniger lang.

Von zwittrigen, dreizähligen sowie oft duftenden Blüten sind manchmal die unteren mehr oder weniger deutlich zygomorph und die meisten aber radiärsymmetrisch. Die sechs gleichgeformten oder mehr oder weniger deutlich ungleichen Blütenhüllblätter sind mittel bis sehr lang röhrig-stieltellerförmig verwachsen. Der freie Teil der Blütenhüllblätter ist fast aufrecht, länglich-lanzettlich. In den extremsten Fällen von zygomorphen Blüten sind oberen Blütenhüllblätter stark vergrößert und verkehrt-lanzettlich. Die Farben der Blütenhüllblätter sind weiß bis rosafarben oder von gelb über orangefarben bis leuchtend rot. Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden. Die am Schlund der Blütenhüllblattröhre inserierten, mehr oder weniger aufrechten Staubfäden sind kräftig und frei oder zu einer mehr oder weniger langen Staminalröhre verwachsen. Selten ist der Schlund der stielrunden Staminalröhre durch einen verdickten Diskus verschlossen und der Griffel ragt hindurch. Die drei Fruchtblätter sind zu einem eiförmigen oder verkehrt-dreikantigen, oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Je Fruchtknotenkammer sind einige Samenanlagen vorhanden. Der dünne, stielrunde Griffel ist viel länger als der Fruchtknoten und endet in einer winzigen Narbe.

Die Bestäubung ist je nach Art sehr unterschiedlich mit sehr unterschiedlichen morphologischen Anpassungen der Blüten. Bei gut duftenden Blüten werden Honigbienen und Schmetterlinge als Bestäuber angelockt. Bei zwei Arten duften die Blüten nicht. Daubenya zeyeri lockt mit reichlich Nektar Nektarvögel (Nectariniidae) zur Bestäubung an. Daubenya aurea wird von Käfern (aus der Unterfamilie Hopliinae, Scarabaeidae) besucht; bei ihren „Blumen“ sind an den unteren zygomorphen Blüten die äußeren Blütenhüllblätter vergrößert (Cantharophilie).

Früchte, Samen und Diasporenausbreitung

Die eiförmigen oder verkehrt-dreikantigen und dann dreiflügeligen, pergamentartigen Kapselfrüchte enthalten in jedem Fruchtfach einige Samen. Meist öffnen sich die Kapselfrüchte bei Reife, aber selten wenn der Griffel als Schnabel erhalten bleibt öffnen sie sich erst spät. Die fast kugeligen Samen besitzen eine schwarze, glatte oder fein runzelige, eng anliegende Samenschale (Testa).

Da bei den meisten Arten die Früchte sich in Bodennähe befinden erfolgt keine weite Ausbreitung. Anders ist das bei Daubenya capensis bei ihr verlängert sich der Blütenstandsschaft und die Blütenstiele bis zur Fruchtreife, exponieren den ballonartigen Fruchtstand mit den geflügelten Kapselfrüchten und segelartigen Tragblättern über dem Grund und die Samen werden durch den Wind weit ausgebreitet.

Chromosomenzahlen

Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 17 oder 16.

Verbreitung und Gefährdung

Die Gattung Daubenya kommt fast nur in den beiden südafrikanischen Provinzen Nordkap und Westkap vor. Nur Daubenya comata hat auch Vorkommen in Free State und Nordwest. Sechs Arten sind Florenelemente der Capensis. Bis auf Daubenya comata besitzen die Daubenya-Arten relativ kleine Verbreitungsgebiete. Daubenya-Arten gedeihen fast nur in Winterregengebieten.

Alle Daubenya-Arten sind in der roten Liste der gefährdeten Arten Südafrikas gelistet. Als „Endangered“ = „stark gefährdet“ gilt Daubenya aurea. „Vulnerable“ = „gefährdet“ sind Daubenya stylosa Daubenya zeyheri. Daubenya capensis wird als „Near Threatened“ = „gering gefährdet“ bewertet. Den Status „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ haben Daubenya comata und Daubenya marginata. Daubenya alba und Daubenya namaquensis sind selten, aber nicht gefährdet.

Systematik

Die Gattung Daubenya wurde 1835 durch John Lindley in Edwards's Botanical Register, 21, pl. 1813 aufgestellt. Der Gattungsname Daubenya ehrt den englischen Naturwissenschaftler Charles Giles Bridle Daubeny (1795–1867). Typusart ist Daubenya aurea Lindl. Synonyme für Daubenya Lindl. sind: Amphisiphon W.F.Barker, Androsiphon Schltr., Neobakeria Schltr.

Die Gattung Daubenya wurde mit nur einer Art aufgestellt und lange Zeit blieb sie monotypisch. In Alison M. van der Merwe & John C. Manning in Strelitzia, Volume 9, 2000, S. 713 wurden die monotypischen Gattungen Androsiphon und Amphisiphon in Daubenya eingegliedert. Die letzte Revision der Gattung Daubenya erfolgte in John C. Manning & Alison M. van der Merwe: Systematics of the genus Daubenya (Hyacinthaceae: Massonieae), In Bothalia, Volume 32, Nummer 2, 2002, S. 133–150; dabei wurden Arten aus der Gattung Massonia zu Daubenya gestellt.

Die Gattung Daubenya gehört zur Subtribus Massoniinae aus der Tribus Hyacintheae in der Unterfamilie der Scilloideae innerhalb der Familie Asparagaceae. Sie wurde früher in die Familien Hyacinthaceae oder Liliaceae eingeordnet.

Daubenya capensis

Es gibt etwa acht Daubenya-Arten, hier mit Vorkommen und Gefährdung:

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Daubenya. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 29. Oktober 2014.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 John C. Manning, Peter Goldblatt, Dee Snijman: The colour encyclopedia of Cape bulbs, Timber Press, Portland und Cambridge, 2002. ISBN 0-88192-547-0: Daubenya auf S. 124–127.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Artenliste zu Daubenya in der Red List of South African Plants.
  4. ↑ Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  5. ↑ Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018.
  6. ↑ Daubenya bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 10. April 2013.
  7. 1 2 Daubenya im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 10. April 2013.
  8. ↑ Daubenya bei der pacificbulbsociety. zuletzt abgerufen am 29. Oktober 2014.
Commons: Daubenya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien